Technik

Outdoor, Büro oder Gaming Drei externe SSD-Speicher im Vergleich

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Die Western Digital My Passport SSD, die Kingston HyperX Savage Exo und die Sandisk Extreme Portable SSD.

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Kompakte externe SSDs werden immer günstiger und können die ideale Lösung sein, wenn der Speicher bei Notebooks oder anderen Geräten knapp wird. n-tv.de hat drei mobile Speicher für Fotografen, Allrounder oder Gamer ausprobiert. Jede SSD hat ihre Stärken, aber auch Schwächen.

Vor nicht allzu langer Zeit waren externe SSDs noch sündhaft teuer und viele Nutzer griffen lieber zu herkömmlichen HDD-Speichern, die ein weitaus besseres Preis-Leistungs-Verhältnis boten. Doch inzwischen sind externe SSDs kein Luxusartikel mehr und es lohnt sich, für sie etwas mehr Geld auszugeben. Denn die Flash-Speicher sind nicht nur wesentlich schneller als mechanische, magnetische Festplatten. Sie sind außerdem ziemlich unempfindlich gegen Stöße und kompakter, was sie zu perfekten Medien für den mobilen Einsatz macht. Und entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil sind sie trotz einer beschränkten Anzahl von Schreibzyklen auch ziemlich langlebig.

n-tv.de hat drei externe SSD-Speicher von Sandisk, Kingston und Western Digital ausprobiert, die unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden. Alle drei Geräte verfügen über USB 3.1 der zweiten Generation, haben USB-C-Eingänge und bieten entweder ein zusätzliches USB-C- auf USB-A-Kabel oder einen entsprechenden Adapter im Lieferumfang. Die Schreib- und Lesegeschwindigkeiten der externen SSDs wurden am Thunderbolt-Eingang eines MacBook Pro (2016) mit den Tools AJA System Test Lite und Blackmagic Disk Speed Test gemessen.

Backup-Profi

My Passport ist bisher die einzige externe SSD von Western Digital. Mit 256 Gigabyte (GB) Kapazität ist sie für rund 85 Euro zu haben, die 500-GB-Variante gibt's im Online-Handel ab etwa 130 Euro. n-tv.de hat das Modell mit einem Terabyte (TB) zugeschickt bekommen, das aktuell ab knapp 200 Euro angeboten wird.

Das Gerät hat ein schickes Gehäuse im Metall-Look, das einen recht robusten Eindruck macht, obwohl es komplett aus Plastik gefertigt ist. Es ist nicht gegen Feuchtigkeit oder Spritzwasser geschützt, die SSD soll aber Stürze aus bis zu zwei Metern überstehen.

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Kingston liefert ein zusätzliches USB-C- auf USB-A-Kabel mit, die beiden anderen Hersteller Adapter.

(Foto: kwe)

Der Speicher ist nicht für den Outdoor-Einsatz gedacht, sondern vor allem als Allrounder für Backups im Büro oder zu Hause. Dafür stellt Western Digital kostenlos Software zur Verfügung, unter anderem um das Medium zu verschlüsseln und automatische Datensicherungen durchzuführen.

Bei der Geschwindigkeitsmessung zeigte der Speicher gute Leistungen, auch wenn er den angegebenen Bestwert von 515 Megabyte pro Sekunde (MB/s) nicht ganz erreichte. Im Aja-Test las die SSD 4 GB Videodaten (4K-Full) mit rund 420 MB/s aus. Dafür gab sie beim Schreiben mit fast 400 MB/s Gas. Die Werte blieben auch bei einem 16 GB großen Datenpaket mit 419 und 394 MB/s fast unverändert. Im Blackmagic Disk Speed Test erreichte die My Passport bei 2 GB Lese-Geschwindigkeiten um 425 MB/s und ein Schreib-Tempo von fast 305 MB/s. Mit 5 GB legte sie mit rund 435 und 345 MB/s eine Schippe drauf.

Damit bot die Western Digital My Passport SSD im n-tv.de-Vergleich insgesamt eine solide Vorstellung, die im Alltag eine zügige Datensicherungen garantiert. Auch das Software-Paket überzeugt. Allerdings sind die Geschwindigkeiten eher durchschnittlich und die SSD wurde bei längerer Belastung recht heiß.

SSD für Spieler

Die von Kingston hergestellte HyperX Savage Exo soll durch Design und Leistung vor allem Gamer glücklich machen. Mit einem 960 GB großen Speicher bestückt ist sie für rund 200 Euro im Angebot, n-tv.de hat die SSD mit 480 GB ausprobiert, für die man etwa 115 Euro hinblättern muss.

Das Gehäuse der HyperX Savage Exo ist ebenfalls komplett aus Kunststoff gefertigt und mit 56 Gramm noch leichter als die My Passport. Das Gerät wirkt aber ebenfalls sehr solide und dürfte Stürze vom Tisch locker wegstecken. Einen Staub- oder Wasserschutz bietet sie allerdings nicht.

Mit knapp 510 MB/s beim Lesen und 420 MB/s beim Schreiben von Daten lieferte die Kingston-SSD im Aja-Test bei 4 GB eine glänzende Vorstellung. Bei 16 GB fielen die Werte aber auf rund 490 und 190 MB/s ab. Beim Blackmagic Disk Speed Test zeigte die HyperX Savage Exo dagegen bei 2 und 5 GB mit 465 und 455 sowie 415 und 457 MB/s durchgehend eine starke Leistung - vor allem beim Schreiben von Daten.

Der Unterschied könnte daran liegen, dass der Aja-Test vorwiegend für die Verarbeitung von Videos ausgelegt ist, Kingston seine SSD aber fürs Gaming optimiert hat, was der Blackmagic-Test vielleicht besser wiederspiegelt. Alles in allem überzeugte der Speicher mit einem hohen Tempo und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Kingston bietet für das Gerät keine kostenlose Backup-Software an, was Gamer aber kaum interessieren wird.

Speicher für Fotosafaris

Die Sandisk Extreme Portable SSD ist - wie ihr Name verspricht - der perfekte Speicher für den Outdoor-Einsatz auf Foto- und Videosafaris. Ihr gummiertes Plastik-Gehäuse macht einen fast unverwüstlichen Eindruck und das Gerät ist nach IP55 vor Wasser und Staub geschützt. Dass die SSD etwas aushalten kann, zeigt auch die rote Öse, mit der man sie an einen Karabinerhaken hängen kann.

Die Sandisk Extreme Ultra Portable SSD kostet mit 500 GB etwa 110 Euro, mit 1 TB erhält man sie für knapp 215 Euro. n-tv.de hat das Modell mit 250 GB ausprobiert, das man für rund 80 Euro bekommt.

In den Tests konnte das Sandisk-Gerät nicht ganz mit der Konkurrenz mithalten. Im Aja-Test erreichte sie bei 4 und 16 GB Lese-Geschwindigkeiten von 490 und 515 MB/s sowie ein Schreib-Tempo von 200 und 230 MB/s. Im Blackmagic Disk Speed Test las die Extreme Portable bei 2 und 5 GB Daten mit 425 und 434 MB/s, beim Schreiben erreichte sie rund 300 und 347 MB/s.

Der Tempo-Rückstand könnte mit der geringeren Kapazität des Test-Speichers zu tun haben. Größere SSDs sind nämlich unter Umständen schneller, da mehr Zellen gleichzeitig beschrieben werden können. Aus dem gleichen Grund sind sie übrigens auch etwas langlebiger, da die maximalen Schreibzyklen später erreicht werden, wenn die Daten auf mehr Speichereinheiten verteilt werden. Der Verdacht, dass besser bestückte Portable SSDs von Sandisk schneller sind, wird durch Tests diverser Tech-Medien gestützt, in denen die höheren Kapazitäten besser abschnitten.

Im Alltag ist der Tempo-Unterschied wohl deutlich weniger zu spüren als die Zahlen vermuten lassen, ein 4,1 GB großer Test-Ordner mit knapp 150 Fotos war in rund 18 Sekunden auf die SSD geschrieben. Für Fotografen und Videofilmer ist hier wohl eher die sehr robuste Bauweise wichtig, die die Konkurrenz so nicht zu bieten hat.

Quelle: n-tv.de

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