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(Foto: imago/Deutzmann)
Donnerstag, 07. Dezember 2017

Wie ein angeschlagener Boxer: Köln wankt ins EL-Gruppenfinale in Belgrad

Erstmals seit vier Jahren sitzt bei einem Pflichtspiel des 1. FC Köln nicht Peter Stöger auf der Trainerbank. Interimsweise coacht Stefan Ruthenbeck die Kölner - und ist im Europaliga-Gruppenfinale in Belgrad zum Siegen verdammt. Die Vorzeichen sind ungünstig.

Die Ausgangslage: Köln liegt hinter dem schon als Gruppensieger feststehenden FC Arsenal London (10 Punkte) und Roter Stern Belgrad mit 6 Zählern auf Platz drei. Die punktgleichen Belgrader gewannen das Hinspiel in Köln mit 1:0 und stehen aufgrund des direkten Vergleichs auf Rang zwei. Köln muss also gewinnen und hat es damit selbst in der Hand, international zu überwintern. Allerdings konnte das Bundesliga-Schlusslicht in der laufenden Saison auf fremdem Platz kaum etwas holen. Nur viermal konnte sie etwas Zählbares mitnehmen - zweimal Remis in der Bundesliga und zwei Auswärtssiege im DFB-Pokal, einen immerhin bei Hertha BSC.

Wie läuft es bei Belgrad? Die Serben sind im Gegensatz zu den Rheinländern in Topform. Mit 53 Punkten aus 20 Spielen führen sie die Liga an. Zuletzt gab es in der Liga nach 10 gewonnen Spielen in Serie allerdings nur ein 2:2 beim FK Bačka. Ebenfalls gut für den FC: Auch Belgrad sollte möglichst gewinnen. Denn Gruppen-Schlusslicht BATE Borisow hat den Traum von der Zwischenrunde ebenfalls noch nicht aufgegeben. Die Russen haben 5 Punkte und könnten mit einem Sieg bei den "Gunners" auf Platz 2 springen. Voraussetzung wäre ein Unentschieden zwischen Köln und Belgrad - bei dem der Effzeh aber ohnehin ausgeschieden wäre.

BELGRAD-KÖLN, 21.05 UHR

Roter Stern Belgrad: Borjan - Stojkovic. Le Tallec, Savic, Rodic, - Donald, Krsticic - Srnic, Kanga, Radonjic, Boakye; Trainer: Vladan Milojevic

1.FC Köln: T. Horn - Olkowski, Sörensen, J. Horn, Rausch - M. Lehmann, Özcan - Jojic, Bittencourt - Osako, Guirassy; Trainer: Stefan Ruthenbeck

Das Personal: Personell geht der FC ziemlich am Stock. Interimstrainer Stefan Ruthenbeck, bisheriger Coach der U-19, bleiben bei seinem Profidebüt nur elf gesunde Feldspieler aus dem Profikader. Elf Spieler sind verletzt, zwei weitere nicht spielberechtigt (Claudio Pizarro) oder gesperrt (Yuya Osako) - die Kölner wanken wie ein angeschlagener Boxer ins Spiel. Die Personalprobleme betreffen alle Mannschaftsteile und Stammkräfte: Mit Dominik Heintz und Dominic Maroh fehlen zwei Abwehrstrategen. Mit Flügelflitzer Leonardo Bittencourt, der über Adduktorenbeschwerden klagt, ist ein zentraler Impulsgeber in der Offensive nicht dabei. Stammstürmer Jhon Cordoba laboriert an einer Oberschenkelverletzung. Lichtblick: Angreifer Sehrou Guirassy, der dem FC zuletzt das 2:2 beim FC Schalke gerettet hatte.

Wie geht es nach dem Spiel weiter? Dem Team von Coach Ruthenbeck bleiben nach dem Belgrad-Trip drei Tage um sich zu regenerieren. Bereits am Sonntag (13.30 Uhr) steht das richtungsweisende Ligaduell mit Abstiegskonkurrent SC Freiburg an. Die Breisgauer haben als Tabellen-16. mit zwölf Zählern bereits neun mehr als der FC, für den auch die miserable Tordifferenz von minus 21 eine extreme Belastung ist. Zwischen beiden liegt Werder Bremen. Sollte Dortmund am Samstag (15.30 Uhr im n-tv.de Liveticker) nicht verlieren Bremen, würde Köln mit einem Sieg gegen Freiburg auf sechs Punkte an den Relegationsplatz heranrücken. Wichtig sei im Moment aber nur Belgrad, betont der 45-jährige Ruthenbeck: "Freiburg spielt noch keine Rolle."

Die nächsten Spiele: Ab nächster Woche warten bis zur Winterpause auf die Kölner drei weitere Härtetests. Am 13. Dezember gastiert Ruthenbecks Elf beim FC Bayern. Danach folgt das Heimspiel (16. Dezember) gegen den VfL Wolfsburg.  Eine Woche vor Weihnachten geht es auf Schalke (19. Dezember) um den Einzug in das DFB-Pokal-Viertelfinale. In diesem Zeitrahmen will Ruthenbeck mit seiner Mannschaft "alles raushauen".

Die Stimmen zur Europaliga

Stefan Ruthenbeck (Trainer): "Puh! Es ist mit Sicherheit eine schwierige Aufgabe." / "Wir werden mutig sein. Wenn wir hier brav sind, haben wir ein Problem."

Matthias Lehmann (FC-Kapitän): "Es ist ein absolutes Endspiel und so werden wir es angehen." / "Die Mannschaft will Gas geben und den Bock umstoßen." / "Helm anziehen, Visier runterklappen."

Quelle: n-tv.de

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