Fußball

Israel droht EM zu verpassen Tobender Herzog bringt Spieler zum Weinen

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Andreas Herzog empört sich über die Schlussphase des Spiels seiner Israelis gegen Slowenien.

(Foto: imago images / Newspix)

Israel nimmt zuletzt 1970 an einem Fußballturnier teil, nun könnte es wieder so weit sein. Im Qualifikationsspiel für die EM 2020 gegen Slowenien steht es lange Unentschieden, doch es kommt anders. Das empört Trainer Andreas Herzog so sehr, dass er in der Kabine ausrastet und ein denkwürdiges Interview gibt.

Es läuft die Schlussphase des EM-Qualifikationsspiels Slowenien gegen Israel. Es steht 2:2. Israels Trainer Andreas Herzog hofft auf einen Punkt, um in der Gruppe G an Nordmazedonien vorbeizuziehen. Nur dann gäbe es noch berechtigte Hoffnung auf eine mögliche Qualifikation für die Fußball-EM 2020. Doch dann kommt alles anders. In der 90. Minute trifft Sloweniens Benjamin Verbic zum 3:2-Endstand, sein Team siegt und rückt damit auf Platz zwei vor, der die direkte Turnier-Qualifikation bedeuten würde.

Israel dagegen hat kaum noch Chancen, am ersten großen Turnier seit der WM 1970 teilzunehmen, die Mannschaft liegt nur auf dem fünften und damit vorletzten Platz in der Gruppe, nur Lettland ist noch schlechter. Den Österreicher Herzog erbost das sehr. Und so soll der frühere Bundesliga-Profi von Werder Bremen und dem FC Bayern nach Abpfiff ausgerastet sein. Israelische Medien berichten von einem Tumult in der Kabine, Herzog soll Flaschen durch die Kabine getreten, auch ein Tisch soll zu Bruch gegangen sein. Den Berichten zufolge schrie der 51-Jährige seine Spieler an: "Ihr seid naiv! Ihr werdet nie irgendwas erreichen!" Das brachte offenbar die Mittelfeldspieler Bibras Natcho und Beram Kayal zum Weinen. Der technische Direktor des Verbands, Willie Rothensteiner, soll anschließend gedroht haben: "Wenn das an die Öffentlichkeit dringt, wird das nicht gut für euch sein."

"Wir sind nicht professionell genug"

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Herzogs Zorn war auch im Interview mit dem israelischen Fernsehsender Kan noch nicht verflogen. Der Reporter sagte zu Herzog, der seit dem 1. August 2018 Nationaltrainer ist, wie dramatisch die Niederlage sei, weil die zweite Halbzeit doch eine der besten gewesen sei. Anstatt allerdings das Lob anzunehmen, echauffierte sich der Coach: "Das hilft nicht! Wir sagen immer, das war gut, das war gut. Wir kassieren immer drei Tore, wir sind nicht professionell genug!" Vor allem die Entstehung des dritten Gegentreffers sei scheußlich gewesen. "Das ist der Horror. Wir sprechen immer über die Qualifikation und dann machen wir solche Fehler. Das ist nicht möglich!"

Es sei ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner gewesen, sagt Herzog, schließlich haben die Slowenen am vergangenen Freitag 2:0 gegen Polen mit Topstürmer Robert Lewandowski gewonnen. "Wir waren zweimal so gut wie Polen, aber trotzdem verlieren wir das Spiel. Wir sprechen immer über unsere Träume, aber wir müssen die entscheidenden Dinge auf den Platz bringen. Das ist nicht mehr lustig!, so Herzog. Für die kommenden Spiele müssten sie dennoch optimistisch bleiben, aber so werden sie sich nicht qualifizieren, prophezeite Herzog. Für die Israelis steht am 10. Oktober das Duell mit Österreich. Das Heimatland Herzogs liegt derzeit auf Platz drei, braucht also dringend Punkte, um sich direkt qualifizieren zu können.

Nach Angaben israelischer Medien will der Verband trotz der Slowenien-Pleite mit Herzog weiterarbeiten.

Quelle: n-tv.de, ara

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