Olympia

Presse zum Fall Heraskewytsch "'Helm des Gedenkens' sorgt für ein PR-Desaster beim IOC"

13.02.2026, 06:46 Uhr
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Die Auseinandersetzung mit dem Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch treibt das IOC bei den Olympischen Winterspielen zur "höchsten Eskalationsstufe". Der Ukrainer darf wegen seines Helmes nicht starten, die internationale Presse kommentiert das scharf.

Der "Fall Heraskewytsch" ist der sportpolitische Skandal der Winterspiele in Mailand und Cortina - und das Internationale Olympische Komitee kommt in zahlreichen Medien nicht besonders gut weg: In Italien wirft "Corriere della Sera" den IOC-Funktionären "Heuchelei" vor, ähnlich sieht es der "Telegraph" in England.

Für den "Guardia"n ist es ein PR-Desaster für das IOC auf dessen wichtigster Bühne, für die "Sun" die größte Herausforderung in der jungen Präsidentschaft von IOC-Chefin Kirsty Coventry. "Der Konflikt", schreibt der "Standard", "hat in der höchstmöglichen Eskalationsstufe geendet."

Italien

"Corriere della Sera": "Er ist bewusst seinem Schicksal entgegengegangen, hat die tiefe Heuchelei der IOC-Funktionäre herausgefordert, und das tat er, weil er seine toten Kameraden nicht vergessen wollte: Oleksandr Peleschenko, Alina Perehudowa, Daria Kurdel, Andrei Kuzenko und alle anderen. Gleichzeitig ignoriert dasselbe Olympische Komitee ganz offen die russischen Flaggen, die in den Stadien wehen und die andere Athleten während der Wettkämpfe bei den Spielen tragen."

England

"The Guardian": "Heraskewytschs 'Helm des Gedenkens' sorgte bei den Olympischen Winterspielen für ein PR-Desaster beim IOC. Der Skeletonfahrer opferte seinen Traum vom Medaillengewinn und schaffte es, die Schrecken des Krieges in der Ukraine wieder auf die Tagesordnung zu setzen."

"The Telegraph": "Die Heuchelei des IOC im ukrainischen Helmskandal ist empörend. Das IOC hat mit seiner unsinnigen und widersprüchlichen Haltung zu Wladyslaw Heraskewytsch erneut einen Fehler begangen."

"The Sun": "Kirsty Coventry – die mächtigste Frau im Weltsport – steht vor der größten Herausforderung ihrer neunmonatigen Präsidentschaft, da sie mit den Folgen des Ausschlusses von Wladyslaw Heraskewytsch aus dem Skeleton-Wettbewerb zu kämpfen hat."

"The Times": "Der Versuch des IOC, den ukrainischen Athleten zum Schweigen zu bringen, hat seine Botschaft nur noch verstärkt. Der gesperrte Skeleton-Star Wladyslaw Heraskewytsch, dessen "Helm des Gedenkens" Sportler ehrt, die im Krieg mit Russland getötet wurden, lässt das IOC schlecht aussehen."

"Daily Mail": "Der Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Stars durch das IOC wegen seines Helms zu Ehren der Kriegsopfer stinkt nach Heuchelei, während sie Russland erlauben, sich wieder in die olympische Familie einzuschleichen."

USA

"New York Times": "Das Internationale Olympische Komitee hat weit mehr getan, als nur den ukrainischen Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch zu disqualifizieren. Es hat seinen Sport trivialisiert. Es hat seine Existenz trivialisiert."

Kanada

"The Globe and Mail": "Dank des IOC wurde der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch vom Helden zur globalen Ikone des Widerstands."

Schweiz

"Neue Zürcher Zeitung": "Der Streit um den Helm des ukrainischen Skeletonfahrers zeigt, wie einseitig das IOK die Neutralität interpretiert ... Das IOK kann den Helm von Heraskewytsch zwar verbieten, und es hat den Sportler dafür disqualifiziert. Es kann damit aber nicht verhindern, dass die zentrale Frage offensichtlich wird: Wessen Realität darf sichtbar sein, und wer wird höflich in die Mixed Zone verbannt?"

Österreich

"Der Standard": "Der Konflikt zwischen dem ukrainischen Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat in der höchstmöglichen Eskalationsstufe geendet."

Quelle: ntv.de, ter/sid