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Week Roll Over steht bevor Fällt am 6. April das Navi aus?

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Die meisten Navigationsgeräte kommen mit dem Week Roll Over problemlos zurecht.

(Foto: imago images / localpic)

Meldungen, wonach Navigationsgeräte wegen des sogenannten "Week Roll Over" am 6. April den Geist aufgeben könnten, verunsichern Autofahrer. Um was geht es und welche Geräte sind betroffen?

Es kursieren Berichte im Internet, wonach am 6. April Millionen Navigationsgeräte ausfallen könnten, weil an diesem Tag der "Week Roll Over" stattfindet. Dabei handelt es sich um eine Zeitumstellung im US-amerikanischen GPS-System, bei der ihr Wochenzähler auf 0 zurückgesetzt wird. Dies ist nötig, weil diese Informationen nur mit 10 Bit gespeichert werden. Daraus resultiert, dass höchstens 2 hoch 10 ganzzahlige Werte abgebildet werden können. Also ist nach 1024 Wochen Schluss und es geht von vorne los.

Nur ältere Geräte gefährdet

1024 Wochen entsprechen einem Zeitraum von ungefähr 20 Jahren. Aus dieser Zeit sind wohl kaum noch Geräte im Betrieb. Der ADAC schätzt aber, dass es theoretisch bei Navis zu Problemen kommen könnte, die vor 2010 gebaut wurden. Es drohen Funktionsstörungen, im schlimmsten Fall auch ein Totalausfall.

Theoretisch. Denn zum GAU könnte es nur kommen, wenn ein Gerät die Wochenangaben zur Positionsbestimmung nutzt, was aber nicht der Fall ist. Die Satelliten senden zwar neben ihrer Kennung und ihrer Position auf ihrer Umlaufbahn auch Zeitinformationen. Sie dienen aber dazu, festzustellen, wie lange das Signal unterwegs zur Erde war, um so den Abstand zwischen Navi und Satelliten zu bestimmen. Die Wochenangabe ist dafür irrelevant. Der SWR schreibt, diese Informationen benötigten beispielsweise GPS-Armbanduhren oder Zeitserver, die absolut korrekte Uhrzeiten liefern, unter anderem um Anwendungen zu synchronisieren. Teilweise trifft dies auch auf Systeme in Autos zu.

Bei neueren Geräten sollte der "Week Roll Over" aber bereits berücksichtigt sein und sie sollten die Umstellung problemlos mitmachen. Ist dies nicht der Fall, genügt gewöhnlich ein Update, um Probleme zu vermeiden oder nachträglich zu beheben. Der ADAC fordert, "dass die Anbieter Firmware-Updates anbieten, die die betroffenen Navis wieder voll funktionsfähig machen. Wenn dies in Einzelfällen nicht möglich ist, sollten die betroffenen Kunden zumindest einen freiwilligen Zuschuss zum Kauf eines neuen Navigationsgerätes erhalten." Außerdem rät der ADAC Autofahrern, unbedingt noch heute zu prüfen, ob ihr Gerät die aktuellste Firmware hat.

Hersteller bleiben entspannt

Wie groß die Gefahr durch den "Week Roll Over" tatsächlich ist, zeigen Antworten von Auto- und Navi-Herstellern auf ADAC-Anfragen. Grundsätzlich werden keine Komplikationen erwartet. Nissan schreibt, Navis, die vor 2007 auf den Markt gekommen sind, könnten betroffen sein. "Aber für diese Systeme wurde bereits seit 2015 kein neues Kartenmaterial mehr veröffentlicht, was die Probleme einschränkt. Generell sollten die Navigationssysteme aber funktionsfähig bleiben und die GPS-Ortung wie gewohnt funktionieren."

In Renaults könnten die Multimediasysteme R-LINK, R-LINK Evolution und Carminat TomTom betroffen sein, wenn sie kein Update vor dem 6. April erhalten. Aber lediglich beim TomTom-System könne die Navigation "einfrieren", schreibt der ADAC. Ansonsten droht die Uhr auszufallen oder die Ankunftszeit könnte nicht angezeigt werden. Außerdem hat die Umstellung möglicherweise Einfluss auf vernetzte Dienste (E-Mail, Wetter) und Fahrzeugvoreinstellungen (Bezahlzeit/Elektrofahrzeuge). Die Software-Updates gibt es für die R-LINK-Systeme über Renault Easy Connect, für das TomTom-System auf einer speziellen Support-Seite.

Quelle: n-tv.de, kwe

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