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Roberto Carlos wurde in Russland nicht zum ersten Mal von Fans rassistisch beleidigt.
Roberto Carlos wurde in Russland nicht zum ersten Mal von Fans rassistisch beleidigt.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 23. Juni 2011

Bananenwurf im russischen Fußball: Roberto Carlos verlässt das Feld

Nach einem erneuten rassistischen Vorfall in der russischen Fußballliga platzt Brasiliens Idol Roberto Carlos der Kragen. Als kurz vor Schluss eine Banane aufs Spielfeld fliegt, bricht der Kapitän von Anschi Machatschkala das Spiel angesichts der gezielten Beleidigung kurzerhand ab.

Wegen eines Bananenwurfs hat der brasilianische Star Roberto Carlos während einer Partie in Russlands Fußballliga verärgert das Spielfeld verlassen. "Das war keine Kurzschlussreaktion, sondern geplant", kommentierte der 38-jährige Kapitän des Erstligisten Anschi Machatschkala den Vorfall kurz vor Schluss des Spiels bei PFK Krylja  Sowjetow Samara. Er sei sehr enttäuscht und habe den Platz in der 90. Minute aus Protest verlassen. Das Wechselkontingent hatte Anschi bereits ausgeschöpft.

Es war bereits das zweite Mal in dieser Saison, dass gegnerische Fans im Austragungsland der Weltmeisterschaft 2018 den dunkelhäutigen Linksverteidiger auf diese Weise beleidigten. Russische Fußballfans sorgen immer wieder mit rassistischen und rechtsextremistischen Aktionen für Skandale.

"Dies ist schlicht inakzeptabel", schimpfte Anschi-Trainer Gadschi Gadschijew. Krylja Samara entschuldigte sich auf seiner Internetseite bei Roberto Carlos. "Wir werden jede Anstrengung auf uns nehmen, um den Bastard zu bestrafen, der diesen bemerkenswerten Spieler beleidigt hat", hieß es. Anschi gewann die Partie mit 3:0.

Auch Ligapräsident Andrej Fursenko kündigte eine harte Strafe an. "Roberto Carlos ist der größte Fußballer, der nach Russland gekommen ist, um das Niveau der Premier Liga und das Interesse an dem Spiel zu erhöhen", sagte Fursenko der russischen Zeitung "Sport Express". Dem Tabellenvorletzten Samara drohen nach dem Skandal drei Punkte Abzug. Ein ähnliches Vergehen der Fans gegen Roberto Carlos hatte Zenit  St. Petersburg zuvor schon eine Geldstrafe eingebracht.

Quelle: n-tv.de