Technik

Asus zeigt Haushaltshelfer Zenbo Süßer Roboter wird zum Familienmitglied

Asus zeigt auf der Technikmesse Computex einen smarten Heimroboter. Zenbo rollt, spricht, klimpert mit den Augen und hilft überall, wo er gebraucht wird. Ist das nur niedlich oder auch gruselig?

Das Essen brutzelt auf dem Herd, die Hände schnippeln Gemüse. Plötzlich klingelt es an der Tür, auf dem Haustelefon ruft der Sohn an, der Ehemann stellt dumme Fragen, die gelangweilte Tochter nörgelt und will eine Geschichte hören. Ein Albtraum? Ja, aber im Leben von Claire Lancaster, Mutter und Managerin der Lancasters, geht es tatsächlich turbulent zu. Wie schön wäre da ein Helferlein, ein freundlicher Assistent, der im Haushalt hilft, an Termine erinnert und immer zur Stelle ist, wenn man ihn braucht. Aber Moment mal, den gibt es ja schon! Vorhang auf für Zenbo, den smarten Heimroboter von Asus.

Ein modernes Helferlein

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Asus Zenbo: ein neuer Spielgefährte für die Kinder?

(Foto: Asus)

Der kleine Kugel-Droide, den Asus im Rahmen der Technikmesse Computex in Taiwan vorgestellt hat, war der Star der Pressekonferenz. Dagegen konnten die hauchdünnen Laptops und XXL-Smartphones des taiwanischen Unternehmens einpacken. Kein Wunder: Der kleine Haushaltshelfer wirkt mit seinem rundlichen Display-Gesicht, seinen freundlichen Augen, der hohen Stimme und dem runden Rollkörper aber auch zu niedlich. Er erinnert an den Animationsfilm-Roboter Wall E und in seinem Eifer auch wenig an eine moderne Version des von Carl Barks erdachten Helferleins an der Seite Daniel Düsentriebs.

In einem 11-minütigen Kurzfilm stellt Asus den kleinen Zenbo als von allen geliebtes Familienmitglied der Lancasters vor - und als wertvollsten Helfer der Hausfrau und Mutter Claire, die ihre zwei Kids und einen Mann im Schlabber-Outfit in Schach halten muss.

So ganz will das zwar nicht zusammenpassen: ein Rollenverständnis aus den Fünfzigerjahren und ein rollender, verständnisvoller Roboter aus der Zukunft. Doch in Asus' Familien-Utopie hält Zenbo den wilden Haufen zusammen. Er hilft in der Küche und sucht auf Kommando leckere Rezepte im Internet. Er erinnert an den Termin fürs Familienfoto. Er beschäftigt die Tochter, liest ihr Geschichten vor, spielt Musik ab und filmt sie beim Tanzen. Er erinnert Großvater daran, seine Medikamente zu nehmen und setzt einen Notruf an Claire ab, als dieser stürzt.

Zenbo macht alles, was man ihm sagt

Im Grunde macht Zenbo alles, was man ihm sagt. An Bord hat er Kamera, Lautsprecher und Mikrofon, ein Display und zwei Räder, um durchs Haus zu rollen. Er macht das Licht an, fährt die Klimaanlage hoch, schaltet den Fernseher aus und passt auf, wenn keiner zu Hause ist. Er hilft, unterhält und leistet Gesellschaft. Er bewegt sich von selbst und versteht Sprachbefehle. Und auf Kommando rollt er in Position, um mit den Lancasters auf dem Familienfoto zu posieren.

So niedlich und faszinierend der kleine Roboter im Video auch wirkt, so gruselig mögen manche die Vorstellung finden, dass eine Maschine zum Alltagsbegleiter im Haushalt wird und die Kinder mit einem Roboter interagieren, anstatt mit Freunden zu spielen oder sich von den Eltern eine Geschichte vorlesen zu lassen. Doch im Grunde denkt Asus mit Zenbo nur das weiter, was auch Amazon mit Echo oder zuletzt Google mit seinem Assistant vorantreibt. Ein smarter Helfer im Haushalt, der in jeder Lebenslage für seine Besitzer da ist und berührungslos auf Sprachkommandos reagiert. Und wie ein Smartphone soll er über zusätzliche Apps neue Funktionen und Fähigkeiten erhalten können, ein Entwicklerprogramm hat Asus pünktlich zur Vorstellung gestartet. 

Seine Fähigkeiten sind beeindruckend, sein Preis ist dafür moderat: 599 Dollar soll Zenbo kosten. Wann er aber wirklich auf den Markt kommt und ob und wann er in Deutschland zu kaufen sein wird, hat Asus bisher nicht verraten. Auch technische Informationen, zum Beispiel zur Akkulaufzeit oder zu Datenschutzfragen, fehlen bislang. 

Quelle: n-tv.de, jwa

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