Technik

Mobilfunk-Messe abgesagt Coronavirus zwingt MWC in die Knie

Es ist eines der wichtigsten Branchentreffen der Mobilfunkunternehmen - der Mobile World Congress in Barcelona. Aus Sorge um das Coronavirus sagen die Veranstalter die Schau nun ab. Bereits zuvor hatten etliche Konzerne ihre Teilnahmezusage zurückgezogen.

Die weltweit wichtigste Mobilfunk-Messe MWC wird in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Gefahr abgesagt. In einer Stellungnahme von Messechef John Hoffman hieß es, die weltweite Sorge bezüglich der Ausbruch der Coronavirus-Krankheit, Bedenken bei Reisen und andere Umstände machten es "unmöglich für die GSMA, an dem Ereignis festzuhalten", teilte die Mobilfunk-Anbieter-Vereinigung (GSMA) mit.

Zuvor hatten viele große Aussteller angekündigt, dem für Ende Februar angesetzten Branchentreff fernzubleiben. Zu ihnen gehörte auch die Deutsche Telekom. Ferner hatte der Konkurrent Vodafone eine Teilnahme in Barcelona abgesagt, auch die britische BT macht ebenso wie der Netzwerkausrüster Nokia um die katalanische Metropole einen Bogen. Auch Konzerne aus den USA und aus Japan hatten bereits angekündigt, auf eine Teilnahme zu verzichten. Große chinesische Firmen, darunter Huawei, hatten dagegen erklärt, zu dem Treffen zu kommen.

Die Leitmesse der Branche, die in diesem Jahr für den Zeitraum zwischen dem 24. und dem 27. Februar angesetzt war, zieht in der Regel mehr als 100.000 Besucher an. Ursprünglich waren mehr als 2800 Aussteller erwartet worden. Für Barcelona ist sie auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - der Effekt für das Gastgewerbe und andere Branchen wird von der GSMA auf nahezu eine halbe Milliarde Euro geschätzt.

Die Organisatoren hatten nach den ersten Absagen zunächst noch versucht, die Teilnehmer mit zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu beruhigen. Außerdem sollte allen Reisenden aus der chinesischen Krisenprovinz Hubei der Zugang zum MWC verwehrt werden. Personen, die sich in China aufhielten, sollten den Nachweis erbringen, dass sie das Land vor mindestens 14 Tagen verlassen haben.

*Datenschutz

Dem neuartigen Coronavirus sind auf dem chinesischen Festland bisher nach offiziellen Angaben mehr als 1100 Menschen erlegen. Bei mehr als 44.000 Menschen ist eine Infektion mit dem Virus bestätigt, das inzwischen den Namen Sars-CoV-19 erhielt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa