Fußball

Millionengagen selbst für Mitläufer Wolfsburger Gehaltswahnsinn

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Spielmacher Diego verdient in Wolfsburg 8,2 Millionen Euro pro Jahr - ohne Prämien.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Vermutung, dass der Werksklub VfL Wolfsburg exorbitante Gehälter zahlt, gibt es schon lange. Es fehlt nur an Zahlen als Beleg für die allzu üppige VW-Alimentierung. Nun werden in einem Medienbericht erstmals Gehälter genannt - von schwindelerregender Höhe.

Die Spieler des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg dürfen sich über exorbitante Gehälter freuen. Das berichtet der "Spiegel" unter Bezug auf eine streng vertrauliche Gehaltsliste der Niedersachsen für die vergangene Saison. Demnach bekomme der brasilianische Spielmacher Diego 8,2 Millionen Euro Grundgehalt und sei damit Topverdiener des derzeit auf Platz 15 liegenden Klubs. Der Vertrag des Brasilianers läuft bis 2014.

Mittelfeldspieler Christian Träsch soll jährlich auf ein Gehalt von 2,8 Millionen Euro, Stürmer Srdjan Lakic auf 2,6 Millionen kommen. Für Sotirios Kyrgiakos sollen 2 Millionen, für Thomas Hitzlsperger 2,9 Millionen gezahlt worden sein - ohne Bonuszahlungen wie Punkt- oder Einsatzprämien. Der Aufsichtsratsvorsitzende Javier Garcia Sanz wollte diese Zahlen nicht kommentieren, er sagte lediglich: "Wir haben den Schalter umgelegt."

"Etwas über das Ziel hinaus geschossen"

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Manager Klaus Allofs muss den riesigen Gehaltsberg abtragen.

(Foto: dpa)

Dagegen äußerte sich Manager Klaus Allofs zu dem Bericht. "Es ist sicherlich so, dass bei dem einen oder anderen Spieler in der Vergangenheit etwas über das Ziel hinaus geschossen worden ist", sagte der 56-Jährige: "Unsere Aufgabe ist auch, einige Dinge besser zu machen. Aber wir lassen uns durch diesen Bericht die Stimmung nicht verderben."

Alleinschuldiger für die Summen ist jedoch nicht nur Allofs-Vorgänger Felix Magath. Sowohl Diego als auch Lakic wurden von dessen Vorgänger Dieter Hoeneß verpflichtet. Das System Magath ist jedoch ursächlich für den aufgeblähten Kader des Werksklubs. Im Trainingslager im türkischen Belek standen mehr als 30 Profis auf dem Rasen.

Abnehmer für die Wölfe gibt es kaum. Zuletzt endete das Interesse eines Bundesliga-Managers an einem  Wolfsburger Spieler abrupt, nachdem er dessen derzeitiges Gehalt  erfahren hatte. Für fast alle Bundesligavereine liegen die Zahlungen  der von Volkswagen dem Vernehmen nach mit jährlich 100 Millionen  Euro alimentierten Fußball-GmbH außerhalb jeglicher finanzieller Möglichkeiten. Die vom "Spiegel" veröffentlichen Zahlen zeigen, warum.

Quelle: ntv.de, cwo/sid/dpa

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