Fußball

"Sarajevo kocht" WM-Sensation beschert Bosnien-Herzegowina grenzenlosen Jubel

01.04.2026, 09:46 Uhr
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Edin Dzeko und Co. bejubeln das WM-Ticket. (Foto: dpa)

Underdog Bosnien-Herzegowina raubt Italien die letzte Hoffnung und sichert sich ein Ticket für die Weltmeisterschaft 2026. Im Land ist die Freude über die Sensation grenzenlos.

Als das Ticket zur WM gelöst war, ging es in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina erst richtig los. "Sarajevo kocht vor Emotionen, die Straßen sind erfüllt von Freude, Gesang und Fahnen, während das ganze Land einen historischen Moment für den bosnischen Fußball feiert", berichtete die Tageszeitung "Dnevni avaz" nach dem 4:1 im Elfmeter-Krimi gegen Italien. Der Verband postete ein kurzes Video der Jubelszene. Menschenmassen feiern darin ausgelassen.

Die Party wird schon bald im großen Stil weitergehen. Im Laufe des Mittwochs werden Trainer Sergej Barbarez und die Mannschaft um Kapitän Edin Dzeko zu einer Siegesfeier in Sarajevo erwartet. Von Regierungsseite sei bestätigt worden, so "Dnevni avaz", dass ein "spektakulärer Empfang für die Nationalhelden stattfinden wird". 

Dzeko-Verletzung trübt den Jubel leicht

Schon vor Anpfiff hatten viele Fans auch außerhalb des Stadions Bilino Polje in Zenica eingeheizt und aus den umstehenden Wohnblocks Pyrotechnik gezündet. Ein ungewohntes Bild auf dieser Bühne. Nach Abpfiff feierte der Stuttgarter Profi Ermedin Demirovic emotional mit seiner Familie am Spielfeldrand.

Einziger Wermutstropfen: Dzeko hat sich allem Anschein nach an der Schulter verletzt, beim Verlassen des Spielfelds war sein rechter Arm mit Klebeband an seiner Brust fixiert. "Ich hoffe, Edins Verletzung ist nicht schwerwiegend und er kann bei der Weltmeisterschaft dabei sein, denn er hat nicht viel Zeit", sagte Barbarez.

Trainer Barbarez ist stolz auf nervenstarke Elfer-Schützen

Zum zweiten Mal nach 2014, jenem Jahr, in dem Italien letztmals bei einer WM dabei war, fahren die Bosnier zu einer Endrunde. Für Esmir Bajraktarevic, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte, ist es eine Art Heimkehr: Der 21 Jahre alte Angreifer ist im US-Bundesstaat Wisconsin geboren und spielte vor seinem Wechsel zu seinem jetzigen Klub PSV Eindhoven für die New England Revolution im WM-Stadion in Foxborough nahe Boston. 

Barbarez war nach dem Spiel voll des Lobes über seine zum Teil sehr jungen Elfmeterschützen. "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen rausgehen und Spaß haben. Ich habe es in ihren Augen gesehen, ich mag sie wirklich sehr, sie sind Jungs mit Charakter", sagte der ehemalige Bundesligaprofi, der nach eigenem Bekunden die Ruhe in Person war: "Ich bin noch nie so ruhig in ein Spiel gegangen. Ich habe noch nie so ruhig ein Spiel beendet."

Die Italiener hingegen mussten sich im Netz viel Spott und Häme gefallen lassen. Dafür gesorgt hatte auch ein Video vor dem Spiel, das hohe Wellen schlug. In diesem bejubelte Italiens Federico Dimarco den Halbfinalsieg von Bosnien gegen Wales. Die Hürde des vermeintlich leichteren Playoff-Gegners Bosnien-Herzegowina war dann aber zu hoch für den WM-Sieger von 2006. Zum dritten Mal in Folge verpasst die Squadra Azzurra die Weltmeisterschaft.

Quelle: ntv.de, msc/sid

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