Technik

Bluetooth-Klangkünstler im Test Diese In-Ear-Kopfhörer sind ihr Geld wert

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In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth sind unterwegs besonders praktisch.

(Foto: jwa)

In-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth sind die praktischste Art, unterwegs Musik zu hören. Doch welche taugen etwas? Muss es immer gleich ein teures Modell sein? Im Test zeigt sich, dass man auch für wenig Geld viel bekommt.

Beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit, im Büro oder im Zug und Flieger - für viele Menschen gehört Musik zum Alltag, auch und gerade wenn sie unterwegs sind. Logisch, dass da das Geschäft mit Kopfhörern boomt. Besonders praktisch, vielseitig einsetzbar und kompakt: Drahtlose In-Ear-Kopfhörer, die sich über Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. n-tv.de hat vier Modelle getestet.

Guter Sound ist nicht alles

Wer sich entschließt, einen Bluetooth-Kopfhörer mit In-Ear-Steckern zu kaufen, muss abgesehen vom Sound noch weitere Faktoren beachten. Denn die kompakten und leichten Alltagsbegleiter sollen nicht nur gut klingen. Sie müssen auch gut sitzen und nicht aus dem Ohr rutschen, möglichst lange durchhalten und per Kabelfernbedienung Zugriff auf die wichtigsten Funktionen bieten. Auch die Aufbewahrungsmöglichkeit spielt eine Rolle.

Alle Geräte im Test werden den Grundanforderungen gerecht, sie kommen mit einer Aufbewahrungstasche, mehreren Ohrstöpseln in verschiedenen Größen sowie speziellen Haken, um ihren Halt bei starker Bewegung zu verbessern. Doch der günstigste kostet unter 30 Euro, das teuerste Modell rund 130 Euro. Womit rechtfertigt sich dieser Unterschied? Gibt es neben dem Klang noch weitere Eigenschaften, die die teuren Modelle von den günstigen unterscheiden?

Günstiger Verkaufs-Hit

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Günstig und gut: Die Anker Soundbuds Sport.

(Foto: jwa)

Ein Verkaufsschlager sind die Anker Soundbuds Sport. Zum Preis von rund 30 Euro bekommen Käufer ein anständiges Paar Bluetooth-Kopfhörer, die allen Ansprüchen gerecht werden. Eine Kabelfernbedienung gibt es nicht, alle Bedienelemente sind an den relativ großen Kopfhörer-Elementen untergebracht. Rechts ist die An/Aus-Taste, links zwei kleine Tasten für die Lautstärke sowie der Steckplatz für das Micro-USB-Ladekabel. Vorteil dieser Lösung: Das Kabel liegt glatt um den Nacken und bleibt nirgendwo hängen. Dafür sind die Tasten aber zu Beginn nur schwer auszumachen, und wenn man am Ohrhörer mit tastenden Fingern auf die Suche geht, rutschen die Stöpsel schnell aus dem Ohr und verlieren ihren stabilen Halt.

Der Klang ist ordentlich und angenehm warm, die Wiedergabe ist gut abgestimmt und ausbalanciert. Bässe kommen druckvoll, Mitten und Höhen klingen klar, ohne überbetont zu sein oder zu scheppern. Kein Frequenzbereich steht übermäßig im Vordergrund. Für idealen Halt im Ohr sind Gummibügel sowie Ohrstöpsel in verschiedenen Größen im Lieferumfang enthalten, ein kleines Täschchen mit selbstschließendem Verschluss bewahrt die Soundbuds sicher auf. Die Laufzeit beträgt ungefähr 8 Stunden, bei Nichtgebrauch lassen sich beide Ohrhörer per Magnet zusammenklippen. Gegen Schweiß und Spritzwasser sind sie nach IPX4-Zertifikat geschützt, zum Schwimmen taugen sie aber nicht.

Klein und sicher verwahrt

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Kompakt und leicht: Brainwavz Blu-100.

(Foto: jwa)

Etwas kleiner und dezenter als die insgesamt recht großen Anker Soundbuds kommen die Blu-100 von Brainwavz. Rund 60 Euro kosten die Kopfhörer momentan. Sie haben eine Kabelfernbedienung mit drei Tasten, in der auch ein Mikrofon zum Telefonieren steckt. Geladen werden sie über einen Steckplatz, der sich im rechten Ohrhörer verbirgt.  Im Vergleich zu den Soundbuds können die Blu-100 deutlich lauter tönen. Dafür ist das Klangbild nicht ganz so sauber und klar wie bei den Anker-Hörern.

Sitzen sie einmal richtig im Ohr, liefern sie ebenfalls guten Klang und einen angenehmen Bass, klingen aber im direkten Vergleich verwaschener und im Tiefenbereich nicht ganz so kräftig. Die Laufzeit gibt Brainwavz mit durchschnittlich vier Stunden an. Im Lieferumfang sind verschiedene Ohrstöpsel sowie ein Paar Gummihaken für festen Sitz im Ohr enthalten, eine stabile Transportbox mit Textilüberzug und Reißverschluss bewahrt die Kopfhörer sicher auf. Ihr Vorteil liegt in der Größe: Weil sie klein und leicht sind, ist es einfacher, sie fest im Ohr zu platzieren, um einen guten Klang zu erreichen.

Edelhörer mit Spitzenklang

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Edle Soundprofis: Optoma Nuforce BE6.

(Foto: jwa)

Trotzdem: Im Vergleich zu den anderen Testgeräten schneiden die Blu-100 beim Klang am schlechtesten ab. Ein echter Qualitätssprung im Vergleich zu den Brainwavz-Hörern sind die Nuforce BE6 von Optoma. Die Hörer sind ähnlich kompakt wie die Brainwavz, aber aus edel anmutendem Aluminium gefertigt. Das Flachkabel ist dicker und dadurch weniger flexibel und etwas steifer. Wie bei den Anker Soundbuds haften beide Hörer mittels Magneten aneinander, eine Kabelfernbedienung erlaubt auch hier Telefongespräche. Zur Aufbewahrung gibt es eine flache, stabile Transportbox mit Reißverschluss. Silkonstöpsel in verschiedenen Größen liegen bei, gegen Spitzwasser sind die BE6 nach IPX3 geschützt. Die Laufzeit gibt Optoma mit bis zu 6 Stunden an.

Im Test liefern sie ein herausragendes Klangbild mit sattem Bass und klaren Mitten und Höhen, im direkten Vergleich zu den anderen Testgeräten fällt auf, dass der Sound sehr voll und voluminös ist – hier bekommt man ein High-End-Gefühl, das sich bei den anderen In-Ears höchstens dann einstellen will, wenn sie perfekt im Ohr sitzen, und das gelingt auch mit den passenden Ohrstöpseln und den Hilfs-Gummihaken nicht immer.

Vielleicht liegt's bei den BE6 auch am etwas anderen Konzept: Statt der sonst üblichen Haken setzt Optoma auf dezentere und etwas festere Gummibügel, die je nach Ohr besseren Sitz versprechen. Im Test waren es die einzigen, die über längere Zeit zuverlässig und fest im Ohr blieben, aber das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, denn kein Ohr gleicht dem anderen.   

Hoher Preis, guter Sound

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Massives Gehäuse: Die Jabra Rox Wireless.

(Foto: jwa)

Die teuersten Kopfhörer im Test sind zugleich die sperrigsten. Die Jabra Rox Wireless haben recht große Ohrhörer, bei denen es etwas schwieriger ist, sie sicher und fest ins Ohr zu stecken. Auch hier helfen verschieden große Ohrstöpsel, außerdem Gummibügel in drei Größen. Der Sound ist toll, wenn die Hörer richtig im Ohr sitzen. Das Klangbild ist klar ausdefiniert, Bässe klingen etwas zurückhaltender als bei den BE6, aber immer noch sehr klar und kräftig, dafür sind die Mitten etwas mehr im Vordergrund, Höhen klingen kristallklar.

Die Kopfhörer haften ebenfalls per Magnet zusammen, ein Stromsparmodus springt automatisch an und hilft beim Akkusparen. Auch mit den Jabra Rox kann man telefonieren, die Kabelfernbedienung dient auch hier als Kontrollzentrale für Musik und Telefongespräche und beherbergt das Mikrofon. Die Laufzeit gibt Jabra mit maximal 5,5 Stunden an, im Standby-Betrieb sollen die Rox Wireless bis zu 18 Tage in Bereitschaft bleiben. Schade: Trotz des relativ hohen Preises von 130 Euro gibt es kein stabiles Transport-Case, sondern nur einen Beutel, der selbst im Vergleich zum Täschchen des 100 Euro günstigeren Anker-Kopfhörers etwas billig wirkt. 

Nach dem Test mit vier Modellen ist klar: Es kommt nicht unbedingt auf den Preis an. Die Jabra Rox sitzen gut im Ohr, wenn man einmal die richtige Kombination aus Ohrstöpsel und -bügel gefunden hat. Vor allem klanglich ist der Unterschied zu den günstigsten im Test aber nicht so groß, dass ein Aufpreis von 100 Euro gerechtfertigt ist. Testsieger sind die Nuforce BE6 von Optoma mit Spitzenklang, gutem Sitz und toller Verarbeitung. Preis-Leistungssieger sind die Soundbuds Sport von Anker, die für rund 30 Euro gut klingen, alle wichtigen Funktionen mitbringen und zudem noch den besten Schutz gegen Wasser und Schweiß haben.

Quelle: n-tv.de

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