MMA

Einzigartiger Kampf bei OktagonJungwirth kehrt als "weißer Brasilianer" in den Käfig zurück

11.04.2026, 10:00 Uhr
imageVon Michael Bauer, Stettin
00:00 / 03:17
Video poster

An der Härte fehlt es MMA-Kämpfer Christian Jungwirth nicht. Um sich auf das nächste Level zu bringen, geht der Schwabe wochenlang nach Brasilien. Für seinen nächsten Kampf braucht der 39-Jährige auch eine besondere Vorbereitung.

Mit Christian Jungwirth kehrt einer der größten deutschen MMA-Stars in den Käfig zurück. Der Schwabe tritt allerdings unter einem ganz besonderen Regelwerk gegen einen Lokalmatadoren im polnischen Stettin (heute ab 17.30 Uhr auf RTL+) an. Seine Vorbereitung machte der 39-Jährige dafür extra im brasilianischen São Paulo. Aus guten Gründen.

Die Kampfsportschule "Fighting Nerds" in der brasilianischen Metropole zählt zu den besten der Welt und ist für einen analytischen Kampfstil bekannt. "An Härte bin ich schon High Level, sagt der Trainer in Brasilien immer. Es geht bei mir darum, mehr den Kopf zu nutzen", erklärt Jungwirth im Interview mit ntv/RTL. "Du lernst Kampfsport nicht von heute auf morgen. Ich mache das erst seit neun Jahren, aber bin immer noch dabei, mich weiterzuentwickeln", so der 39-Jährige.

Oktagon 86 in Stettin ...

... am 11. April ab 17.30 Uhr LIVE auf RTL+.

pl.1772703992265

Es ist bereits Jungwirths zweites Trainingscamp in Brasilien. Der "Kelte", so sein Spitzname, hat Gefallen gefunden an Klima, Land und Leuten. Mittlerweile schlägt sogar Feijoada (brasilianischer Eintopf) die klassischen Käsespätzle. Der Wohlfühlfaktor macht sich bei der sportlichen Entwicklung bemerkbar, die bereits bei seinem letzten Kampf in München gegen Niklas Stolze zu sehen war. Agiler, schneller und überlegter kämpfte der Bopfinger. "Ich war schon immer ein explosiver Typ. Aber eine Zeit lang haben wir zu viel Wert auf Krafttraining gelegt." Jetzt stimme das Verhältnis von Härte, Kraft und Explosivität. All diese Eigenschaften wird Jungwirth bei seinem Kampf in Polen sicher brauchen.

Bei dem Duell mit der polnischen MMA-Legende Michal Materla gelten bis dato einzigartige Regeln: "Stand & Bang" bedeutet im Grunde genommen Boxen mit kleinen MMA-Handschuhen, Ellbogen und Clinch am Zaun sind erlaubt. Aber die in MMA typischen Takedowns und Tritte sind verboten, geht ein Mann zu Boden, bekommt er wie im Boxen Zeit, wieder aufzustehen. Ein spektakulärer Fight ist dadurch garantiert - wie gemacht für Jungwirth.

Das Regelwerk ist so modifiziert, weil der Pole aufgrund einer Beinverletzung keinen MMA-Kampf bestreiten kann. Materla geht als schwererer Mann in den Kampf, auch wenn man sich auf ein Gewicht von 89 Kilogramm geeinigt hat. Jungwirth kämpft normalerweise auf 77 Kilogramm. "Die Beinarbeit wird entscheidend sein", sagt der Deutsche. Gut möglich, dass man einen brasilianisch tänzelnden Jungwirth im Hauptkampf sehen wird.

Durch seine Entwicklung zum versierten Kämpfer mit brasilianischem Touch mutiert Jungwirth so langsam zum "weißen Brasilianer" der Käfigkämpfer. Das fußballerische Pendant mit diesem Spitznamen, Ansgar Brinkmann, hatte sich auf dem Platz auch immer wieder neu erfunden und seine Gegner mit Finten und Tricks überrascht. "Den kenn ich", sagt Jungwirth. "Seid gespannt, ob ich im Kampf auch etwas Neues auspacke."

Quelle: ntv.de

Mixed Martial Arts