"Tate McRae ist schuld an allem"Pop-Superstar kassiert nach Olympia-Drama kuriose Vorwürfe

Jack Hughes heißt der neue Held des US-Sports. Der Eishockeystar trifft mit seinem Golden Goal im Olympiafinale Rivale Kanada ins Herz. Die kanadischen Fans nehmen dafür Popstar Tate McRae in Haftung.
Die stolze Eishockey-Nation Kanada leidet schwer: In einem hochdramatischen Olympia-Finale entreißt ausgerechnet der Erzrivale USA den Kanadiern die Gold-Medaille - und das auf die schmerzhafteste Art, per Golden Goal in der Overtime. Den Stich ins Herz versetzt ihnen Jack Hughes, ein 24-Jähriger, der sich in seiner Heimat somit schon jung zur Legende gemacht hat. Und der gerüchteweise ausgerechnet mit Tate McRae liiert ist, Kanadas größtem Pop-Star. Die in Calgary geborene Singer/Songwriterin bekommt für das historische Tor ihres Vielleicht-Freundes mächtig Ärger mit ihren Landsleuten.
"Tate McRae muss sich vielleicht von Jack Hughes trennen, wenn sie jemals wieder in ihr Land zurückkehren will", schrieb ein User auf Instagram, ein anderer stimmte zu: "Wenn Tate McRae wirklich Kanadierin wäre, würde sie sich von Jack Hughes trennen."
"Gebe ihr die Schuld für all das"
McRae, deren Songs wie die Single "Greedy" milliardenfach gestreamt werden und die in ihrer noch jungen Karriere bereits mehr als 65 Millionen Tonträger verkauft hat, erweist sich nun als vermeintliche Totengräberin des kanadischen Volkssports. Das kam so: Sie zeigte sich seit Ende vergangenen Jahres mehrfach mit dem US-Stürmer. Kurz vor Weihnachten besuchte sie ein Spiel von Hughes' New Jersey Devils. Offiziell ist die Verbindung allerdings nicht, auch zum Ausgang des Spiels um Gold äußerte sie sich nicht. Das hält Fans allerdings nicht davon ab, die 22-Jährige in die Pflicht zu nehmen: "Ich gebe Tate McRae die Schuld für all das!", brachte ein User die Stimmung scherzhaft auf den Punkt.
McRae hatte die Skepsis ihrer Landsleute schon mit einem Instagrambeitrag auf sich gezogen, in dem sie für den US-Sender NBC dessen Berichterstattung von den Winterspielen in Mailand und Cortina bewirbt. Sie werde "versuchen, nach Mailand zu kommen, um eine fantastische Eröffnungsfeier zu erleben und das Team USA zu treffen", sagte McRae in der Werbung. "Dann ist das Wochenende mit Amerikas besten Skifahrern, die um Gold kämpfen, und Lindsey Vonns epischem Comeback." Eishockey erwähnt sie nicht.
Die Reaktionen aber sind deutlich: "Als Kanadier würde mich kein Geld der Welt dazu bewegen, für ein Land zu werben, das unsere Souveränität bedroht", wird in den Kommentaren gewütet. "Mädchen, wir sind Kanadier, wir feuern bei Wintersportarten NICHT das Team USA an, besonders nicht in Zeiten wie diesen!!!" Der Wirbel war so groß, dass die Sängerin ihren mehr als neun Millionen Instagram-Followern anschließend in einer Story versichern musste: "… ihr wisst doch, dass ich voll hinter Kanada stehe." Dazu postete sie ein Bild aus ihrer Kindheit mit einem Kanada-Fähnchen.
Trump provoziert
US-Präsident Donald Trump, der den Sieg des US-Teams euphorisch gefeiert hatte, hatte erst im vergangenen Jahr vor einem Duell der beiden Teams provoziert. Er werde "heute Morgen unsere großartige amerikanische Eishockeymannschaft anrufen, um sie zum Sieg heute Abend gegen Kanada anzuspornen, das mit viel niedrigeren Steuern und viel stärkerer Sicherheit eines Tages, vielleicht schon bald, unser geschätzter und sehr wichtiger 51. Staat werden wird", schrieb Trump im Februar 2025 vor dem Finale des Vier-Nationen-Turniers auf seiner Plattform "Truth Social". Damals ging die Sache nach hinten los, Kanada gewann nach Verlängerung.
Für den neunfachen Olympiasieger Kanada ist die Finalpleite von Mailand eine der schmerzhaftesten Niederlagen in der langen Eishockey-Geschichte. Während die Fans leiden und ihren Schmerz irgendwie zu kanalisieren versuchen, strahlt auf der anderen Seite der Grenze ein neuer Held: "Als Kind, wenn man aufwächst und die Olympischen Spiele sieht, erinnert man sich irgendwie an bestimmte Momente. Ich bin mir sicher, dass dies ein Moment sein wird, über den jüngere Kinder sprechen werden: 'Hast du gesehen, wie Jack den Siegtreffer in der Verlängerung geschossen hat?'", ordnete Hughes' Teamkollege Brock Nelson die Bedeutung des Treffers für das kollektive Gedächtnis der Eishockey-Fans ein. "Ich bin mir sicher, dass dies ein Moment ist, den Kinder wahrscheinlich nachstellen und sich später in ihrem Leben selbst in dieser Situation vorstellen werden."