Mainz freut sich über ComebackGinter blutet und blutet und bringt Freiburgs Sieg auf den Weg

Zwischen zwei Europapokal-Festtagen treffen sich Mainz 05 und der SC Freiburg am 29. Spieltag zum Bundesliga-Duell. Die Gäste haben das bessere Ende für sich.
Fußball-Bundesligist SC Freiburg hat das Duell der Europapokal-Träumer für sich entschieden und weiteres Selbstvertrauen für den nächsten europäischen Showdown getankt. Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster, die in der Europa League gute Karten auf den Einzug ins Halbfinale besitzt, gewann das Auswärtsspiel gegen den Conference-League-Teilnehmer FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0). In der Tabelle schlossen die Freiburger wieder bis auf zwei Punkte zum Siebten Eintracht Frankfurt auf. Lucas Höler (47.) entschied mit seinem Kopfballtor die Partie.
Der Sportclub hatte am Donnerstag den spanischen Klub Celta Vigo eindrucksvoll mit 3:0 im Viertelfinal-Hinspiel bezwungen, die 05er hatten gegen Racing Straßburg gewonnen (2:0). Beide stehen damit kurz vor dem ersten europäischen Halbfinale der Klubgeschichte.
"Es ist noch nichts geschafft"
"Heute zählt nur Mainz", hatte Trainer Schuster vor dem Spiel bei DAZN gesagt. "Das, was am Donnerstag war, was uns für heute hilft, versuchen wir zu transportieren. Bei allem anderen ist es wichtig, dass es keine Rolle spielt." Auch sein Gegenüber Urs Fischer sah "eine gewisse Gefahr im Kopf" vor dem Spiel: "Heute ist wieder Alltag, da geht es nach wie vor ums Überleben. Ich denke immer noch, es ist noch nichts geschafft."
Auf dem Platz ließen es die beiden Mannschaften in der ersten Hälfte gemächlich angehen. Echte Höhepunkte wie der wuchtige Distanzschuss von Stefan Posch (26.) besaßen Seltenheitswert. Den Versuch lenkte Freiburgs Torwart Noah Atubolu an den Pfosten.
Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel an Fahrt auf - was vor allem den Gästen zu verdanken war. Wenige Momente nach Wiederanpfiff fand ein langer Einwurf Matthias Ginter, der mit dem Fuß auf Höler ablegte und so dessen Kopfball-Bogenlampe ins Tor vorbereitete. Weltmeister
Ginter hatte bis zu seiner späten Auswechslung kurz vor Ende immer wieder mit einer blutenden Nase zu kämpfen, die er sich früh bei einem Zweikampf mit Mainz-Stürmer Sheraldo Becker zugezogen hatte. Mit Beginn der zweiten Halbzeit tropfte das Blut wieder aus dem geschundenen Organ, auch zum Interview nach dem Spiel erschien der Verteidiger noch mit einem von einem blutigen Tuch gestopften rechten Nasenloch.
Die Freiburger blieben dran, Daniel Batz musste gleich zweimal innerhalb weniger Augenblicke gegen einen Distanzschuss und dann einen Kopfball von Johan Manzambi retten (60.).
Die Mainzer steckten nicht auf und drängten immer wieder auf den Ausgleich. Dominik Kohr verfehlte nach einer Ecke das Tor (63.). Ansonsten blieben die Versuche der 05er aber meist zu unkonkret. Immerhin bei der Rückkehr von Spielmacher Nadiem Amiri entbrannte Jubel bei den Mainzer Fans. Der Nationalspieler war seit Ende Februar mit einer Fersenverletzung ausgefallen.