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Samsung bekennt Farbe Galaxy S3 sticht in See

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Das Galaxy S3 ist ein würdiger Nachfolger des S2.

In London stellt Samsung sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S3 vor. Die fast 2000 Zuschauer der Mega-Show werden nicht enttäuscht. Dem südkoreanischen Branchen-Primus ist ein würdiger Nachfolger seines Verkaufsschlagers Galaxy S2 gelungen, der neben einem fantastischen Display viel Verständnis für seine Nutzer zeigt.

Die Erwartungen an Samsungs nächstes Galaxy-S-Smartphone waren riesengroß. Manche wünschten sich ein kraftstrotzendes Designwunder, andere einfach eine gelungene Weiterentwicklung des Galaxy S2. Und genau das hat Samsung gemacht. Das Galaxy S3 ist ein würdiger Nachfolger, keine Revolution. Wer das S2 gemocht hat, wird Samsungs neue S-Klasse lieben.

Das Galaxy S3 ist ein schlichtes, aber sehr schönes Smartphone. Der 4,8 Zoll große Bildschirm wird nur von einem ganz schmalen Rahmen eingefasst, wodurch das Gerät viel kleiner wirkt, als es tatsächlich ist. Dazu trägt auch der glatte, abgerundete Akku-Deckel bei, den Samsung entweder mit weißem oder blauem Klavierlack im Metall-Look anbietet. Insgesamt misst das Telefon äußerst schlanke 136,6 x 70,6 x 8,6 Millimeter und wiegt nur 133 Gramm. Das Gehäuse ist auch beim Galaxy S3 aus Plastik – und das ist gut so.

Das HD-Super-AMOLED-Display bietet 720 x 1280 Pixel, was einer Punktdichte von 306 Pixeln pro Zoll (dpi) entspricht. Dadurch liefert das Galaxy S3 in jeder Situation ein gestochen scharfes Bild, bei dem kritische Nutzer vergeblich nach einzelnen Pixeln suchen. Samsung ist es aber auch gelungen, das Display ebenso brillant, farbintensiv und kontrastreich wie den Bildschirm des Galaxy S2 zu gestalten.

Alles an seinem Platz

Unter dem Display befinden sich der beibehaltene physische Home-Button sowie Menü- und Zurück-Taste. Darüber sitzt eine 1,9-Megapixel-Kamera, die Videos in 720p aufnehmen kann. Wie gehabt, befindet sich auf der linken Seite der Lautstärke-Regler, rechts der Einschalter, oben die Kopfhörerbuchse und unten der Micro-USB-Anschluss.

Angetrieben wird das Samsung-Flaggschiff vom bärenstarken Prozessor Exynos 4 Quad, dessen Kerne mit 1,4 Gigahertz getaktet sind und der eine sehr leistungsfähige Grafikabteilung (GPU) hat. Der Arbeitsspeicher (RAM) ist 1 Gigabyte groß. So ausgestattet ist das Galaxy S3 ein wahrer Multitasking-Champion. Beispielsweise ist es möglich, ein laufendes HD-Video als Miniatur auf den Startbildschirm zu legen ("Pop up play"), eine beliebig weitere Anwendungen zu starten und dann wieder zum Vollbild-Video zurückzukehren.

Intern stattet Samsung das Gerät zum Verkaufsstart wahlweise mit 16 oder 32 Gigabyte Speicher (ROM) aus, eine 64-Gigabyte-Version soll folgen. Unter dem abnehmbaren Plastikdeckel können Nutzer wie beim Vorgänger-Modell den Speicher via microSD-Karte erweitern und den 2100 Milliamperestunden starken Akku bei Bedarf wechseln. Beides sind Vorteile, die ein möglicherweise schickeres Design mit geschlossenem Unibody nicht aufwiegen kann.

Ein Nahfeld-Chip ist in allen Ländern an Bord des Galaxy S3. Unter anderem in Deutschland liefert Samsung das Smartphone allerdings ohne ein Modul für den neuen Mobilfunkstandard LTE aus, hier bleibt den Nutzern das schnelle Datennetz HSPA+ mit bis zu 21 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). In den USA, Japan und Südkorea, wo der Ausbau weiter vorangeschritten ist, wird Samsung eine LTE-Version des Galaxy S3 verkaufen. Ansonsten lässt Samsung bei Sensoren oder der Konnektivität keine Wünsche offen. Neu ist die WLAN-Kanal-Bündelung, die die Bandbreite verdoppelt.

Kamera zoomt selbstständig auf Gesichter

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Beim S3 kann man den Akku wechseln.

Auf der Rückseite befindet sich der Lautsprecher und eine 8-Megapixel-Kamera mit Blitz, die durch einen eigenen Chip sofort bereit ist und unter anderem aus Serienbildern (bis zu 3,3 Fotos pro Sekunde, maximal 20) automatisch das am besten gelungene heraussucht. Beispielsweise erkennt die Software, ob eine Person auf einem Foto die Augen geöffnet oder geschlossen hat. Ebenso zoomt die Kamera auf Wunsch selbstständig auf Gesichter. Aus dem Fotoalbum heraus kann das Galaxy S3 auch eine Porträt-Diashow erstellen.

Nutzer können, während sie ein Full-HD-Video (1080p) aufnehmen, gleichzeitig Fotos machen und wie einige schnell geschossene Testfotos zeigen, kommt die Kamera recht rauscharm durch kritische Lichtsituationen. Die verbesserte rückwärtige Belichtung (Backside Illumination) soll außerdem Bewegungsunschärfe lindern. Im Fotoalbum sortiert das Smartphone Bilder automatisch über Gesichtserkennung nach Gruppen, wenn zu Kontakten Fotos hinzugefügt wurden.

Samsung hat nicht nur an der Hardware-Schraube gedreht, sondern möchte Nutzern durch viele neue Funktionen das Leben leichter machen. Hierzu hat der Hersteller dem Betriebssystem Android 4,0 für seine Oberfläche Touchwiz hinzugefügt. "Designt für Menschen und von der Natur inspiriert" lautet Samsungs Motto für das neue Smartphone. Um dies zu verdeutlichen, reagiert der Sperr-Bildschirm auf eine Berührung wie eine Wasseroberfläche und aus dem Lautsprecher hört man dazu ein Blubb. Ebenso sollen die Farben Weiß und Blau symbolisch für die Elemente Wind, Wasser und Luft stehen. In Zukunft will Samsung sein Flaggschiff auch in weiteren "natürlichen" Farben streichen.

Samsung hat das Galaxy S3 mit einer Gesichtserkennung ausgestattet, die die Augenbewegungen verfolgt und "ahnen" soll, was der Nutzer machen möchte ("Smart stay"). Solange man auf den Bildschirm blickt, bleibt er aktiv. Auch der Näherungssensor wurde entsprechend angepasst. Wenn beispielsweise eine SMS eintrifft, genügt es, das Gerät ans Ohr zu halten, um den Absender anzurufen.

Smart Alert erinnert an einen verpassten Anruf

Hat man einen Anruf oder eine Nachricht verpasst, erinnert einen das Telefon mit einem dezenten Vibrieren daran (Smart Alert). Und um Apples Siri zu zeigen, wie der Hase läuft, kann der Nutzer per Sprachsteuerung ("S Voice") jetzt auch Applikationen starten und steuern, zum Beispiel ein Foto auf Befehl machen. Der Bildschirm lässt sich durch ein frei wählbares Kommando entsperren.

Bei "S Beam" (Android Beam) nutzt Samsung den NFC, um Daten zwischen Galaxy-S3-Geräten auszutauschen, indem man die beiden Telefone aneinander hält. Ein1 Gigabyte großes Video soll so in rund drei Minuten übertragen werden. Für die Verbindung mit DLNA-fähigen Geräten ist wie beim Galaxy S2 "AllShare" verantwortlich. Dabei kann man via "Screen Share" innerhalb eines WLAN-Netzes den Bildschirm seines Galaxy S3 auf anderen Geräten anzeigen und dabei Notizen in Echtzeit übertragen. "AllShare Cast" soll das Galaxy S3 sogar zu einem Gaming-Controler machen.

Wie schon HTC hat jetzt auch Samsung den Cloud-Speicher Dropbox integriert, wobei Nutzern für zwei Jahre 50 Gigabyte gratis zur Verfügung gestellt werden. Neben den Touchwiz-üblichen Hubs (Spiele, Video, Musik) ist auch die Medien-App Flipboard vorinstalliert.

Unter anderem, weil das Galaxy S3 der Werbestar der Olympischen Spiele in London sein soll, bringt Samsung sein neues Flaggschiff Ende Mai zunächst in Europa auf den Markt. Der Rest der Welt muss sich noch bis zum Sommer gedulden. Einen Preis hat Samsung noch nicht mitgeteilt, er wird sich aber sehr sicher zwischen 600 und 700 Euro bewegen.

Quelle: n-tv.de

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24.07.09