Oktagon 83 im LiveblogLokalmatador Topallaj knackt den "mexikanischen Fels"

Bekommt Oktagon den ersten Champion aus Deutschland? Diese Chance hat Niko Samsonidse aus Berlin in Stuttgart im Titelkamof der Federgewichte. Zudem werden auch die deutsche MMA-Prinzessin Alina Dalaslan und weitere Lokalmatadoren in den Käfig steigen.
Bekommt Oktagon den ersten Champion aus Deutschland? Diese Chance hat Niko Samsonidse aus Berlin. Er kämpft bei Oktagon 83 in Stuttgart um den Titel im Federgewicht gegen den Österreicher Mago Machaev. Zudem werden auch die deutsche MMA-Prinzessin Alina Dalaslan und die Lokalmatadoren Daniel Schwindt und Arijan Topallaj in den Käfig steigen. Das Event könnt Ihr hier im Liveblog verfolgen oder im Livestream auf RTL+.
Den Auftakt in Stuttgart machte der Krefelder Harun Kurt. Er traf auf den Briten Nathan Haywood. Kurt hatte alle fünf Profikämpfe in seiner Karriere gewonnen und ist wie sein Kontrahent für spekakuläre Highkicks bekannt. Die beiden Bantamgewichte (bis 61 kg) tasteten sich die ersten zwei Minuten ab, der Deutshtürke landete einige Kicks zum Bein von Haywood, der selbst noch seinen Rhythmus finden musste. Kurt wechselte dann geschickt ins Ringen und kontrollierte das Geschehen. In der zweiten Runde legte Kurt mit einer starken Kombination aus Schlägen und Highkick gut los, Haywood ging in Deckung und verlagerte den Kampf auf den Boden.
Der Brite setzte zum Würgegriff ab, doch Kurt verteidigte die Situation gekonnt und schüttelte seinen Gegner schließlich ab. Haywood wirkt erschöpft anschließend und Kurt übernahm das Kommando. Er landete Jabs und Haken, gegen Rundenende beförderte er seinen Gegner auf den Boden und wollte den Kampf beenden, doch die Uhr rettete den britischen Rotschopf. In der dritten Runde konnte Kurt dann sein ganzes Repertoire an Kicks zeigen. Haywood war zwar stehend k.o., aber seine Deckung konnte er noch oben halten. Der Krefelder sicherte sich nach Punkten einen ungefährdeten Sieg.
Ahmad Halimson aus Berlin wollte den ersten Sieg bei Oktagon einfahren. Doch zunächst marschierte der "Lightweight Gorilla" in die Halle und ließ sich vor den 15.000 Fans von einem Barbier den Bart stutzen. Im Käfig wartete schon der Tscheche Jan Malach auf ihn. Der Leichtgewicht-Kämpfer mit der markanten Zahnlücke legte druckvoll los und presste Malach an den Käfigzaun. Mit Körperhaken setzte Halimson nach. Der Tschech löste sich zwar schnell, fing sich aber dann einen Schwinger ein und ging zu Boden. Der Berliner setzte nach und kletterte auf den Rücken seines Gegners und versuchte mit Würgegriffen den Kampf vorzeitig zu beenden - allerdings ohne Erfolg.
Halimson blieb dem Erfolgsrezept aus der ersten Runde in den beiden weiteren Runden treu: arbeiten am Käfig, dann auf dem Boden dominieren. Malach hatte nur selten eine Antwort. Gegen Ende der Runde hatte Halimson wieder den Rear-Naked-Choke angesetzt, doch die Rundenpause kam dazwischen. Der Berliner feierte anschließend seinen ersten Sieg bei Oktagon.
Nach ihrer Niederlage gegen Alina Dalaslan wollte Katharina Lehner zeigen, dass es auch anders geht. Mit Lucie Pudilová hatte sich aber eine sehr erfahrene und versierte Gegnerin vor den Fäusten. Die Deutsche machte zwar gleich Druck und versuchte, mit Schlagkombinationen ihr Ziel zu treffen, die tschechische Gegnerin zirkelte aber gekonnt und wich immer wieder aus. Mit einzelnen Kontern setzte Pudilová die größeren Ausrufezeichen.
Was es in jeder der drei Runden noch schwerer für die striking-affine Lehner machte, waren die Takedowns von Pudilová. Damit stahl sie jede Runde und war auch bei den Punktrichtern nach drei Mal fünf Minuten vorne.
Manning kostümiert sich - und siegt
Für Daniel Schwindt war es in Stuttgart ein echtes Heimspiel. Sein Einmarsch in die Halle wurde frenetisch gefeiert, sein Gegner Brian Manning dagegen heimste zwar Buhrufe, aber auch Kreativpunkte ein: Er kam kostümiert als Jigsaw - bekannt aus der Horrorfilmreihe "Saw" - auf einem Dreirad zum Käfig gefahren.
Zwischen den beiden Mittelgewichtkämpfern entwickelte sich dann ein rasantes Duell, in dem Schwindt viel aktiver war und seinen Gegner sogar schnell zu Boden brachte. Manning rappelte sich wieder auf und lauerte auf den Konter. Der sollte dann auch kommen: Rund eine Minute vor Rundenende hatte Schwindt die Deckung unten, diese Lücke nutzte der Ire für einen sauberen Treffer, der den Stuttgarter zu Boden schickte. Der Kampf war gelaufen, das Publikum verstummt. Knockout-Sieg für Manning in Runde eins.
Der aus dem baden-württembergischen Balingen kommende Arijan Topallaj hatte mit dem Mexikaner Marco Elpidio sprichwörtlich eine harte Nuss zu knacken. Denn der Mann aus Mexiko-Stadt hatte schon bei seinem ersten Auftritt im Oktagon-Käfig bewiesen, dass er ein zäher Bursche ist. So agierte Topallaj taktisch, arbeitete mit Kicks zum Körper, schnellen Vorstößen, ohne aber in Elpiodios Komfortzone – den Infight – zu kommen. Dem Mexikaner fiel in der ersten Runde nicht viel ein, auch wenn er immer wieder auf Topallajs Vorstößen antwortete – nur war der Balinger da meist schon weg.
Auch in der zweiten Runde gab der Lokalmatador den Ton an: Er fing einen Tritt des Mexikaners ab und beförderte ihn dann zu Boden. Dort arbeitete er erst mit Schlägen und suchte dann den Aufgabegriff. Aber Elpidio machte seinem Spitznamen "Der Fels" alle Ehre. Seine Widerstandsfähigkeit und seine Nehmerqualitäten hielten ihn im Kampf. In der dritten Runde bekam Elpidio dann die zweite Luft: Er rang Topallaj zu Boden und arbeitete konsequent daran, den Kampf noch zu drehen. Topallaj verteidigte fünf Minuten gut und rettete den Punktsieg über die Zeit.
Poppeck zeigt seine Skills
Alexander Poppeck war als Ersatz für den "Neandertaler" Frederic Vosgröne eingesprungen, der "Wikinger" machte es sogar noch einen Tick besser, als das viele vom eigentlich angesetzten MMA-Star erwartet hätten. Poppeck ließ seinen Gegner Samuel Chavarria so richtig alt aussehen. Er trieb den Honduraner vor sich her, riss ihn dann zu Boden und setzte ihm mit Schlägen zu. Poppeck entschied sich nach einigen Sekunden dafür, eine Submission anzusetzen. Die zeigte Wirkung und Chavarria klopfte ab. Das Publikum feierte Poppeck, der vor allem im Süden Deutschlands eine große Fanbase hat.
Es folgt der Kampf von Jorick Montagnac und Emilio Quissua...