Technik

"Gran Turismo" als Grundlage Neue KI von Sony soll das Fahren revolutionieren

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Sony hatte die Sophy-KI gegen die besten "Gran Turismo"-Fahrer antreten lassen.

(Foto: Sony)

Die neue künstliche Intelligenz von Sony passt sich in Echtzeit den Begebenheiten einer Rennstrecke und dem Fahrverhalten anderer Rennfahrer an. Was in der Rennsimulation "Gran Turismo" bereits funktioniert, soll auch neue Möglichkeiten in Bereichen wie autonomen Fahren und Robotik bieten.

Der japanische Elektronik- und Medienkonzern beansprucht einen Durchbruch bei der künstlichen Intelligenz (KI), der auch bei selbstfahrenden Autos und der Robotik Anwendung finden könne. Das Programm mit dem Namen "GT Sophy" habe die weltbesten menschlichen Fahrer bei dem Playstation-Rennspiel "Gran Turismo" besiegt, teilte Sony mit.

In einem parallel veröffentlichten Forschungsbericht in dem Wissenschaftsmagazin "Nature" heißt es, dies zeige die Anwendbarkeit derartiger Techniken für die Steuerung komplexer dynamischer Systeme in Echtzeit. Die Entwicklung eröffne neben "ihrem Beitrag für die Gaming-Community" auch "neue Möglichkeiten in Bereichen wie autonome Rennen, autonomes Fahren, Hochgeschwindigkeitsrobotik und -steuerung", erklärte Sony-AI-Chef Hiroaki Kitano.

Die Ergebnisse der Studie basierten auf zwei Tests, in denen "GT Sophy" bereits in der Rennsimulation in KI-gesteuerten Autos eingesetzt wurde. Jeweils im Juli und im Oktober 2021 seien auf drei verschiedenen Rennstrecken jeweils vier Sophy-Fahrzeuge gegen vier von E-Sportlern gesteuerte Autos angetreten. Im ersten Kräftemessen habe die KI noch schlechter abgeschnitten. Beim zweiten Anlauf im Oktober hatte "GT Sophy" bereits gelernt, das Auto optimal zu nutzen und die beste Linie auf den Rennstrecken zu finden. Die menschlichen Spieler waren unterlegen. Die Erkenntnisse zur Fahroptimierung habe die KI beispielsweise aus Fahrstil, Windschatten und der Entwicklung des Reifengrips gezogen.

In der Online-Präsentation für Medien schickte Sony erneut vier Sophy-Rennwagen gegen vier der besten "Gran Turismo"-Fahrer auf die Piste. Alle Fahrzeuge waren vom Typ Porsche 911 RSR. Im Rennen über drei Runden zeigten die KI-Fahrzeuge zumindest kleine Lerneffekte, basierend auf dem Fahrstil der menschlichen Fahrer und den Streckenbegebenheiten. Einer der KI-Rennwagen attackierte einen der menschlichen Fahrer permanent mit teilweise riskanten Überholmanövern.

"Gran Turismo" gilt als realistische Rennsimulation, die erstmals 1997 erschien. In Zusammenarbeit mit Nissan hatte Sony eine Akademie gegründet, die den Weg vom virtuellen Rennfahrer zum Profi bereiten soll. 16 Teilnehmer starteten auf diesem Weg eine Motorsportkarriere.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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