Olympia

Weltmeister, aber kein Olympiasieger De-Zordo-Aus in Speerwurf-Quali

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Drei ungültige VErsuche und kein Finale für Matthias de Zordo bei den Olympischen Spielen in London.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er ist bereits Weltmeister. Zu Olympia kommt er aber nur dank der Härtefall-Regelung des DOSB. Denn Speerwerfer Matthias de Zordo habe bereits gezeigt, "dass er es bringen kann, womöglich mit einem einzigen Wurf im Finale", so die Begründung von DOSB-Präsident Thomas Bach. Den einen Wurf im Finale wird es nicht geben.

Matthias de Zordo quälte sich, humpelte über die Anlage und stand am Ende doch mit leeren Händen da: Für den Speerwurf-Weltmeister endeten am sechsten Leichtathletik-Tag in London alle Träume von einer Olympia-Medaille bereits in der Qualfikation. Der 24-Jährige aus Saarbrücken verpasste das Finale am Samstag klar. De Zordo machte alle drei Versuche selbst ungültig, nachdem er gesehen hatte, dass der Speer jeweils nicht annähernd die 80-m-Marke erreicht hatte.

"Auf die Verletzung würde ich es nicht schieben, fehlende Vorbereitung kommt eher hin. Das soll aber alles keine Ausrede sein", sagte de Zordo, der anschließend seine Saison für beendet erlärte.

Dagegen steht der Leipziger Tino Häber, der 80,39 Meter warf, als Zwölfter ebenso im Endkampf wie der zweimalige Olympiasieger Andreas Thorkildsen (Norwegen/84,47 Meter) und Europameister Vítezslav Veselý (Tschechien) mit der Jahres-Weltbestweite von 88,34 Meter. Ausgeschieden ist Vadims Vasilevskis (Litauen/72,81 Meter), die Nummer zwei der Jahres-Weltbestenliste.

"Kann es bringen, mit einem Wurf"

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Probleme am Wurfarm

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De Zordos Quali-Aus in London war der Tiefpunkt einer völlig verkorksten Saison für den mit 88,36 Meter besten Linkshänder der Welt. Wegen einer langwierigen Ellbogen-Verletzung war der Weltmeister von 2011 nie richtig in Schwung gekommen und hatte die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geforderte A-Norm (82,00 Meter) verfehlt. Nur über die Härtefall-Regelung des DOSB war de Zordo in dn  Olympia-Kader gerutscht. Bei ihm handele es sich um einen amtierenden Weltmeister, der gezeigt habe, "dass er es bringen kann, womöglich mit einem einzigen Wurf im Finale", hatte DOSB-Präsident Thomas Bach die Nominierung verteidigt.

De Zordo selbst hatte bei seiner Ankunft in London Selbstbewusstsein demonstriert. "Ich bin hier, um vorne mitzureden, auch wenn die Vorbereitung alles andere als ideal war." Trainer Boris Henry machte seinem Schützling Mut: "Auch vergangenes Jahr hatte Matthias im Vorfeld Probleme, und er hat in viereinhalb Wochen noch die Form für den WM-Titel aufgebaut", sagte Henry.

Diesmal reichte die Zeit nicht mehr. Zwar hatte de Zordo rund drei Wochen vor den Spielen Entwarnung gegeben und gesagt, dass die Verletzung ausgeheilt sei und "ich meinen Arm wieder belasten und den Trainingsumfang verstärken kann". Doch als es drauf ankam, war de Zordo chancenlos.

Quelle: ntv.de, Patrick Storzer, sid