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Warentest vergleicht Kompakte Die besten Kameras mit Superzoom

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Die Nikon P900 mit 83-fachem Zoom gewinnt bei Stiftung Warentest.

(Foto: Nikon)

Stiftung Warentest vergleicht 14 kompakte Digitalkameras mit extremem Zoom. Sie holen Motive nah heran und eignen sich für tolle Makro-Fotos. Doch nicht alle überzeugen im Test - viel Zoom ist nicht alles und teuer ist nicht gleich gut.

Wer eine Kamera mit Superzoom hat, kann Dinge aufs Foto bannen, die mit dem bloßen Auge kaum sichtbar, weil schlicht zu weit entfernt sind. Die Kuppel des Berliner Fernsehturms aus über 4 Kilometer Distanz bildfüllend aufnehmen? Kein Problem, zumindest für eine Kamera mit extremem Teleobjektiv. Doch nicht nur dafür eignen sich die Zoom-Knipsen. Auch für beeindruckende Nahaufnahmen oder das perspektivische Spiel mit der Tiefe kann es nützlich sein, ein Objektiv mit viel Brennweitenspielraum zu haben. Doch Zoom ist nicht alles: Die Bildqualität ist mindestens genauso wichtig und auf Reisen kommt es auch auf Größe und Gewicht an.

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Wie die Bildgestaltung durch Tele- und Weitwinkelobjektive beeinflusst wird, zeigt dieser Vergleich.

(Foto: Stiftung Warentest / P. Knaak)

Bei den 14 kompakten Digitalkameras, die Stiftung Warentest miteinander verglichen hat, gilt wie auch sonst oft in der Fotografie: Wer beste Leistung will, muss mehr Größe und Gewicht in Kauf nehmen. Der Testsieger, die Nikon Coolpix P900, wiegt fast ein Kilogramm, ähnlich viel wie eine digitale Spiegelreflexkamera mit Objektiv. Dafür gibt es ein extremes Tele mit 83-fachem Zoom (das entspricht an einer Kleinbildkamera einer Brennweite von rund 2000 mm), ein insgesamt gutes Bild und sehr hohe Auflösung.

Nikon und Canon führen

Unter den großen Kompaktkameras mit extrastarkem Zoom belegen Nikons Coolpix-Modelle die ersten drei Plätze, die P900 erreicht die Testnote 2,2 (gut), die P610 bringt es auf 2,3 (gut), die L840 schafft mit 2,6 nur "befriedigend". Punkten kann die P900 gegenüber ihren Schwestermodellen durch einen guten Verwackelungsschutz - besonders wichtig bei langen Brennweiten. Die Canon Powershot SX530 HS erreicht den vierten Platz unter den Extra-Zoomern. Sie bietet mehr Gestaltungsspielraum bei den Belichtungszeiten und ist leichter.   

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Die Canon Powershot SX710 HS ist die beste unter den kleinen Kompakten.

(Foto: Canon)

Es geht aber auch deutlich kleiner und kompakter: Wer seine Kamera im Handgepäck mitnehmen oder sie unterwegs in der Handtasche verstauen möchte, sollte auf eine der kleinen Kompakten mit starkem Zoom zurückgreifen. Die leichteste Kamera im Test, die Nikon Coolpix S7000, wiegt nur 162 Gramm. In der Gesamtwertung belegt sie den fünften von acht Plätzen. Beste unter den kleinen Zoom-Wundern ist die Canon Powershot SX710 HS. Sie ist in der Farbwiedergabe und bei wenig Licht sogar besser als die Nikon, hat aber weniger Zoom - der 30-fache Zoomfaktor entspricht an einer Kleinbildkamera "nur" 715 Millimeter.

Farbwiedergabe kann Probleme bereiten

In Sachen Bildqualität erreichen zehn der getesteten Kameras eine gute Note, darunter vier Modelle mit extrastarkem Zoom. Verbogene Geraden, Farbsäume oder dunkle Bildecken sind für die neuen Kompakten kein Problem. Insgesamt schneiden 7 der 14 Kameras im Test gut ab (beste Bewertung: 2,2), der Rest erzielt die Note "befriedigend". Probleme bereitet manchen Superzoom-Kameras die Farbwiedergabe. Neun Testmodelle erzielten dabei nur befriedigende Ergebnisse, überzeugen konnten die Powershot-Kameras von Canon sowie die große Nikon Coolpix L840. Bei wenig Licht sank zudem die Bildqualität deutlich, hier bekamen nur die Canon Powershot SX710 HS, die Panasonic Lumix DMC-TZ71 und die Nikon Coolpix L840 ein "gut". Die Sony Cyber-shot DSC-HX90V liefert bei wenig Licht die schlechtesten Bilder und ist auch insgesamt das Schlusslicht.

Wer auf einen digitalen Sucher nicht verzichten will, kommt bei den kleinen Kompakten an der Lumix DMC-TZ71 nicht vorbei, sie ist die einzige im Test mit diesem Ausstattungsmerkmal. Die beiden besten Großen (Coolpix P900 und P610) haben zusätzlich zum Display ebenfalls einen elektronischen Sucher. Für ambitionierte Fotografen, die mit Rohdaten arbeiten wollen, dienen sich die Olympus Stylus SH-2 oder die Lumix DMC-TZ71 an. Das längste Durchhaltevermögen hat die große Coolpix L840 - laut Hersteller nimmt sie 590 Bilder mit einer Akkuladung auf, alle anderen Modelle im Test schaffen nicht mehr als 390 Bilder.

WLAN haben fast alle Modelle, ein NFC-Chip ist in 10 der 14 Kameras verbaut. Nur das Schlusslicht im Test der Großen, die Canon Powershot SX410 IS, muss auf beides verzichten. Touchscreens sind dagegen noch Mangelware, lediglich die Olympus Stylus SH-2 hat einen berührungsempfindlichen Bildschirm.     

Preisbewusste Nutzer bekommen mit der kleinen Nikon Coolpix S7000 das beste Angebot, die Kamera kostet im Schnitt nur 184 Euro. Der Testsieger unter den kleinen, die Powershot SX710 HS, schlägt mit 292 Euro zu Buche, richtig teuer ist das Schlusslicht, die Sony Cyber-shot DSC HX90V, mit durchschnittlich 470 Euro. Teurer ist da nur der Testsieger: Für die Coolpix P900 werden satte 570 Euro fällig. Die zweitplatzierte P610 kostet nur rund 355 Euro, für die L840 fallen durchschnittlich 211 Euro an.

Quelle: n-tv.de, jwa

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