Technik
Bald gibt es keine unbespielten und originalverpackten VHS-Kassetten mehr zu kaufen.
Bald gibt es keine unbespielten und originalverpackten VHS-Kassetten mehr zu kaufen.(Foto: Wikipedia/Groink/http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)
Freitag, 03. Juli 2015

Die letzten sind im Handel: Die VHS-Kassette stirbt endgültig aus

Wer noch einen VHS-Videorekorder nutzt, wird bald für neue Aufnahmen alte überspielen müssen. Denn wahrscheinlich gibt es Ende des Jahres keine passenden Kassetten mehr zu kaufen.

1976 wurden in Japan die ersten VHS-Rekorder verkauft. VHS ist die Abkürzung für das von der japanischen Firma JVC entwickelte Video Home System, das sich zunächst gegen Sonys Betamax und das von Grundig und Philipps favorisierte VCR/Video2000 durchsetzen musste, bevor es in den 80er Jahren weltweit zum Standard in Wohnzimmern wurde.

Datenträger bei VHS-Systemen sind Kassetten, in denen sich ein Magnetband befindet. Die maximale Auflösung der Aufnahmen ist bescheiden, VHS wurde noch für Röhrenfernseher im 4:3-Format entwickelt. Die Bildqualität ist nicht mit der von digitalen Medien vergleichbar und lässt mit wiederholtem Gebrauch schnell nach.

Als in den 2000ern DVD-Rekorder und -Rohlinge immer preiswerter wurden, ging die VHS-Ära zu Ende. Bereits im Jahr 2008 wurden in Deutschland nur noch 200.000 VHS-Kassetten verkauft - 1999 waren es noch fast 40 Millionen. Am 28. Oktober 2008 gab JVC bekannt, keine VHS-Geräte mehr herzustellen. Der letzte Hersteller von passenden Kassetten stellte kurz danach die Produktion ein.

So lange der Vorrat reicht

Fast sieben Jahre später gibt es aber immer noch VHS-Kassetten zu kaufen, bei Amazon und Ebay finden sich noch einige Angebote. Selbst große Elektronikhändler wie Media Markt führen noch Leerkassetten im Online-Angebot. Doch die Lager könnten bald geräumt sein. Die deutsche SK GmbH & Co. KG behauptet jetzt nämlich in einer PR-Mitteilung, die "weltweit allerletzten erhältlichen Bänder" erstanden zu haben und unter ihren Marken Platinum und Xlyne auf den Markt zu bringen - "so lange der Vorrat reicht."

"Heise Online" hat nachgefragt, ob es sich dabei tatsächlich um die "allerletzten" VHS-Kassetten handelt. SK-Geschäftsführer Jörg Hellweg teilte der Webseite  mit, er wisse es nicht "ganz genau", aber eine weltweite Suche nach Alternativen sei ergebnislos geblieben. "Heise Online" kam bei einer Recherche zum gleichen Ergebnis. Die also offenbar tatsächlich allerletzten VHS-Kassetten dürften schnell vergriffen sein. Sein Unternehmen verkaufe monatlich noch fünfstellige Stückzahlen, sagt Hellweg.

Quelle: n-tv.de