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MMA-Prinzessin Alina triumphiertÖsi-Bomber Machaev krönt sich zum neuen Oktagon-Champion

31.01.2026, 23:55 Uhr
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Strahlender Sieger in Stuttgart: Mago Machaev (m.) (Foto: Oktagon MMA)

Bekommt Oktagon den ersten Champion aus Deutschland? Diese Chance hat Niko Samsonidse aus Berlin in Stuttgart im Titelkampf der Federgewichte. Zudem zeigt auch die deutsche MMA-Prinzessin Alina Dalaslan ihr Können.

Der vakante Titel im Federgewicht bei Oktagon sollte in Stuttgart einen neuen Besitzer finden. Aus deutscher Sicht fand der Abend vor 13.000 Fans ein wenig erfreuliches Ende. Ein Ausrufezeichen setzte dagegen Alina Dalaslan, die sich auf dem Weg zur "Queen of MMA" befindet. Die Highlights finden Sie auf RTL+.

Zwei der besten Federgewichte Europas trafen beim Hauptkampf um den Titel aufeinander. Niko Samsonidse und Mago Machaev stehen für technisch hochanspruchsvolles MMA und sehr unterschiedliche Stile. Der schlaksige Berliner mit georgischen Wurzeln hatte Reichweitenvorteile und ein sauberes Striking, Machaev dagegen ist bekannt für sein starkes Ringen. In den ersten Sekunden erwischte der Deutsche seinen Gegner gleich mit einem Jab und schickte ihn zu Boden. Der Österreicher rappelte sich aber sofort wieder auf.

Machaev musste immer wieder die Distanz überbrücken und schaffte das nach einer Minute auch mit Bravour. Er erwischte Samsonidse mit einem heftigen linken Haken. Der Berliner ging sofort zu Boden, Machaev setzte mit einigen Schlägen nach und beendete den Kampf. Damit ist er der erste Champion aus Österreich bei Oktagon.

Dalaslan zurück im K.o.-Modus

Für MMA-Prinzessin Alina Dalaslan sollte der Kampf gegen Karolina Sobek ein echter Härtetest werden. Die Polin ist vor allem gut im Bodenkampf, ein Bereich, den die Stuttgarterin mit dem Spitznamen "Iron Fist" bislang in ihrer Karriere nicht zeigen musste. Dalaslan wusste in der ersten Runde jeglichen Versuch ihrer Gegnerin, den Kampf auf den Boden zu verlagern, abzuwehren. Im Stand war die 25-Jährige ihrer Gegnerin überlegen, landete starke Treffer zum Körper und zum Kopf.

In der zweiten Runde schaltete Dalaslan zwar einen Gang zurück, ließ die Polin aber nie zur Entfaltung kommen. Mit starken Vorstößen und krachenden Schlägen dominierte sie das Geschehen, aber noch hielt die Deckung von Sobek. In Runde drei war es dann ein Vorstoß zu viel. Zwei Schläge gingen in die Deckung, der dritte voll ins Schwarze. Dalaslan setzte nach und schickte Sobek zu Boden. Im fünften Kampf feierte die MMA-Athletin aus dem Planet Eater Gym ihren fünften Sieg.

Den Auftakt in Stuttgart machte der Krefelder Harun Kurt. Er traf auf den Briten Nathan Haywood. Kurt hatte alle fünf Profikämpfe in seiner Karriere gewonnen und ist wie sein Kontrahent für spektakuläre Highkicks bekannt. Die beiden Bantamgewichte (bis 61 kg) tasteten sich die ersten zwei Minuten ab, der Deutshtürke landete einige Kicks zum Bein von Haywood, der selbst noch seinen Rhythmus finden musste. Kurt wechselte dann geschickt ins Ringen und kontrollierte das Geschehen. In der zweiten Runde legte Kurt mit einer starken Kombination aus Schlägen und Highkick gut los, Haywood ging in Deckung und verlagerte den Kampf auf den Boden.

Oktagon 83 aus Stuttgart...

Der Brite setzte zum Würgegriff ab, doch Kurt verteidigte die Situation gekonnt und schüttelte seinen Gegner schließlich ab. Haywood wirkt erschöpft und Kurt übernahm das Kommando. Er landete Jabs und Haken, gegen Rundenende beförderte er seinen Gegner auf den Boden und wollte den Kampf beenden, doch die Uhr rettete den britischen Rotschopf. In der dritten Runde konnte Kurt dann sein ganzes Repertoire an Kicks zeigen. Haywood war zwar stehend k.o., aber seine Deckung konnte er noch oben halten. Der Krefelder sicherte sich nach Punkten einen ungefährdeten Sieg.

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Harun Kurt (r.) holte den ersten Sieg des Abends aus deutscher Sicht. (Foto: Oktagon MMA)

Ahmad Halimson aus Berlin wollte den ersten Sieg bei Oktagon einfahren. Doch zunächst marschierte der "Lightweight Gorilla" in die Halle und ließ sich vor den 13.000 Fans von einem Barbier den Bart stutzen. Im Käfig wartete schon der Tscheche Jan Malach auf ihn. Der Leichtgewicht-Kämpfer mit der markanten Zahnlücke legte druckvoll los und presste Malach an den Käfigzaun. Mit Körperhaken setzte Halimson nach. Der Tschech löste sich zwar schnell, fing sich aber dann einen Schwinger ein und ging zu Boden. Der Berliner setzte nach und kletterte auf den Rücken seines Gegners und versuchte mit Würgegriffen den Kampf vorzeitig zu beenden - allerdings ohne Erfolg.

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Ließ sich noch zurechtmachen: Ahmad Halimson.

Halimson blieb dem Erfolgsrezept aus der ersten Runde in den beiden weiteren Runden treu: arbeiten am Käfig, dann auf dem Boden dominieren. Malach hatte nur selten eine Antwort. Gegen Ende der Runde hatte Halimson wieder den Rear-Naked-Choke angesetzt, doch die Rundenpause kam dazwischen. Der Berliner feierte anschließend seinen ersten Sieg bei Oktagon.

Nach ihrer Niederlage gegen Alina Dalaslan wollte Katharina Lehner zeigen, dass es auch anders geht. Mit Lucie Pudilová hatte sich aber eine sehr erfahrene und versierte Gegnerin vor den Fäusten. Die Deutsche machte zwar gleich Druck und versuchte, mit Schlagkombinationen ihr Ziel zu treffen, die tschechische Gegnerin zirkelte aber gekonnt und wich immer wieder aus. Mit einzelnen Kontern setzte Pudilová die größeren Ausrufezeichen.

Was es in jeder der drei Runden noch schwerer für die striking-affine Lehner machte, waren die Takedowns von Pudilová. Damit stahl sie jede Runde und war auch bei den Punktrichtern nach drei Mal fünf Minuten vorne.

Manning kostümiert sich - und siegt

Für Daniel Schwindt war es in Stuttgart ein echtes Heimspiel. Sein Einmarsch in die Halle wurde frenetisch gefeiert, sein Gegner Brian Manning dagegen heimste zwar Buhrufe, aber auch Kreativpunkte ein: Er kam kostümiert als Jigsaw - bekannt aus der Horrorfilmreihe "Saw" - auf einem Dreirad zum Käfig gefahren.

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Brian Manning als Jigsaw...

Zwischen den beiden Mittelgewichtkämpfern entwickelte sich dann ein rasantes Duell, in dem Schwindt viel aktiver war und seinen Gegner sogar schnell zu Boden brachte. Manning rappelte sich wieder auf und lauerte auf den Konter. Der sollte dann auch kommen: Rund eine Minute vor Rundenende hatte Schwindt die Deckung unten, diese Lücke nutzte der Ire für einen sauberen Treffer, der den Stuttgarter zu Boden schickte. Der Kampf war gelaufen, das Publikum verstummt. Knockout-Sieg für Manning in Runde eins.

Der aus dem baden-württembergischen Balingen kommende Arijan Topallaj hatte mit dem Mexikaner Marco Elpidio sprichwörtlich eine harte Nuss zu knacken. Denn der Mann aus Mexiko-Stadt hatte schon bei seinem ersten Auftritt im Oktagon-Käfig bewiesen, dass er ein zäher Bursche ist. So agierte Topallaj taktisch, arbeitete mit Kicks zum Körper, schnellen Vorstößen, ohne aber in Elpiodios Komfortzone – den Infight – zu kommen. Dem Mexikaner fiel in der ersten Runde nicht viel ein, auch wenn er immer wieder auf Topallajs Vorstößen antwortete – nur war der Balinger da meist schon weg.

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Topallaj hatte an Elpidio zu knabbern - siegte aber nach Punkten. (Foto: Oktagon MMA)

Auch in der zweiten Runde gab der Lokalmatador den Ton an: Er fing einen Tritt des Mexikaners ab und beförderte ihn dann zu Boden. Dort arbeitete er erst mit Schlägen und suchte dann den Aufgabegriff. Aber Elpidio machte seinem Spitznamen "Der Fels" alle Ehre. Seine Widerstandsfähigkeit und seine Nehmerqualitäten hielten ihn im Kampf. In der dritten Runde bekam Elpidio dann die zweite Luft: Er rang Topallaj zu Boden und arbeitete konsequent daran, den Kampf noch zu drehen. Topallaj verteidigte fünf Minuten gut und rettete den Punktsieg über die Zeit.

Poppeck zeigt seine Skills

Alexander Poppeck war als Ersatz für den "Neandertaler" Frederic Vosgröne eingesprungen, der "Wikinger" machte es sogar noch einen Tick besser, als das viele vom eigentlich angesetzten MMA-Star erwartet hätten. Poppeck ließ seinen Gegner Samuel Chavarria so richtig alt aussehen. Er trieb den Honduraner vor sich her, riss ihn dann zu Boden und setzte ihm mit Schlägen zu. Poppeck entschied sich nach einigen Sekunden dafür, eine Submission anzusetzen. Die zeigte Wirkung und Chavarria klopfte ab. Das Publikum feierte Poppeck, der vor allem im Süden Deutschlands eine große Fanbase hat.

Der Kampf von Jorick Montagnac und Emilio Quissua nahm ein unrühmliches Ende: Montagnac knickte sehr früh im Kampf um, versuchte noch humpelnd, einige Aktionen zu setzen. Nach rund einer Minute signalisierte der Franzose, dass es nicht weitergeht. Quissua war enttäuscht, auch wenn er durch technischen Knockout den Sieg zugesprochen bekam.

Mit dem Stuttgarter Lazar Todev wollte einer der besten Schwergewichte Europas seine Klasse gegen den UFC-Veteran Josh Parisian unter Beweis stellen. Der Deutsch-Bulgare zeigte zwei Runden lang eindrucksvoll, warum er "The Punisher" genannt wird. Todev prügelte den Amerikaner nach Belieben durch den Käfig. Eine Runde hielt Parisian Stand, in den zweiten fünf Minuten beförderte Todev seinen Gegner zu Boden. Hier arbeitete der Stuttgarter mit Schlägen und schließlich mit Kniestößen gegen den Körper, ehe der Ringrichter den Kampf beendete. Eine Ende fand damit auch die Karriere von Parisian. Der US-Amerikaner legte seine Handschuhe im Oktagon nieder und sagte, dass er sich nun seinen Rollen als Familienvater und Fischer widmen wolle.

Quelle: ntv.de, mba

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