Ronda Rousey gegen Gina CaranoComeback der Käfig-Rentnerinnen rüttelt MMA-Welt wach
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Zwei Pionierinnen der Mixed Martial Arts wollen es noch einmal wissen. Das Käfig-Comeback von Ronda Rousey und Gina Carano sorgt für Aufsehen und könnte der UFC beim Event vor dem Weißen Haus sogar den Rang ablaufen.
Ein Kampfsport-Superstar kehrt zurück. Fast ein Jahrzehnt nach ihrem letzten Mixed-Martial-Arts-Kampf (MMA) wird Ronda Rousey am 16. Mai in Inglewood (Kalifornien) wieder in den Käfig steigen. Die 39-Jährige trifft auf die ebenfalls schon lange nicht mehr aktive MMA-Kämpferin und Schauspielerin Gina Carano. Austragungsort ist der Intuit Dome, in dem sonst das NBA-Team der Los Angeles Clippers seine Heimspiele bestreitet. Das Duell ist in vielerlei Hinsicht ein Superfight mit Ausrufezeichen, denn erstmals versucht sich Netflix an einem MMA-Kampf.
"Ronda ist auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass es nur eine einzige Person gibt, für die sie noch einmal in den Käfig zurückkehren würde - und dass es schon immer ihr Traum gewesen sei, genau diesen Kampf gegen mich zu machen", erklärte die 43-jährige Carano in einem Statement.
Nun treffen zwei MMA-Ikonen aufeinander. Rousey war nicht nur Champion in der Ultimate Fighting Championship (UFC), sondern zeitweise auch die bestbezahlte Sportlerin der Welt. Sie verteidigte ihren Titel sechsmal in Folge und beendete den Großteil ihrer Kämpfe vorzeitig mit Armhebeln. Ihre Kämpfe verhalfen der heutigen Elite-Organisation zu neuen Höhen und halfen, Vorurteile des Sports abzubauen. Carano hatte ihre aktive Karriere bereits 2009 beendet. Sieben ihrer acht Kämpfe konnte sie bei kleineren Organisationen gewinnen, ein Wechsel in die UFC stand lange im Raum. Als ihre Karriere endete, begann der Aufstieg von Rousey.
Beide waren in den vergangenen Jahren zwar nicht im Kampfsport aktiv, ihre Bekanntheit ist durch andere Aktivitäten aber deutlich größer geworden. Rousey ging nach ihrem letzten Kampf zur WWE. Fünf Jahre war sie als professionelle Wrestlerin eines der Aushängeschilder der Organisation, wurde auch hier Champion. Carano dagegen wechselte komplett das Genre. Sie arbeitete als Schauspielerin. Nach kleineren Auftritten in Filmen wie "Deadpool" und "Fast & Furious 6" hatte sie ihre erste feste Nebenrolle in der Erfolgsserie "The Mandalorian". Sie wurde im Februar 2021 aufgrund kontroverser Social-Media-Posts von ihrer Rolle als Cara Dune in „The Mandalorian“ entlassen, was ihr Aus in der Star-Wars-Serie besiegelte. Carano hatte in einem Instagram-Post das damalige politische Klima in den USA rund um die Corona-Politik der Biden-Regierung mit der Judenverfolgung im Holocaust verglichen.
Jetzt mischt auch Netflix bei MMA mit
Nicht nur das Comeback der beiden Kampfsport-Queens, sondern auch MVP und Netflix als Plattform sind überraschend. Denn ein mögliches Duell der beiden Käfig-Rentnerinnen war bereits 2014 eine Idee von UFC-Boss Dana White. Der Plan scheiterte damals und auch das nun angekündigte Doppel-Comeback war wohl kein Thema für die UFC. "Ich habe Dana angerufen und gefragt, ob er das realisieren kann", sagte Rousey in einem Interview bei ESPN. "Mit der UFC hat es nicht geklappt, aber es hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem wir gerade sind." Für die UFC ist die Umsetzung des Kampfes bei der Konkurrenz ein kleiner Schlag ins Gesicht. Einen Monat nach "Rousey vs Carano" hält der MMA-Riese sein Event vor dem Weißen Haus ab. Zwei der besten amerikanischen Kämpferinnen der Geschichte - noch dazu beide aus den USA - hätten der Veranstaltung mehr Glanz verliehen. Denn noch sind keine Kämpfe für den 14. Juni angekündigt.
Das Weiße Haus ist zwar eine einzigartige Lokalität für ein Sport-Event, die Netflix-Veranstaltung könnte das größte MMA-Projekt der UFC aber noch relativ leicht aushebeln, was Reichweite angeht. Veranstalter des Events ist der Boxpromoter MVP, der bereits mehrere Kämpfe des Youtubers Jake Paul zum Streamingriesen gebracht hat, unter anderem das letzte Duell gegen den ehemaligen Boxweltmeister Antony Joshua und auch den Kampf gegen Mike Tyson. Paul ist zudem Gründer von MVP und rührt jedes Mal kräftig die Werbetrommel für Events, egal ob er selbst kämpft oder nicht. Rousey sprach in einem Tweet die MMA-Fans an und versprach, dass es noch mehr geben werde.
Das Muster der MVP-Events ist oft das gleiche: Alt-Stars treffen aufeinander oder messen sich mit Influencern. Dieses Mal könnte es noch eine Nummer größer werden, denn mehrere prominente MMA-Kämpfer sind zum Zeitpunkt des Netflix-Events nicht bei anderen großen Veranstaltern unter Vertrag. Mit UFC-Legende Nate Diaz hatte MVP bereits einen Boxkampf gegen Jake Paul veranstaltet, der Ex-UFC-Champion Francis Ngannou hätte seinen hoch dotierten Vertrag bei der PFL erfüllt und wäre frei für eine neue Herausforderung. Auch wenn die UFC rein sportlich garantiert ein besseres Event auf die Beine stellen wird, wäre die globale Strahlkraft bei Netflix mit solchen Namen größer. UFC-Boss White hat eigentlich nur noch zwei Asse im Ärmel, die er spielen kann: Conor McGregor und Jon Jones. Letzterem hat er aber für das White-House-Event bereits mehrfach eine Absage erteilt.