Technik

"Battlefield 3"-Spieler zu Recht sauer Verbraucherzentrale mahnt EA ab

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In "Battlefield 3" kämpfen Spieler weltweit gegen Nuklear-Terroristen.

Wegen fehlender oder mangelhafter Kundeninformationen beim Computerspiel Battlefield 3 mahnt der Verbraucherzentrale Bundesverband den Hersteller Electronic Arts ab. Sollte das US-Unternehmen nicht entsprechend nachbessern, wollen die Verbraucherschützer vor Gericht gehen.

Rund vier Wochen hat es gedauert, bis der Verbraucherzentrale Bundesverband auf die heftigen Proteste von Käufern des PC-Spiels "Battlefield 3" reagiert hat. Jetzt haben die Verbraucherschützer den Vertreiber Electronic Arts (EA) abgemahnt und bestätigen in ihrer Begründung weitgehend die Vorwürfe der betroffenen Spieler.

Zunächst kritisieren die Verbraucherschützer, dass EA Käufer von "Battlefield 3" nur im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung darüber informiert, dass für das Spiel eine ständige Internetverbindung nötig ist. Fällt sie aus, bleibt der Bildschirm dunkel.

Was macht die Zusatzsoftware?

Auch an Origin haben die Experten der Verbraucherzentrale etwas auszusetzen. Kunden müssen die Zusatzsoftware herunterladen, die anschließend unter anderem automatisch die Lizenzrechte sämtlicher auf dem Computer gespeicherter Produkte des Anbieters überprüft. Was die Software genau auf dem Computer macht, erführen die Nutzer des Spiels beim Kauf allerdings nicht, bemängeln die Verbraucherschützer.

Gleichzeitig seien die Allgemeinen Geschäftsbedingungen so weit gefasst, dass nach Auffassung des vzbv unklar bleibe, welche Daten der Hersteller erfassen, weiterverarbeiten und anderweitig nutzen darf. "Electronic Arts behält sich das Recht vor, anhand der erfassten Daten Nutzerprofile zu erstellen und diese ohne gesonderte Einwilligung der Kunden für Werbezwecke zu verwenden", heißt es in der Presseerklärung. "Welche Daten dies genau sind, lässt der Hersteller offen."

EA muss reagieren

Der vzbv beanstandet außerdem die gängige Praxis, nach der Kunden den Lizenzvereinbarungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen erst zustimmen, wenn sie das Spiel installieren. Das ist nach Auffassung des vzbv zu spät. Nach deutschem Recht müsse dies bereits beim Abschluss eines Vertrages erfolgen. Nur so sei gewährleistet, dass die Nutzer sich vor Vertragsschluss über problematische Klauseln informieren können.

Die Verbraucherschützer erwarten laut "Heise Online", dass Electronic Arts eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und Verpackung und EULA (Endbenutzer-Lizenzvertrag) verbraucherfreundlicher gestaltetet. Der vzbv werde "auf jeden Fall" vor Gericht gehen, erklärte eine Sprecherin des Verbandes. "Es handelt sich für uns um ein ganz wichtiges Verfahren, weil ein Trend zu verzeichnen ist."

Quelle: ntv.de, kwe