Union Berlin sorgt für NovumMedien weltweit bejubeln historische Entscheidung für Marie-Louise Eta

Union Berlin schreibt Fußballgeschichte: Marie-Louise Eta übernimmt als erste Cheftrainerin eine Männer-Bundesligamannschaft. Sie soll den Klub heile über die Ziellinie bringen. Medien weltweit feiern den bislang einmaligen Moment im Fußball.
Die Ernennung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin von Union Berlin hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Die 34-Jährige ist nicht nur die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer, sondern auch die erste ihrer Art in den fünf größten Ligen Europas. Das hat es zuvor nicht in der englischen Premier League, nicht in der spanischen La Liga, nicht in der italienischen Serie A, nicht in der französischen Ligue 1 und eben auch nicht in der deutschen Bundesliga gegeben. Eine historische Personalie.
"Gläserne Decke durchbrochen", stürmte das US-Mediennetzwerk "Men In Blazers" kurz nach Mitternacht deutscher Zeit voran und setzte so den Ton für die kommende Berichterstattung, in der überall von einem historischen Moment die Rede war. Die Meldung schwappte bis nach Vietnam, sorgte aber auch in der englischsprachigen Welt für Anerkennung. "Eta ist keine Unbekannte, wenn es darum geht, Grenzen niederzureißen", schrieb die BBC in einem Porträt der ehemaligen Profi-Fußballerin und verwies auf ihre Zeit als Co-Trainerin bei Union Berlin nach dem Aus der Vereinslegende Urs Fischer im November 2023. "The Athletic" sprach von einer historischen Ernennung und erinnerte ebenfalls an Etas Rolle im Trainerteam vor bald drei Jahren, als sie die erste Co-Trainerin in der UEFA Champions League war. Auch beim "Guardian" fand Eta Erwähnung.
"Die erste Trainerin aller Zeiten", jubelt "Aftonbladet" in Schweden: Union Berlin habe eine historische Entscheidung getroffen und in einer sportlich herausfordernden Situation den Cheftrainer entlassen und Eta präsentiert. "Der Bundesligist hat eine im deutschen Fußball beispiellose Entscheidung getroffen", informierte "Marca" die Lesenden in Spanien und verwies ebenfalls auf die brisante Ausgangslage im Tabellenkeller. Die renommierte französische Sportzeitung "L'Équipe" spendierte Eta den Aufmacher und titelte: "Marie-Louise Eta, eine historische Entscheidung." "Historisch" war auch das in der "Gazzetta dello Sport" gewählte Wort, die zahlreiche "Präzedenzfälle" in unteren Ligen aufzählte und dabei unter anderem die Ingolstädter Cheftrainerin Sabrina Wittmann erwähnte. Die Meldung schwappte bis nach Vietnam, wo Fachmedien über Eta berichten.
Das schwere Fischer-Erbe
Für Eta ist es tatsächlich die zweite große Pionier-Leistung im Fußball der Männer. Von November 2023 bis Mai 2024 war sie die erste Co-Trainerin in der nationalen Eliteklasse und der Champions League, nachdem sich der Verein von Erfolgstrainer Urs Fischer getrennt hatte. Die Wertschätzung für sie in der Klub-Führung der Berliner ist riesig. Eta gewann als Spielerin mit Turbine Potsdam dreimal die deutsche Meisterschaft und 2010 den Titel in der Champions League. Bereits mit 26 Jahren musste sie ihre aktive Karriere aufgrund mehrerer Verletzungen beenden und stürzte sich anschließend in die Laufbahn als Trainerin; zuletzt betreute sie bei Union die U19-Junioren.
"Ich freue mich, dass Marie-Louise Eta sich bereit erklärt hat, diese Aufgabe interimistisch zu übernehmen, bevor sie im Sommer wie geplant Cheftrainerin der Profimannschaft der Frauen wird", sagte Union-Geschäftsführer Horst Heldt über die zeitlich limitierte Aufgabe von Eta, deren Mann Benjamin die zweite Frauenmannschaft des Rivalen RB Leipzig trainiert. Beim Männer-Termin in Köpenick war immer klar, dass das Erbe von Urs Fischer, der den Klub aus der Zweiten Liga in die Königsklasse geführt hatte, schwer wiegen würde. Keiner seiner Nachfolger vermochte es, den klassischen Union-Fußball ähnlich erfolgreich zu machen - oder ihn entscheidend weiterzuentwickeln.
Wer übernimmt im Sommer?
Trotz der 1:3-Niederlage beim abgeschlagenen Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim war nach der Partie zunächst kein Wort in Richtung Demission des einstigen Union-Spielers und Fan-Lieblings Steffen Baumgart gefallen. "Es ist immer ein schlechter Tag, wenn man einen Trainer entlassen muss", sagte Union-Präsident Dirk Zingler, der sich am Sonntagvormittag mit Heldt und Kommunikationsdirektor Christian Arbeit im Forsthaus zusammensetzte. Etas Einsatz in den letzten fünf Saisonspielen gibt den Verantwortlichen nun Zeit bei der Trainersuche.
Mit dabei im Kandidatenkreis könnte auch die Platzhalterin selbst sein, die im Sommer eigentlich das Frauenteam übernehmen soll. Doch bei einem erfolgreichen Abschneiden in den kommenden Begegnungen könnte sie sich als beste Lösung entpuppen und ihre Premierenzeit in der kommenden Spielzeit ausbauen.