Nach Angriff auf Ordner?Werder-Fans beklagen massive Polizeigewalt bei Kellerknaller

Beim Kellerduell zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen kommt es vor dem Anpfiff zu einem folgenschweren Polizeieinsatz: Anhänger der Gäste kommen nicht ins Stadion.
Der SV Werder Bremen spielt beim VfL Wolfsburg am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga um kaum weniger als einen frischen Strohhalm im Abstiegsstrudel. Doch die Norddeutschen mussten beim Tabellen-17. massiv auf Unterstützung der eigenen Fanszene verzichten: Nach einem Polizeieinsatz standen Hunderte Mitglieder der aktiven Szene vor dem Block - und kamen auch nicht ins Stadion.
Vor dem Anstoß des Spiels (Werder gewann 1:0) war es auf einer Treppe, die zum Stadion führt, zu einer Konfrontation zwischen Bremer Fans und der Wolfsburger Polizei gekommen. Laut der Polizei Wolfsburg soll es mehrere Festnahmen von Werder-Fans gegeben haben. Der VfL Wolfsburg schilderte die Situation so: "Es gab im Bereich des Gästeeingangs nach einem Versuch, nicht erlaubte Fanmaterialien einzuschmuggeln, einen massiven Angriff auf Wolfsburger Ordner. Anschließend folgte eine polizeiliche Maßnahme gegen Fans von Werder Bremen", schreibt der Klub in einer Mitteilung. "Aufgrund dessen plant die Bremer Fanszene auf Basis der uns aktuell vorliegenden Informationen aktuell, das Stadion zu verlassen."
Die Fanhilfe Bremen prangerte dagegen ein skandalöses Vorgehen der Polizei an: "Beim Auswärtsspiel in Wolfsburg kam es am und vor dem Gästeblock zu massiven Übergriffen durch die Polizei. Berichtet werden gezielte Schläge - sogar gegen bereits am Boden liegende Personen - sowie aggressives Vorgehen gegen eine größere Gruppe von Fans", meldete die Vereinigung. Erste Verletzungen seien bereits bekannt. "Wir fordern ein Ende unverhältnismäßiger Polizeimaßnahmen und ein klares Abrüsten - sowohl im Auftreten als auch im Handeln."
"Tut natürlich weh"
"Wir müssen das erstmal für uns aufarbeiten und weitere Informationen holen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagte Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. "Man muss aber schon sagen: Wenn du vor dem Spiel hörst, dass unsere Szene nicht da sein kann: Das macht schon etwas mit dir. Das tut natürlich weh." Schon 2022 reisten Werder-Fans nach massiven Polizeikontrollen am Wolfsburger Hauptbahnhof schon vor dem Spiel aus Protest wieder nach Bremen zurück.
Die Volkwagen-Arena war mit knapp 29.000 Zuschauern eigentlich ausverkauft, darunter sollen sich mehr als 5000 Fans aus Bremen befinden. Nach Beobachtungen von ntv.de war die Polizei bereits bei der Ankunft der Bremer Anhänger am Bahnhof nahe des Stadions massiv präsent gewesen - auch mit einer Vielzahl an Beamten von Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten. Als der Stadionsprecher verkündete, dass das Spiel ausverkauft sei, quittierten die Werder-Fans im Stadion das mit einem gellenden Pfeifkonzert.