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"Kannibale" holt Oktagon-TitelEckerlin versetzt Hamburg mit Sieg in Ekstase

07.03.2026, 19:20 Uhr
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Christian Eckerlin feierte in Hamburg einen Sieg über Matous Kohout.

Nach zwei Niederlagen in Serie will MMA-Star Eckerlin zurück auf die Siegerstraße. Der Frankfurter kann beim Spektakel in Hamburg überzeugen - doch auch die neue Generation zeigt ihr Können.

Oktagon 85 wird zur großen Bühne für MMA-Star Christian Eckerlin. Neben dem "King of GerMMAny" können auch die Top-Talente Raul Lemberanskyj und Tyrone Pfeifer überzeugen. Im Titelkampf des Abends siegt der "Hannibal Lecter" des Sports.

Eckerlin wollte gegen Matous Kohout wieder auf die Siegerstraße zurück. Der 39-Jährige dominierte seinen tschechischen Gegner in der ersten Runde nach Belieben. Ob im Stand oder am Boden, Eckerlin agierte souverän, landete Treffer und behielt die Kontrolle über das Geschehen.

In der zweiten Runde knüpfte der Frankfurter, stets mit Sprechchören vom Hamburger Publikum angefeuert, an seine Leistung an. Immer wenn Kohout Morgenluft witterte, setzte er zum Takedown an und verlagerte den Kampf auf den Boden. Selbst kleinere Fehler der Deutschen wurden an diesem Abend nicht bestraft, weil sich Eckerlin immer wieder die Kontrolle zurückholte. In der dritten Runde war zwar etwas die Luft raus, doch Eckerlin war weiter der bessere und schlauere Kämpfer. Die Punktrichter gaben den Kampf einstimmig an den deutschen MMA-Veteranen.

"Hannibal" holt den Titel

Der eigentliche Hauptkampf des Abends stand da noch aus. Der neue König im Bantamgewicht sollte zwischen Khurshed Kakhorov und Igor "Hannibal" Severino ausgefochten werden. Der Brasilianer dominierte in der ersten Runde überraschend den so erfahrenen Gelsenkirchener. Mit einem super-sauberen Striking zog er Kakhorov den Zahn, klingelte ihn mit der rechten Geraden mehrfach an. Der Deutsche ging gleich drei Mal zu Boden, konnte aber die Deckung oben behalten und im Kampf bleiben.

In der zweiten Runde gelang ihm das allerdings nicht mehr. Severino setzte erneut ein paar saubere Treffer und schickte Kakhorov zu Boden. Der 31-Jährige konnte sich von diesem Niederschlag nicht mehr erholen. Severino wurde zum neuen Champion gekrönt.

Den Auftakt in der Hansestadt machte Michael Obodozie gegen Sebastian Horvarth. Die beiden Weltergewichte verloren keine Zeit und gingen in die Offensive. Deckung spielte nur eine untergeordnete Rolle. Mit einem harten Tritt zum Bein schickte Obodozie seinen tschechischen Gegner gleich nach wenigen Sekunden zu Boden, der Deutsche setzte aber nicht richtig nach.

Fast im Gegenzug kassierte Obodozie einen harten Schwinger und ging zu Boden. Nach kurzem Gerangel um die Position am Boden rappelte sich Obodozie wieder auf. Er landete dann auch den entscheidenden rechten Haken. Horvath ging zu Boden, der Kampf war beendet.

Bei den Fliegengewichten waren dann Shawn Da Silva aus Balingen und der Brasilianer Matheus Severino an der Reihe. Es entwickelte sich ein rasantes Duell auf technisch hohem Niveau. Severino hatte zu Beginn die besseren Schlagkombinationen und blieb mit dem Highkick stets gefährlich. Der ging zwar regelmäßig in die Deckung des Deutschen, doch schien ihn ein bisschen aus dem Konzept zu bringen. Denn Da Silva agierte ungewohnt zurückhaltend und fintierte zu wenig.

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Shawn Da Silva (r.) und Matheus Severino lieferten Highspeed-Action...

So konnte sich der Brasilianer die ersten beiden Runden gegen Da Silva, in dem er zum Schluss noch einen wichtigen Takedown einbaute. Der Balinger drehte in Runde drei nochmal auf und hatte gute Treffer zu verbuchen, allerdings reichte das auf den Punktzetteln nicht mehr für den Sieg.

Ebenfalls im Fliegengewicht traten Mohammed 'No Mercy' Walid aus Dortmund und Abdullah Sultani aus Hamburg gegeneinander an. Walid hatte gleich zu Beginn einen schweren Stand, da der ringerisch-beschlagene Sultani den Kampf über weite Strecken dominierte. Der Dortmunder hatte zwar vereinzelt ordentliche Treffer auf seiner Seite, doch sein Gegner spielte seinen Vorteil im Bodenkampf geschickt aus.

Pfeifer stoppt den "German Slayer"

Tyrone Pfeifer aus Mainz nahm es mit Veteran Marek Bartl auf. Der Oktagon-Debütant hatte in der ersten Runde einen schweren Stand. In der Abtastphase hatte der Tscheche die besseren Treffer, wenn auch wenige. Auch in den Ringersequenzen war Bartl, Spitzname "The German Slayer", weil er bereits viele deutsche Kontrahenten geschlagen hatten, überlegen. In Runde zwei drehte Pfeifer den Spieß um. Die besseren Schlagkombinationen und Kicks zum Körper hinterließen Wirkung. Bartl wurde langsamer und konnte kaum noch Aktionen bringen.

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Tyrone Pfeifer (r.) nahm die Hürde Bartl...

In der dritten Runde schaltete der Mainzer nochmal einen Gang höher. Pfeifer rang seinen Gegner schnell zu Boden und zeigte sein Ringen. Er landete dann in der Oberlage und arbeitete mit Ellbogenstößen. Von Bartl kam nur noch wenig, der Ringrichter schritt ein und beendete den Kampf.

Kölner "Pistolero" gewinnt Striking-Spektakel

Bei den Federgewichten Deniz Ilbay und Adrian Hamerski wusste man im Vorfeld, dass ein Striking-Spektakel ansteht. Und der Kölner "Pistolero" und das polnische Talent enttäuschten nicht - im Gegenteil. Sowohl Ilbay als auch Hamerski hatten exzellente Box- und Kickboxpassagen. Hamerski setzte dem Deutschen mit Ellbogenstößen heftig zu, Ilbay hatte in der kurzen Distanz seine besten Momente.

In der zweiten Runde drehte Ilbay dann auf. Mit guten Kombinationen konnte er Hamerskis Rhythmus brechen. Für jeden Schlag, den der Kölner einsteckte, teilte er zwei aus. In der dritten Runde hatte er dann mit mehreren Takedowns Erfolg und konnte am Boden harte Treffer landen. Nach drei harten Runden entschieden die Punktrichter: Knapper Sieg für Deniuz Ilbay.

Quelle: ntv.de, mba

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