Fußball-WM 2018

DFB-Baustelle in Einzelkritik Überrumpelt, überrannt, überfordert

Der Angriff harmlos, das Mittelfeld behäbig, die Abwehr eklatant entblößt: Beim WM-Start-Fiasko gegen Mexiko präsentiert sich das DFB-Team unweltmeisterlich. Lichtblicke sind ausgerechnet zwei Sorgenkinder.

Den Scherz haben uns die eigenen Kollegen geklaut, aber wir wiederholen ihn gerne: Das Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland dürfte als Fiasko Mexicana in die Geschichte eingehen. Das 0:1 (0:1) vor 78.011 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Luschniki-Stadion an diesem frühen Sonntagabend hat gezeigt, dass beim Team von Bundestrainer Joachim Löw viel im Argen liegt. Und anstatt von einer erfolgreichen Titelverteidigung zu träumen, geht es für die DFB-Elf nun darum, am kommenden Samstag in Sotschi (ab 20 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auf jeden Fall gegen Schweden zu gewinnen, damit nicht nach der Vorrunde schon Schluss ist. Aber so weit ist es ja noch nicht, deshalb erst einmal die deutschen Spieler in der Einzelkritik:

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Einzig den Schuss von Hirving Lozano konnte Neuer nicht parieren.

(Foto: imago/Imaginechina)

Manuel Neuer: Knallgelbe Schuhe, giftgrüne Kapitänsbinde - und mickrige 135 Minuten Spielpraxis im Fußballjahr 2018: So stiefelte der 32 Jahre alte Torhüter des FC Bayern im Moskauer Luschniki-Stadion in seine dritte Fußball-WM. Erfreulich: Der DFB-Kapitän nährte mit Pflicht-Paraden und Exkursionen Richtung Mittelkreis in seinem 77. Länderspiel keine Zweifel an der WM-Tauglichkeit des "Mittelfußes der Nation". Ersparte Marvin Plattenhardt mit beherztem Wurf auf eine missglückte Rückgabegrätsche in der zweiten Minute früh ein WM-Horrordebüt, in der Nachspielzeit enterte der "Captain" selbst den mexikanischen Strafraum. Den Ausgleich aber erzwang auch er nicht, obwohl die Mexikaner und seine Abwehr ihn prima ins Spiel gebracht hatten: Schon in den ersten halben Stunde war Neuer mehr beschäftigt als in den Tests gegen Österreich und Saudi-Arabien zusammen. Unerfreulich: Erstmals musste er in einem WM-Eröffnungsspiel ein Gegentor hinnehmen, die schöne Auftaktnull aus den Vier-Tore-Festivals gegen Australien (2010) und Portugal (2014) ist Geschichte. Mexikos 1:0 durch den sträflich freien Hirving Lozano konnte selbst die Allzwecktorwartwaffe nicht aus seiner linken Torecke titanisieren, nachdem er bis zu dieser 34. Minute alle Schüsse magnetisch angezogen hatte. Musste letztlich in Ermangelung mexikanischer Schussgenauigkeit aber selbst die Parade des Spiels seinem Gegenüber Guillermo Ochoa überlassen.

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Fallrückzieher? Kann Kimmich (noch) nicht.

(Foto: REUTERS)

Joshua Kimmich: Würde im DFB-Team überall spielen, hatte die 23-jährige Heißkiste im Trainingslager in Eppan erklärt. War bei seinem WM-Debüt gegen Mexiko, seinem bereits 30. Länderspiel, dann konsequenterweise auch überall auf seiner rechten Seite zu finden. Dummerweise zu selten dort, wo sich der Bayern-Jungstar laut seiner Berufsbezeichnung "Außenverteidiger" auch ab und an aufhalten sollte: in der Abwehr. Missachtete damit seine eigene Warnung und pennte direkt in Minute 1. Ließ seinen Gegenspielern auch danach immer wieder grotesk viel Platz. Müssen wir erwähnen, dass das Gegentor über Kimmichs Seite fiel? Symptomatisch für seine Leistung: Minute 45. Da fühlte er sich in Mexikos Strafraum gefoult, reklamierte engagiert, während er gemächlich Richtung eigene Hälfte joggte. Problem: Der iranische Schiedsrichter Alireza Faghani hatte weiterspielen lassen – und Mexiko konterte über Kimmichs verwaiste Seite. Wieder einmal. Auf der Habenseite: Schöne Verarbeitung einer Özil-Flanke (11.), halbhoher Traumpass auf Werner (19.), Fallrückzieher nach Boateng-Chip (65.). Der segelte zwar knapp über das Tor. Aber aus dem Gejohle der mexikanischen Fans im Luschniki wurde da kurzzeitig mal ein kollektives Raunen. War insgesamt einer von denen, die wollten. Er konnte nur nicht und muss jetzt eine ungewohnte Situation verknusen: eine Pleite in einem Pflichtspiel. Das war ihm vorher in 19 Spielen nur einmal widerfahren.

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Stopfte Lücken. Und schuf Lücken: Jérôme Boateng.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Jérôme Boateng: Chef in der Abwehr, wenn körperlich und mental fit. Vor dem WM-Turnier von Muskelbeschwerden irritiert und davon, dass ihn Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ins WM-Schaufenster gestellt hatte. Packte dort in seinem 72. Länderspiel aber direkt eine Heldengrätsche gegen Lozano (1.) aus. Der 29 Jahre alte Noch-Münchner wusste ja von allen DFB-Kickern am besten, wie man im Luschniki Geschichte schreibt, war er dort doch bei seinem Debüt unter Löw 2009 als erster DFB-Neuling vom Platz geflogen. Hatte dem Team nach den Testspielkrämpfen einen Suchauftrag erteilt, nämlich: "Als Mannschaft müssen wir besser verteidigen. Da sind wir alle gefragt, die richtige Balance zu finden." Wurde mit seinen Mitspielern allerdings auch in Moskau nicht fündig, sondern mit und von Kollege Hummels zu oft alleingelassen. Stopfte immer wieder Abwehrlücken, hinterließ bisweilen auch selbst welche. Beschloss irgendwann, die mexikanischen Angriffe spätestens an der Mittellinie zu beenden. Nicht seine beste Idee, nicht sein bestes WM-Spiel - obwohl er per Lupfer auf Kimmich (65.) und Reus (71.) zweimal aussichtsreiche Angriffe einleitete.

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Gut gelaunt ist anders: Mats Hummels.

(Foto: imago/Chai v.d. Laage)

Mats Hummels: Glückwunsch - der Weltmeister gab in der siebten Minute den ersten deutschen Schuss aufs Tor ab. War zwar nur ein Schüsschen, aber immerhin. Der 29-Jährige schien sich in der achten Minute in WM-Stimmung zu grätschen, als er in seinem 65. Länderspiel Carlos Vela erst sauber stoppte und dann, als der dreisterweise nochmal nachsetzte, hart foulte. Widerlegte damit 90er-Weltmeister Jürgen Kohler, der Richtung Boateng und Hummels gemoppert hatte: "Ich habe den Eindruck, dass viele Spieler es gar nicht mehr gewohnt sind, Zweikämpfe zu führen." Kam in der Folgezeit aber oft gar nicht zum Foulen, so schnell rollten die mexikanischen Angriffe auf ihn und Boateng zu. Auch beim 0:1, als er risikoreich rausrückte - und sich verpokerte. Klappte schon in Halbzeit eins den Lamentierarm aus, ehe er in der 82. Minute nach dem dann 247. mexikanischen Konter völlig die Fassung verlor. Das galt allerdings auch für seine Spielübersicht. Versuchte sich in der 23. Minute an einer Beckenbauer-Reminiszenz, Spielaufbau mag er ja auch. Stolzierte durchs Mittelfeld - und fabrizierte einen katastrophalen Ballverlust. Auch in der 57. Minute, als plötzlich zwei Mexikaner rechts frei waren und im Duell mit Boateng wieder nur an ihrer Abschlussunfähigkeit scheiterten. Gewann, nachdem er Fußball-Deutschland im Pokalfinale gegen Frankfurt mit einem Schneckensprint geschockt hatte, diesmal mit viel Routine und noch mehr Glück ein ganz wichtiges Hinterherlauf-Duell gegen Javier Hernandez. Kreierte in der 81. Minute sogar noch die Helden-Hacke, die er in einen Pass von Mexikos Miguel Layun stellte. Nicht so akrobatisch wie Boateng 2016, aber genauso wichtig. Trotzdem der schwächere Teil der Weltmeister-Innenverteidigung.

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Marvin Plattenhardt hat gespielt. Mehr gibt's kaum zu sagen.

(Foto: AP)

Marvin Plattenhardt: DIE Überraschung im deutschen Spiel - personell. Der Confed-Cup-Sieger von Hertha BSC ist ja primär als Jonas-Hector-Ersatz dabei, kam wegen einer Blitz-Grippe des Kölners aber noch vor dem Linksverteidiger-Original zum WM-Debüt. Der 26-Jährige, nebenberuflich auch für Standards zuständig, wurde in seinem siebten Länderspiel aber um ein Haar selbst von einem düpiert. Nach der ersten mexikanischen Ecke grätschte er den Ball ungelenk vors eigene Tor, Titan Neuer ersparte ihm größere Peinlichkeiten. Ansonsten wenig eingebunden ins deutsche Spiel. Dribbelte in Hälfte 1 einmal durch die eigene Hälfte und schlenkerte dabei - ganz WM-Debütant - aufgeregt mit den Armen. Gab in der 48. Minute den ersten deutschen Torschuss in Hälfte 2 ab, konnte damit aber keinen deutschen Sturmlauf entfachen. Fand hinterher: "Wir haben einfach kein Tor geschossen, das war das Problem." Unterschlug damit aber keck mindestens 17 weitere Probleme. Darunter auch, dass ihn seine Teamkollegen schnitten. Musste dann, aber nicht deshalb, in der 79. Minute für Mario Gomez (79.) raus, als Löw die Brechstange auspackte. Der 32-jährige Sturmroutinier warf sich ins Getümmel, hatte in der 87. Minute die deutsche Großchance auf Ausgleich und Tor Nr. 32 in seinem 76. Länderspiel, per Kopf. Nur: Er köpfte weit vorbei.

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Gegentorwegbereiter.

(Foto: imago/ULMER Pressebildagentur)

Sami Khedira: Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler von Juventus Turin in seinem 76. Länderspiel wie erwartet an der Seite des Kollegen Kroos auf der Doppelsechs vor der Viererabwehrkette. Er ist einer, der allein schon Kraft seiner natürlichen Autorität für Ordnung sorgt. Und so hatte er vor dem Turnier angekündigt: "Die Qualität und den absoluten Hunger auf Erfolg sehe ich auch jetzt. Es geht darum, wieder diesen Spirit zu entfachen, den andere Mannschaften nicht haben. Man kann so viel erzählen, wie man will, man muss es zeigen. Der spezielle Geist muss aus dem Team heraus kommen." Gut gesprochen, Chef. Nur hat ihm anscheinend niemand zugehört. Er sich selbst auch nicht. Er war es, der vor dem Gegentor den Ball im Mittelfeld vertändelte, anstatt ihn raus auf die rechte Seite zu spielen. Souverän jedenfalls geht anders, dabei kann er das ansonsten ganz gut. Das sah wohl auch der Bundestrainer so. Schon nach einer Stunde war Schluss, für ihn kam Marco Reus. Der größte Pechvogel des deutschen Fußballs ist tatsächlich weltmeisterlich, ein deutscher Lichtblick im Luschniki. Noch erhellender war, wie gut sich Reus einfügte, wie er das – allerdings auch behäbige – deutsche Angriffsspiel sofort belebte. Eine feine Vorlage von der Grundlinie, ein knapp verzogener Volley-Abschluss. So debütiert man – und bewirbt man sich um einen Startelf-Einsatz im kommenden Gruppen-Endspiel gegen Schweden.

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Der Lattentreffer von Toni Kroos war die beste Chance der DFB-Elf.

(Foto: AP)

Toni Kroos: Viermal hat er nun mit Real Madrid die Champions League gewonnen, zuletzt dreimal in Folge. Und Weltmeister ist er auch. Was will der Mann mit seinen 28 Jahren in seinem Berufsleben eigentlich noch erreichen? Wir vermuten: einfach noch einmal Weltmeister werden. In seinem 84. Länderspiel kam die diesmal gar nicht so lebendige Passmaschine nie ans Laufen. Oder besser: Die nervigen Mexikaner stellten sie einfach aus. Und Kroos zeigte nicht allzu großes Engagement, zum Beispiel über Zweikämpfe doch noch etwas zu reißen. Da auch das mit den Torschüssen nicht klappte, war es ein gebrauchter Abend für ihn - und somit auch für seine Mannschaft. Sechs Minuten vor der Pause setzte er einen Freistoß an die Latte, Mexikos Ochoa hatte noch die Finger im Spiel. Und eine Viertelstunde vor dem Abpfiff vergab Kroos eine weitere gute Chance nach einer Flanke von Kimmich, der ja viel in Sachen Angriff unterwegs war.

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Thomas Müller hatte augenscheinlich ein Kommunikationsproblem mit Joshua Kimmich.

(Foto: imago/VI Images)

Thomas Müller: Fünf Tore 2010 in Südafrika, fünf Tore 2014 in Brasilien - der Müllerthomas ist einer, der sich bei Weltmeisterschaften besonders wohl fühlt und mit seinen zehn WM-Treffern mehr auf dem Konto hat als jeder andere WM-Teilnehmer in Russland. "2010 war ich ein Baustein. Jetzt bin ich auch ein Baustein, aber einer, der sich vielleicht noch mehr Gedanken macht." In seinem 92. Länderspiel hatte er schon früh die Stutzen runterrutschen lassen, wohl als Zeichen seines Arbeitswillens. Half aber auch nicht, also zog er sie beizeiten wieder hoch. Er ist einer der Weltmeister von 2014, bei denen sich auch der geneigte Beobachter die Frage stellt, ob er nun vier Jahre besser geworden ist - oder einfach nur älter. Jedenfalls sollte er sich bis zum nächsten Spiel auf der rechten Seite mit dem Kollegen Kimmich einigen, wer wann nach hinten absichert. Vorschlag: Immer dann, wenn der andere irgendwo vorne herumturnt. Wobei nicht unerwähnt bleiben sollte, dass das in der zweiten Halbzeit dann schon besser klappte - aber eben nicht gut genug.

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Kann immer noch keine Mannschaft mitreißen: Mesut Özil.

(Foto: imago/Chai v.d. Laage)

Mesut Özil: Angeblich ist der 29 Jahre alte Edeltechniker des FC Arsenal ein ganz fröhliches Kerlchen, wie Julian Draxler berichtete. Fest steht aber auch, dass er, also Özil, mit seinem beharrlichen Schweigen in der Erdogan-Affäre das Binnenklima in der Mannschaft erheblich belastet hat. In seinem 91. Länderspiel zeigte er an zentraler Stelle im Mittelfeld, dass er immer noch keiner ist, der ein Team mitreißen kann, wenn es mal nicht so läuft. Aber er kann ja nichts für die Lücken in der Abwehr. Beim Gegentor von Lozano hätte er allerdings im eigenen Strafraum als einziger verbliebener Gegenspieler ruhig einmal in den Zweikampf gehen können. Das hätte notgetan, weil Kimmich fehlte und Hummels schlecht gepokert hatte. Nach zwölf Minuten hatte Özil zwar mit einem hübsch gelupften Pass auf Kimmich geglänzt, der in den Strafraum gestartet war. Heraus kam dabei allerdings nichts. Auch hier das Fazit: Er hat sich bemüht, aber es hat nicht gereicht. Trotz einiger Ballverluste insgesamt ordentlich.

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Julian Draxler konnte die von Coach Joachim Löw geschätzten Fähigkeiten nicht einbringen.

(Foto: AP)

Julian Draxler: Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler von Paris Saint-Germain wusste ja bereits am Tag vor dem Spiel, dass der Bundestrainer ihn für die Startelf auserkoren hatte. Angesichts der Tatsache, dass er damit den formstarken Reus auf der linken Angriffsseite zumindest für dieses Auftaktspiel verdrängt hat, ist das schon eine Ansage. "Ich bin ein Fan von seinen Fähigkeiten. Er ist schnell, er ist zielstrebig, er hat einen guten Torabschluss", hatte Löw geschwärmt. Und Draxler? Er hat es versucht, schoss nach einer Viertelstunde immerhin mal aufs Tor, war aber ansonsten nicht gerade der Mittelpunkt des Spiels. Wenn die DFB-Elf angriff, dann meist über die rechte Seite. Steigerte sich wie seine Kollegen in der zweiten Halbzeit, das schon. Und in seinem 45. Länderspiel war er insgesamt einer der Besseren in einer Mannschaft, die nicht den Eindruck vermittelte, bereit für dieses Turnier zu sein. Eifrig reicht halt bisweilen nicht, zumal nicht bei einer WM. Irgendjemand sollte halt auch mal ein Tor schießen. Und so sprach er wohl für alle, als er nach dem Abpfiff sagte: "So haben wir uns das nicht vorgestellt."

Timo Werner: Sein WM-Debüt feierte auch der 22 Jahre alte Leipziger, den Kollege Kimmich in dieser Woche als "Waffe" gelobhudelt hatte. In seinem 15. Länderspiel agierte Werner wie erwartet als Mittelstürmer, aber sein neuntes Tor im Trikot der Nationalmannschaft blieb ihm verwehrt. Dabei hatte er gleich zu Beginn die Chance, als er nach Pass von besagtem Kimmich den Ball flach aufs Tor schoss - aber eben auch daran vorbei. Eine stärkere Szene hatte er nach 20 Minuten, nach Kimmich-Lupfer setzte er sich gut im gegnerischen Strafraum durch, hätte dann aber besser auf Draxler gepasst, als selbst zu schießen. Eine Gelegenheit hatte er noch, in der 68. Minute. Diesmal flog der Ball weit über das Tor hinaus. Fazit: Er ist immer noch schnell. Aber natürlich stellt sich die Frage, ob der noch sehr junge Mann all die Hoffnungen, die auf ihm ruhen, auch bei einer Weltmeisterschaft erfüllen kann. Hinterher gab er sich betont gelassen, sein Motto: "Keep cool." Klar sei er enttäuscht, aber noch sei nichts verloren: "Wir sind Deutschland, wir wollen jedes Spiel gewinnen." Vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit kam für ihn der 22 Jahre alte Leverkusener Julian Brandt in die Partie. Und drei Minuten später lieferte er in seinem 17. Länderspiel den Beweis, dass bei allen Unzulänglichkeiten seines Teams auch ein wenig Pech im Spiel war: Von Strafraumgrenze schnibbelte er den Ball aufs mexikanisches Tor, der der küsste nur den Außenpfosten. Touché.

Quelle: n-tv.de