Technik

123456 Plemplem-Passwörter sind in

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Was sind denn Sonderzeichen?

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Sicherheitsfirma Imperva hat die Gelegenheit gehabt, 32 Millionen Passwörter auszuwerten, die 2009 bei einer Sicherheitspanne ungewollt veröffentlicht wurden. Die Experten müssen sich vor Verwunderung die Augen gerieben haben: Denn das meistverwendete Passwort ist "123456". Kaum zu glauben, aber wahr. Die Leute, die das getan haben, sollten wissen, dass Maschinen nur in Filmen bei dummen Eingaben den Geist aufgeben. Echte "Crawler" nehmen das Geschenk dankbar an.

Auch nicht raffinierter sind die Nutzer der zweitplatzierten Kombination "12345" oder der Nummer 3 "123456789". Bei so viel Leichtsinn darf man sich schon fragen, ob solche Leute bis 10 zählen können.

Wörtlich genommen

"Password" als Passwort zu wählen zeugt auch nicht von mehr Intelligenz. Auf Platz 5 thront der Klassiker "iloveyou". Vielleicht sind die Anhänger ja verliebt und daher nicht zurechnungsfähig. Oder der Tod von Michael Jackson hat sie um den Verstand gebracht.

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Wie wär's mit "123meins"?

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Dass amerikanische Männer Tochter, Geliebte oder Haustier gerne "princess" nennen, erraten vielleicht sogar russische Hacker. Von einem "sicheren Passwort" kann auch beim Sechstplatzierten nicht die Rede sein.

Total fetzig sind vermutlich die Typen, die sich für "rockyou" entschieden haben. Cyberkriminelle finden sie auf jeden Fall cool.

Auf den Plätzen 8 und 9 setzt sich das Elend des Spitzenduos fort: "1234567" und "12345678".

Die Nutzer, deren Passwort es auf Platz 10 geschafft hat, haben die Aufgabe, nicht nur Zahlen bzw. Buchstaben zu verwenden, mit Bravour gelöst. Sicherheitsleute brechen aber auch bei "abc123" in Tränen aus.

Seien Sie schlauer!

Wie man's nicht machen soll, haben wir jetzt gesehen. Aber wie sieht ein sicheres Passwort aus? Die Experten vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) haben dazu einige Tipps aufgeschrieben:

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Wer bei Microsofts Kennwortprüfer "grünes Licht" bekommt, hat ein relativ sicheres Passwort gewählt.

Es sollte mindestens acht Zeichen lang sein. Tabu sind allerdings Namen von Familienmitgliedern, des Haustieres, des besten Freundes, des Lieblingsstars usw. Und wenn möglich sollte es nicht in Wörterbüchern vorkommen. Zusätzlich sollte es auch Sonderzeichen (?!%...…) und Ziffern enthalten. Dabei sollten allzu gängige Varianten vermieden werden, also nicht 1234abcd usw. Einfache Ziffern am Ende des Passwortes anhängen oder eines der üblichen Sonderzeichen $, !, ?, #, am Anfang oder Ende eines ansonsten simplen Passwortes ist auch nicht empfehlenswert.

Sehr praktisch, um festzustellen, ob das gewählte Passwort sicher genug ist,  sind Online-Kennwortprüfer. Empfehlenswert ist beispielsweise Microsofts Kennwortprüfer. Penibler bei der Beurteilung ist der Passwortcheck des Züricher Datenschutzbeauftragten. Allerdings geben Nutzer hier ihre Kombinationen sichtbar ein. Um sicherzugehen, dass kein Unbefugter das Passwort zu Gesicht bekommt, sollte das Fenster bzw. der Tab nach dem Test unbedingt geschlossen werden.

Quelle: ntv.de, kwe