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Trio-Premiere für Macbook Pro Apple zeigt neue Notebook-Dimension

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Die beiden neuen Macbook Pro Rücken an Rücken.

Apple

Apple stellt drei neue Macbook Pro vor. Die Notebooks sind schick, superdünn und nicht günstig. Dem flachen Gehäuse fallen Elemente zum Opfer, doch die neuen Geräte bringen auch spannende Neuheiten. Ist das die Laptop-Zukunft?

Wenn Unternehmen ein neues Gerät vorstellen, das mit Spannung erwartet wurde, kommt es kaum noch vor, dass es eine wirklich große Überraschung gibt. Meistens gelangen Informationshäppchen schon vorarb ins Netz. Mitunter passiert es auch, dass der Hersteller selber schlampig ist und Geheimnisse zu früh verrät – so geschehen bei Apple, das schon vor der Premierenfeier seiner neuen Macbooks einen unfreiwilligen Blick auf das Design zuließ. Gabs beim Oktober-Event in Cupertino trotzdem noch Spannung?

Die Antwort lautet: Jein. Denn natürlich hat Apple immer noch ein Ass im Ärmel, doch der große Überraschungseffekt blieb aus. Drei neue Macbooks standen auf dem Zettel, mit zwei kleineren, aber zentralen Neuerungen: Einem Fingerabdruck-Scanner und einem berührungsempfindlichen OLED-Display, das die Funktionstasten ersetzt. So weit, so bekannt.

Kein neuer Look

Am Gehäusedesign, soviel ließ sich auch schon erahnen, hat Apple nicht viel geändert - frei nach dem Motto "never change a running system". Denn die Macbooks sind optisch und haptisch ansprechende, hochwertige Geräte im robusten und edlen Alukleid. Warum daran etwas drehen? Andere Hersteller nutzen den beschränkten Gestaltungsspielraum beim Notebook-Design aus und setzen, wie Lenovo, 360-Grad-Scharniere ein oder lösen das Display vom Tastaturblock, wie Microsoft beim gerade erst aufgemotzten Surface Book.

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Subtile Änderungen: Natürlich das Display des neuen Macbook Pro besser.

(Foto: Apple)

Apples Änderungen sind subtiler. Das Macbook Pro kommt in zwei Größen und Farben (Silber, Space-Grau), beide sind dünner und leichter als ihre Vorgänger. Das 13-Zoll-Macbook ist 14,9 Millimeter dick und wiegt rund 1,36 Kilogramm. Das 15-Zoll-Modell ist 15,5 Millimeter dick und wiegt 1,81 Kilogramm. Das Force-Touch-taugliche Trackpad ist doppelt so groß wie beim Vorgänger, die Tastatur ist dünner und wurde überarbeitet, der Butterfly-Mechanismus soll Tippen besonders angenehm machen.

Natürlich ist auch das Retina-Display heller (rund 500 Nits) und kontrastreicher, stellt mehr Farben dar und ist beim 15-Zoll-Modell so dünn wie vorher ein 12-Zoll-Display. Im Innern stecken neue, schnellere Chips, ein Intel i7 mit 2133 Mhz Taktrate und eine neue Radeon-Pro-Grafikeinheit. Auch der bis zu 2 Terabyte große SSD-Speicher ist schneller als beim Vorgänger, und die Wiedergabequalität der Lautsprecher wurde verbessert. Das 13-Zoll-Modell kommt mit Intel i5 oder i7-Chip und Intel-Iris-Grafikkarte.   

Touch Bar ist der Star

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Craig Federighi demonstriert den Touch Bar.

(Foto: Apple)

Szenenapplaus gibt es aber vor allem für den Touch Bar, Apples Neuerfindung der Funktionstasten. Das OLED-Retina-Display ist multitouch-fähig und passt seine Anzeige dem Bildschirminhalt und den gebrauchten Programmen an - vor allem Produktiv-Programme können davon profitieren. Auch Grundeinstellungen wie Bildschirmhelligkeit oder Lautstärke können hier mit einem Wisch angepasst werden.

Die Möglichkeiten sind theoretisch unendlich - in Apples Präsentation waren zum Beispiel Textformatierung, Wortvorschläge oder Emojis für E-Mail- und iMessage zu sehen. Außerdem Navigationsflächen für den Browser oder Bearbeitungsmöglichkeiten für Fotos oder Videos, zum Beispiel in Photoshop oder Final Cut. Auch Microsoft bietet für einige Office-Apps Touch-Bar-Unterstützung. Pluspunkt: Nutzer können den Touch Bar selbst anpassen und Symbole und Schaltflächen hinzufügen oder entfernen.

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Die drei neuen Macbook Pro Seite an Seite.

(Foto: Apple)

Am rechten Rand des Touch Bar sitzt im Ein/Aus-Schalter der Finger-Scanner Touch ID - auch dieser funktioniert so, wie es vorhergesagt wurde und dient nicht nur zum Entsperren des Geräts, sondern erlaubt auch sicheres Online-Shopping. Ein eigener Chip speichert die Informationen sicher auf dem Gerät ab. Wenn mehrere Nutzer auf dem Gerät angemeldet sind, reicht eine Berührung mit dem Finger, um zwischen den Benutzerprofilen zu wechseln. 

Thunderbolt und sonst nichts

Ein neueres und dünneres Gehäuse bedeutet aber auch: Anschlüsse und liebgewonnene Steckplätze fallen weg. Die neuen Macbook Pro haben vier multifunktionale Thunderbolt-3-Anschlüsse in USB-C-Form und einen Kopfhörer-Ausgang - sonst nichts. Ein Steckplatz für SD-Karten fehlt. Thunderbolt ersetzt Ladestecker, Displayport, HDMI und VGA-Anschlüsse und unterstützt USB 3.1. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass ein Ladekabel beliebig an jeden der vier Steckplätze angesteckt werden kann. 

Nach dem großen Auftritt der Pro-Notebooks hatte auch das neue Macbook Air seinen Auftritt - dachte man. Doch es heißt es nun nicht mehr Macbook Air, wie im Vorfeld erwartet. Stattdessen stellt Apple den beiden Pros noch ein weiteres Pro zur Seite, dieses allerdings mit traditionellen Funktionstasten und nur zwei Thunderbolt-Ports. Die Begründung: Die neuen Pros sind ohnehin kompakter und flacher als das aktuelle Macbook Air.

Das Basis-Modell ist ab sofort bestellbar, die beiden Modelle mit Touch Bar werden laut Apple in zwei bis drei Wochen ausgeliefert. In den Verkauf gehen die neuen Macbook Pros mit der jeweiligen Basis-Ausstattung für 1699, 1999 und 2699 Euro.

Quelle: n-tv.de

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