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Switch-Version im Test Nintendo lässt es in "Super Smash Bros." ultimativ krachen

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74 Fighter aus und abseits des Nintendo-Universum dreschen in "Super Smash Bros. Ultimate" aufeinander ein.

Die Wohnzimmer-Schlachten sind eröffnet: Nintendo liefert mit "Super Smash Bros. Ultimate" ein Prügelspiel, das in toller Optik den Mario-Charme versprüht, ohne brutal daherzukommen. Der neueste Teil der Reihe überrascht dazu mit einem tollen Kampagnenmodus.

Wenn Super Mario, Donkey Kong, Link aus Zelda, das berühmte Pokémon Pikachu und Mega Man in einem Spiel aufeinandertreffen und sich ordentlich auf die Mütze geben, kann das nur eines bedeuten: Es ist Zeit für "Super Smash Bros. Ultimate". Die Prügelsimulation von Nintendo gibt's jetzt endlich für die Switch und der Konsolensprung gelingt dem beliebten Serienableger überraschend gut. Der Grund dafür sind die vielen verschiedenen Modi, mit denen Smash Bros. zu begeistern weiß.

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Vor allem den neuen Abenteuermodus darf man als äußerst gelungen bezeichnen. Gleich zu Beginn der Story versammeln sich alle 74 Charaktere des Spiels, um sich einem übermächtigen Gegner aus Schöpferhänden entgegen zu stellen. Die Helden des Nintendo-Universums sind chancenlos und werden von Lichtstrahlen erfasst und in eine Art Schattenwelt verbannt. Nur der kugelförmige Vielfraß Kirby kann den Angriff überleben und muss seine Kollegen Schritt für Schritt befreien. Das passiert auf einer großen Weltkarte, die recht nostalgisch an den SNES-Klassier "Super Mario World" erinnert. In Duellen mit dem Computer wird der Spieler hier bereits ordentlich gefordert.

Dabei heißt es nicht nur draufkloppen, was das Zeug hält - die Aufgaben variieren bei vielen Gegnern. Mal flieht man vor einem Wachroboter, mal muss man fliehende Figuren selbst einfangen. Der Schwierigkeitsgrad dürfte insbesondere Anfängern hier einige Probleme bereiten.

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Ryu aus Street Fighter kickt Wario - in "Smash Bros." trifft sich das Nintendo-Universum im Ring.

Im Prinzip bleibt die Switch-Variante der "Smash Bros."-Serie treu. Es gilt, den Gegner aus dem Bildschirm der Spielwelt zu befördern. Dafür muss dieser natürlich ordentlich verdroschen werden. Es wird kein Lebensbalken abgearbeitet, sondern bis zu einer bestimmten Schadensprozente-Grenze gekämpft - ist diese erreicht, ist der Gegner "reif für den Abschuss". Dazu können die zahlreichen Angriffskombinationen der einzelnen Charaktere, aber auch bestimmte Items wie Hämmer, Kanonen oder Schildkrötenpanzer genutzt werden.

Wenn die Arena zum Gegner wird

Im Gegensatz zu anderen Kampf-Simulationen spielt bei den Smash Bros. das Level bzw. die Arena eine gewichtige Rolle - denn viele der 103 Kampfplattformen sind dynamisch, dazu kann der Spieler die Begebenheiten zum Sieg nutzen. Eine Arena besteht beispielsweise aus einem permanent herabstürzenden Felsen, auf dem regelmäßig weitere kleinere Gesteinsbrocken einschlagen.

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Die Arenen können riesig, herausfordernd und interaktiv sein.

So muss sich der Spieler über zahlreiche Zwischenbosse zum Endgegner durchschlagen. Alle Charaktere, die im Laufe dieser Kampagne befreit werden, kämpfen fortan an Kirbys Seite. Gleichzeitig werden sie auch für die anderen Modi freigeschaltet. Das funktioniert ebenfalls über den klassischen Stage-Modus, in dem der Spieler mit einem der acht Basischaraktere zehn knifflige Kämpfe überstehen muss.

Dazu bietet der Smash-Modus eine Menge Spaß für bis zu vier Spieler gleichzeitig. Ob jeder gegen jeden, im Team oder in Turnierform - auch hier überzeugt Nintendo durch Vielfalt. Die Varianten lassen sich ebenfalls online spielen. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist das in Ultimate erstmals praktikabel, auch wenn es immer noch Verzögerungen und Lags gibt. Anfängern ist dieser Modus, der noch zusätzlich vier Euro pro Monat kostet, ohnehin nicht zu empfehlen. An die Steuerung des Spiels gewöhnt man sich schnell, wirklich gut wird man aber nur mit viel Übung und mit experimentieren.

Wo ist der Erklär-Bär?

Ein Manko des Spiels ist das fehlende Tutorial. Das mag bei einer Fighting-Simulation für Stirnrunzeln sorgen, doch Nintendo wirft den Spieler einfach komplett ins kalte Wasser. Rund um die einzelnen Spiel-Modi wird ebenfalls wenig erklärt, so dass viele interessante Möglichkeiten im Verborgenen bleiben.

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Figuren wie der Rathalos (r.) aus Capcoms "Monster Hunter" haben es ebenfalls ins Kämpfer-Roster geschafft.

Ist man erst einmal in das Spiel eingetaucht, zieht der tolle Comic-Look sofort in seinen Bann. Die liebevollen Animationen, wenn man einen Gegner ins Aus befördert, kommen in Full-HD daher, in der Handheld-Variante sind es immerhin noch 720p Auflösung.

Die Liebe zum Detail und zu den Eigenheiten der Figuren ist für Nintendo-Verhältnisse außergewöhnlich. Farbklekse und Explosionsstaub bleiben erst einmal an den einzelnen Figuren haften. Die K.o.-Sequenzen werden dann noch einmal durch ein Heranzoomen und passenden Sternenschweif gekonnt in Szene gesetzt. Gespielt werden kann dazu sowohl mit GameCube-Controller, den Joy-Cons oder dem Switch Pro Controller.

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Wer gedacht hat, aus der "Smash Bros."-Serie ist nichts mehr herauszuholen, wird mit dem Ultimate-Titel eines Besseren belehrt. Abwechslungsreiche Varianten, eine tolle Optik und der gewohnte Nintendo-Charme, sowie die unzähligen Figuren, die zur Überraschung beim einen oder anderen Charakter nicht aus dem Kosmos des japanischen Entwicklers stammen, machen das Spiel zu einem Muss für Liebhaber - und zu einer echten Bereicherung für Fans von Party-tauglichen Videospielen.

"Super Smash Bros. Ultimate" ist seit dem 7. Dezember für die Nintendo Switch erhältlich.

 

Quelle: n-tv.de

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