Fußball-WM 2018

Der WM-Routenplaner bei n-tv.de Ronaldo koffeiniert, Messi bekämpft Fluch

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Wer wettet schon gegen CR7?

(Foto: imago/ULMER Pressebildagentur)

WM-Aus war Mittwoch, heute ist WM-Rausch: Vier heiße Titelanwärter duellieren sich zum Auftakt der Achtelfinals. Die Franzosen müssen gegen Messis Argentinien was beweisen, Ronaldos Defensivkönner treffen auf Gleichgesinnte aus Uruguay.

Was liegt heute an?

So, Schluss jetzt mit den "Jogi Merkel muss weg"-Diskussionen, endlich wieder Fußball. Und was für welcher. Im ersten Achtelfinale sind die Franzosen um 16 Uhr in Kasan (live in der ARD und im n-tv.de-Liveticker) aufgefordert, gegen Argentinien mal zu spielen wie der Titelkandidat, der sie angeblich sein sollen. In Sotschi trifft um 20 Uhr (in der ARD und im n-tv.de-Liveticker) dann das Portugal Südamerikas, Uruguay, auf das Uruguay Europas, Portugal. Wir wissen nicht, wie es Ihnen geht – aber wir sind schon seit gestern gefangen in einer hypnotisierenden Namedropping-Schleife wie weiland Hans Peter Baxxter. Und jetzt alle: Antoine Griezmann! Paul Pogba! Kylian Mbappé! Lionel Messi! Cristiano Ronaldo! Pepe! Luis Suárez! Edinson Cavani! … Hyper Hyper!!!

Wenn Sie nur Zeit für ein Spiel haben, dann …

… tun Sie uns ein bisschen leid. Okay, das war wenig hilfreich. Vielleicht erleichtert eine Frage die Entscheidung: Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo? Sie schwanken immer noch? In dem Fall empfehlen wir Frankreich gegen Argentinien, eine Partie, die mehr Tore und Spielwitz verspricht als das Duell der Defensivkünstler aus Uruguay und Portugal. Nicht, dass "Les Bleus" bisher ihrem Favoritenstatus gerecht geworden wären - aber Argentinien schien bislang immer für ein Gegentor gut. Allein der Gedanke daran, wie der pfeilschnelle Kylian Mbappé auf die etwas hüftsteife Verteidigung um Nicolás Otamendi zuwetzt, dürfte Spielertrainer Lionel Messi um den Schlaf bringen. Er selbst wird es wohl mit seinem ganz persönlichen Grinch N’Golo Kanté zu tun bekommen, ein Gegenspieler so hartnäckig wie die Mücken in Wolgograd. Aber: Dieser Lionel Messi hat, wie es "France Football" ausdrückte, mittlerweile "seine Weltmeisterschaft begonnen". Die einzige Hoffnung für Argentinien, aber eine gar nicht mal so kleine.

Was verursacht noch WM-Herzrasen?

Hat Drake gerade das Rennen um den GOAT entschieden, um den "Greatest Of All Time"? Der Rapper lebt seine Sportleidenschaft normalerweise an der Seitenlinie bei seinem Basketball-Stammteam Toronto Raptors aus, als eine Art Maradona der NBA, nur in weniger peinlich. Aber auch von Fußball versteht der mehrfache Grammy-Preisträger was, und auf seinem gestern erschienenen neuen Album "Scorpion" hat er eben nicht Lionel Messi, sondern CR7 in zwei Zeilen verewigt: "Way this shit set up I live like Ronaldo / But I never been in Madrid, woah". Text-Exegeten weisen allerdings darauf hin, dass Drake auch darauf anspielen könnte, dass für Ronaldo stets alles "set up" sei, also alles vorbereit, und er nur noch die Bälle ins Tor schießen muss. Das wäre dann eher ein Denkmal wie die legendäre expressionistische Büste am Flughafen, die mittlerweile gegen ein harmloses Exemplar ausgetauscht wurde. Ob Drake seine Zeilen auch noch ändert? Kommt drauf an, ob Ronaldo nach seinem eher enttäuschenden Auftritt gegen Marokko in Sotschi – dem Ort seiner Drei-Tore-Show gegen Spanien – wieder in Goat-Form kommt. Was, Überraschung, Uruguay verhindern will. Abwehr-Raubein Diego Godin sieht darin schon die halbe Miete: "Cristiano ist 50 Prozent von Portugal." Und wieviel Prozent von Argentinien ist Messi, Didier Deschamps? "Lionel Messi ist Lionel Messi. Aber Argentinien ist mehr als Messi." Aha.

Ras, dwa, tri – die Zahl des Tages: 1

*Datenschutz

Nur allzu gern hätten wir Portugal gegen Uruguay als die "Schlacht von Sotschi" angekündigt, als eine Art Fußball-Spezialausgabe von "Celebrity Death Match", in der die beiden Eisentruppen den 16-Gelbe-Karten-Rekord aus dem 2006er "Massaker von Nürnberg" zwischen Portugal und den Niederlanden brechen könnten. Und ja, mit Pepe und Luis Suarez treffen zwei der größten Rüpel der jüngeren Fußballgeschichte im Strafraum aufeinander - wahrscheinlich wird sich eine eigene VAR-Sondereinheit nur mit den Zweikämpfen der beiden beschäftigen. Aber die Statistik deutet nicht auf ein erhöhtes Gewaltpotenzial hin: Uruguay gehört mit Spanien und Saudi-Arabien zu den fairsten Teams des Turniers, alle drei haben erst eine einzige Verwarnung kassiert. Portugal steht mit sechs gelben Karten im Mittelfeld, führend in dieser Wertung: Panama mit satten elf gelben Karten.

Angeberwissen für's Public Viewing

In 18 WM-Spielen hat Lionel Messi schon 6 Tore geschossen – allerdings hat diese Bilanz einen Schönheitsfehler: Alle Treffer fielen in der Vorrunde. Alle sechs Partien in der K.o.-Phase beendete Argentiniens Superstar ohne Torerfolg. Viel Zeit, den Fluch zu überwinden, bleibt ihm wohl nicht.

Redelings WM-Zeitreise

Heute kramt Ben Redelings aus seinem Anekdotenkeller einen der schlechteren Treppenwitze der Fußballgeschichte hervor - während einer der talentiertesten deutschen Kader aller Zeiten ab heute zuschauen muss, wie die K.o.-Runde in Russland beginnt, standen vor genau sechzehn Jahren in Yokohoma folgende zehn Feldspieler im WM-Finale: Thomas Linke, Carsten Ramelow, Christoph Metzelder, Torsten Frings, Jens Jeremies, Dietmar Hamann, Marco Bode, Bernd Schneider, Oliver Neuville und Miroslav Klose. Aber zwischen den Pfosten tigerte eben jener Mann umher, der alle Stürmer verzweifeln ließ, sie entnervte, sie terrorisierte, bis alle ihn nur noch den "Titan" riefen. Und der ausgerechnet im Finale wieder menschlich wurde. Lesen Sie die wahnwitzige Geschichte vom Aufstieg und Fall des Oliver K. heute vormittag auf n-tv.de.

Der Spruch zum Spieltag

"Ich habe mir gerade einen Gratiskaffee verdient, weil ich gewettet habe, dass diese Frage kommt. Ich kriege den Kaffee. Danke für die Frage!"

Portugals Trainer Fernando Santos wusste, dass die Journalisten ihn fragen würden, welche Bedeutung Cristiano Ronaldo für sein Team hat. War aber auch nicht so schwer zu erraten – wer um alles in der Welt wettet denn dagegen?

Quelle: n-tv.de

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