Fußball-WM 2018

Warum die WM trotzdem spitze ist Die DFB-Elf ist raus - na und?

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Ronaldo - Messi - Kane: Das sind nur drei der großen WM-Stars.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit der DFB-Elf scheitert der amtierende Fußball-Weltmeister schon in der Vorrunde. Das ist schade, aber definitiv kein Grund, das Turnier in Russland mit Desinteresse zu boykottieren. Im Gegenteil!

Die DFB-Elf ist beim WM-Turnier in Russland nicht mehr dabei. Schockschwerenot, diese Erkenntnis wiegt an Tag zwei nach dem krachenden Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch genauso schwer. Entweltmeistert und das schon nach der Vorrunde – schade Deutschland, alles ist vorbei. Genau wie die Freude am Turnier in Russland. Da könnte man sich jetzt ja wichtigeren Dingen widmen. Zum Beispiel der Gartenarbeit. Oder dem Hamburger SV beim Training zuschauen. Egal was, Hauptsache vergessen. Es hätte ja alles so schön historisch werden können. Nun also WM-Boykott und "До свидания Кубок мира"- das war russisch und heißt "Auf Wiedersehen, Weltmeisterschaft". Das wäre allerdings völliger Blödsinn. Es gibt wirklich gute Gründe, sich auf die kommenden 16 Tage zu freuen. Hier sind drei davon.

Weil es einen neuen Weltmeister geben wird

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Spanien scheiterte bei der WM 2014 krachend - um dann zurückzukommen.

(Foto: imago/Sven Simon)

Zum ersten Mal seit Italien (1934 und 1938) den Brasilien (1958 und 1962) den Weltmeistertitel verteidigen, das ist nicht einmal den vor wenigen Jahren noch alles abräumenden Spaniern (Europameister-Titel 2008 und 2012, Weltmeister 2010) gelungen. Im Gegenteil: Die waren nach dem Vorrunden-Aus in Brasilien 2014 plötzlich auch auf unteres Mittelmaß gestutzt. Und haben die richtigen Konsequenzen gezogen. Wie man an den Spaniern sieht, entsteht aus Ruinen halt auch Neues. Im #zsmmnbrch steckt eben auch der #wdrfb (W i e d e r a u f b a u. Merken Sie was? Da steckt DFB drin). Manchmal muss man die Dinge eben von links nach rechts krempeln. Was der DFB nun, das war gestern nach der Landung in Frankfurt zu hören, mit einer schonungslosen Fehleranalyse ausgiebig angehen will. Klar ist derzeit bei all den offenen Fragen (Bleibt der Bundestrainer? Gibt es Rücktritte?) nur: Einen deutschen Weltmeister, den wird es ganz definitiv nicht geben.

Dem kann man aber immerhin etwas Positives abgewinnen. Zu viel Kontinuität ist schließlich ganz schön langweilig. Fragen Sie nur mal die 99 Prozent der Bundesliga-Fans, die nicht Anhänger des FC Bayern München sind. Oder will ernsthaft jemand behaupten, dass der x-te Champions-League-Sieg von Real Madrid noch irgendwen von den Bierbänken gerissen hat? Wenn man schon vorm Turnier weiß, wer gewinnt, gibt’s ja eigentlich keinen Grund mehr einzuschalten. Und weil mit Frankreich, Brasilien, England, Argentinien, Uruguay und Spanien zwar sechs Ex-Weltmeister und mit Portugal der amtierende Europameister die Gruppenphase gemeistert haben, es unter den letzten 16 Mannschaften aber kein Team gibt, dem die absolute Favoritenrolle zuzuschreiben wäre, wird die Frage nach dem kommenden Weltmeister eben eine spannende. Punkt.

Weil es furiosen Fußball geben wird

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Wenn das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft bisher als Gute-Laune-Maßstab gegolten haben sollte, dann wird spätestens jetzt bei jedem Fußballfan die innere Post abgehen. Ehrlich. Denn: Besser kann es nur werden. Der Blick auf die Gruppenpartien der anderen Turnierteilnehmer hat bereits verdeutlicht, wie schön Fußball sein kann. Wer allein das Spiel der Kroaten gegen Argentinien gesehen hat, wird dem zustimmen. Wer das Spiel Spanien gegen Portugal gesehen hat, begeistert nicken. Wer jetzt noch an die Todeshälfte denkt, vollends eskalieren. Frankreich – Argentinien, Uruguay – Portugal, Spanien – Russland, Kroatien – Dänemark, Brasilien – Mexiko, Belgien – Japan, Schweden – Schweiz, Kolumbien – England, müssen wir mehr sagen?

Weil alle Stars noch dabei sind

Die Frage, wer hier der Boss ist, hat Cristiano Ronaldo schon beantwortet. Mit drei furiosen Treffern im Auftaktspiel seiner Portugiesen gegen Spanien, sowie einem weiteren gegen Marokko. Was für eine Ansage im "GOAT"-Duell mit Lionel Messi, Runde eins geht definitiv an CR7. Man könnte meinen: Der 33-Jährige hat bei dieser WM einiges vor, aller körperlichen Ertüchtigungsübungen zum Trotz könnte es schließlich seine letzte sein. Warum also nicht der Titel für Ronaldugal? Na, weil neben ihm ja noch einige andere Bosse durchs Turnier gockeln. Was die Partien ab dem Achtelfinale wirklich ziemlich grandios macht.

Da ist Englands Harry Kane, der gegen Panama mit seinem fünften Turniertreffer eh schon heftigste Majestätsbeleidigung begangen hat. Stoppen braucht er jetzt auch nicht mehr. Hat er auch nicht vor, deswegen führt er aktuell die Scorerliste vor Ronaldo und Belgiens Romelu Lukaku an. Er und seine Engländer, die machen definitiv Lust aufs Achtelfinale. Selbiges gilt für Neymar. Für seinen eingesprungenen dreifachen Rittberger bekommt der zwar Abzüge in der B-Note, ist ansonsten aber auf dem besten Weg, das WM-Turnier zu seinem zu machen.

Und natürlich kickt auch Vize-"GOAT" Messi weiterhin mit. Nun gut, das hat die Endorphine in den ersten beiden Vorrundenspielen (Elfmeter verschossen, neuer Minus-Rekord bei Ballkontakten) zwar noch nicht zum Toben gebracht, aber: es wurde schon besser. Und zwar im Drama argentino gegen Nigeria. Wir sagen nur: Messi - Ballannahme Knie - Ballannahme Fuß – Tor. Fußballherz, was willst Du mehr.

Quelle: n-tv.de

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