Technik

Helfen per Mausklick Spenden-Portal im Internet

Ob "Missio", "Caritas" oder "Unicef" - auf Spenden sind sie alle angewiesen. Mehr als 8000 Organisationen sammeln in Deutschland für wohltätige Zwecke. In diesem Dickicht aber eine Organisation zu finden, der man gerne sein teuer verdientes Geld spendet, ist nicht leicht. Und dann muss man den guten Vorsatz auch noch bei der Bank umsetzen.

Um all das zu erleichtern, hat Harald Meurer mit helpdirect.org das erste projektorientierte Spendenportal in Deutschland gegründet. "Ich kam aus Sri Lanka zurück und wollte etwas tun, wirklich etwas bewegen. Nicht nur mit einer kleinen Spende das Gewissen beruhigen", erinnert sich Meurer. Zwei Jahre brütete er, wie man den Charity- Gedanken in Deutschland fördern könnte. Dann ging er im Januar 2000 mit "helpdirect.org" online. "Im ersten Jahr haben wir direkt ein Spendenvolumen von 250.000 DM umgesetzt, 2001 waren es rund 600.000 DM", sagt Meurer.

Geld verdient er dabei nicht. "Helpdirect " ist ein gemeinnütziger Verein, den Meurer samt zweier Mitarbeiter ehrenamtlich betreibt. "Bei uns ist alles ganz schlicht, sonst könnten wir unseren Service gar nicht kostenlos anbieten", sagt er.

Ähnlich einfach ist auch der Internet-Auftritt von "Helpdirect". Nach vier Klicks ist die Spende auf den Weg gebracht: Über ein Stichwort, zum Beispiel "Frauen", gelangt man per Suchmaschine zu zahlreichen Frauen-Projekten. Wählt man eines aus, liegt auf der entsprechenden Seite der Link für ein Überweisungsformular. Die Spende geht dann nicht erst an "helpdirect", sondern direkt an die jeweilige Hilfsorganisation.

"Wir arbeiten fast nur mit Organisationen zusammen, die ein Spenden-Gütesiegel haben ", erklärt Meurer. Ein solches Siegel vergibt seit zehn Jahren das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit Sitz in Berlin. DZI-Geschäftsführer Burkhard Wilke arbeitet mit Meurer eng zusammen. "Die Seite von 'helpdirect' zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine falschen Erwartungen weckt, was die Seriosität der verschiedenen Hilfsorganisationen angeht, sagt Wilke.

Andere Spendenportale, wie das Deutsche Spendeninstitut Krefeld (DSK), verleihen neben den DZI-Gutachten ein eigenes Siegel. Nach Wilkes Einschätzung sind diese aber kein Seriositätsurteil. Insgesamt steht der DZI-Geschäftsführer der Notwendigkeit von Spendenportalen skeptisch gegenüber: "Spender haben nicht so sehr das Problem, geeignete Hilfsorganisationen oder Projekte zu finden. Sie wollen vielmehr wissen, wer solide und effektiv arbeitet und wer nicht." Dazu sei aber nach wie vor ein unabhängiges Institut wie das DZI notwendig. "helpdirect"-Chef Meurer sieht Bedarf sehr wohl gegeben.

Pannen wurmen ihn nach eigenen Angaben maßlos. Unlängst hatten sich Spender beschwert, weil ihr Geld auch nach Wochen noch nicht abgebucht worden war. Nachforschungen ergaben, dass bei der betreffenden Hilfsorganisation die zuständige Sachbearbeiterin einen längeren Urlaub angetreten hatte. "So was ärgert mich wahnsinnig. Wir versuchen als Ehrenämtler alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um das Spenden möglichst leicht und bequem zu machen. Und dann trödeln so ein paar Hauptamtliche rum. "

von Dörte Tewes, dpa

Quelle: n-tv.de