Olympia

"Here we go again"Olympia-Held ist panisch - und bezahlt Gold-Medaille mit Schneidezähnen

23.02.2026, 11:59 Uhr
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In einem unvergesslichen Eishockey-Finale wird Jack Hughes zum Helden: Der Stürmer schießt die USA in der Overtime zum ersten Olympia-Gold seit 46 Jahren. Zuvor hatte er bange Minuten erlebt - und eine Menge in den Triumph investiert.

Jack Hughes strahlte: Der Stürmer hatte mit seinem Treffer zum 2:1 in der Overtime gerade das US-Eishockeyteam zur ersten Goldmedaille seit 46 Jahren(!) und sich selbst schon mit 24 Jahren zur Legende geschossen, als Bilder für die Ewigkeit entstanden. Das Lachen des neuen Nationalhelden strahlte, ästhetisch wurde es der Schönheit des Augenblicks jedoch nicht gerecht, es ist eher ein Symbol der hochklassigen, dramatischen Eishockey-Schlacht, die sich die USA und Erzrivale Kanada zuvor geliefert hatten. In Hughes' Mund klaffte derweil eine zackig umrandete, blutig eingefasste Lücke: Er hat die Gold-Medaille mit seinen Schneidezähnen bezahlt.

"Ich schaute auf das Eis und sah meine Zähne", sagte Hughes, dem vor einigen Jahren in einem NHL-Spiel ebenfalls ein Zahn ausgeschlagen worden war. "Ich dachte mir: 'Nicht schon wieder.'" Hughes hatte im letzten Drittel den Schläger von Kanadas Sam Bennett ins Gesicht bekommen, es schepperte heftig und die Schneidezähne waren weg. Ein großes Problem war das nicht, Hughes machte weiter - und wollte aus dem Unfall keine große Sache machen: "Jeder Eishockeyspieler verliert irgendwann seine Zähne", meinte der US-Stürmer.

"Oh Gott, jetzt ist es soweit"

Seine Kollegen machten auch kein größeres Gewese um die Erscheinung ihres Helden: "Um ehrlich zu sein, wen interessiert das jetzt noch?", sagte Matt Boldy, der nur sechs Minuten nach Spielbeginn das andere Tor für die USA gegen Binnington erzielt hatte. "Ich glaube, mehr Leute schauen auf seine Medaille als auf seine Zähne. Ich bin mir sicher, dass es ihm gut geht."

Die schlimmsten Momente des Spiels erlebte Hughes, der ausgerechnet mit Kanadas Pop-Superstar Tate McRae liiert sein soll, ohnehin nach dem Unfall - und ihm ging es richtig schlecht: Die Schiedsrichter schickten ihn kurz vor dem Ende inmitten des kanadischen Sturmlaufs nach einem Stockvergehen auf die Strafbank. Während der Zwangspause litt der spätere Held schwer, wie er berichtete: "Ich stellte mir vor, wie ich auf einem Barhocker sitze und der Typ bin, den Amerika hasst, weil Kanada im Powerplay ein Tor schießt. Ich dachte nur: Oh mein Gott, jetzt ist es soweit", erzählte er später noch leicht gruselnd.

"Ich bin nur froh, dass wir aus dieser misslichen Lage herausgekommen sind, in die ich uns gebracht habe." Weil Goalie Connor Hellebuyck zur vielleicht besten Torwart-Leistung jemals bei Olympischen Spielen eskalierte und 40 von 41 kanadischen Schüssen auf sein Tor hielt, retteten sich die US-Boys in die Verlängerung.

Das Schicksal hatte für Hughes, der sich nach mehreren gesundheitlichen Rückschlägen in den vergangenen Jahren und Monaten ins Rampenlicht zurückkämpfte, also einen anderen Platz in der Geschichte vorgesehen. US-Stürmer Brock Nelson, dessen Onkel 1980 mit der Mannschaft Gold gewann, ordnete die neue Rolle seines jungen Teamkollegen eindrücklich ein: "Als Kind, wenn man aufwächst und die Olympischen Spiele sieht, erinnert man sich irgendwie an bestimmte Momente. Ich bin mir sicher, dass dies ein Moment sein wird, über den jüngere Kinder sprechen werden: 'Hast du gesehen, wie Jack den Siegtreffer in der Verlängerung geschossen hat?'", sagte Nelson. "Ich bin mir sicher, dass dies ein Moment ist, den Kinder wahrscheinlich nachstellen und sich später in ihrem Leben selbst in dieser Situation vorstellen werden."

Quelle: ntv.de, ter

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