Technik

Mehr Licht! Warum ist ein HDR-Fernseher besser?

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Premium-HDR: Der LG 65UH8500 mit Dolby Vision kostet in den USA 300 Dollar.

(Foto: LG)

Auf der IFA waren HDR-Fernseher ein großer Trend. Was ist das besondere an dieser Technik und lohnt es sich schon jetzt das Geld für so ein Gerät auszugeben?

Neue Techniktrends, die auf der IFA und anderen Elektronikmessen gefeiert werden, müssen sich nicht zwangsläufig durchsetzen. Oft dauert es auch mehrere Jahre, bis etwas zum Standard wird, was Aussteller schon lange als absolutes Muss angepriesen haben. Bei Fernsehern beispielsweise hat sich 3D bis heute nicht wirklich durchgesetzt und spielte auf der diesjährigen IFA nur noch eine Nebenrolle. Das Angebot für den Heimbereich ist zu knapp, die Anwendung mit Brille oft zu unbequem. Auch Geräte mit hochauflösendem Ultra-HD-Display können bisher kaum ihr Potenzial ausspielen. Es gibt aber immer mehr Blu-ray-Filme mit vierfacher Full-HD-Auflösung und auch bei Streamingdiensten wächst das Angebot stetig.

In diesem Jahr war der große Trend High Dynamic Range, kurz: HDR. Wie bei der Fotografie können mit dieser Technik auch auf dem Fernseher sehr kontrastreiche Bilder mit einer breiteren Spanne an Helligkeitsstufen und feineren Farbabstufungen erzeugt werden. Die Geräte kommen so dem, was das menschliche Auge erkennen kann, deutlich näher als bisher.

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Das Ultra-HD-Premium-Logo soll Kunden Qualität garantieren.

(Foto: Deutsche TV-Plattform)

Um HDR-fähig zu sein muss ein Fernseher nicht nur besonders leuchtstark sein, sondern auch eine größere Menge an Farbinformationen darstellen können. Herkömmliche Geräte benutzen laut "Entain" lediglich 8 Bit pro Farbe. Das bedeutet, dass die Primärfarben Rot, Grün und Blau jeweils nur in 256 Abstufungen dargestellt werden. Bei HDR sind es 10 oder 12 Bit pro Kanal, was 1024 beziehungsweise sogar 4096 Abstufungen bringt. Ein gewaltiger Unterschied.

Wie so oft bei neuen Techniken, gibt es anfangs noch keinen einheitlichen Standard. So konkurrieren auch bei HDR bisher noch HDR10 und Dolby Vision miteinander. Der erste Standard ist lizenzfrei und günstiger und daher weiter verbreitet. Dafür stellt er Farben nur mit 10 Bit dar. Der andere kostet zwar etwas, ist aber vielseitiger. So passt er sich automatisch an die maximalen Helligkeits- und Farbdarstellungsmöglichkeiten eines Fernsehers an und bietet 12-Bit-Farben. Außerdem unterstützen Dolby-Vision-Geräte auch HDR10. Für die Technik spricht auch, dass Netflix oder Amazon bereits Filme und Serien in diesem Standard streamen.

Warten oder auf Label achten

Man sieht schon: HDR steht erst am Anfang und es ist sicher nicht falsch, noch ein, zwei Jahre mit dem Kauf eines neuen Fernsehers zu warten. Wer aber jetzt unbedingt ein neues Gerät haben will oder muss, ist mit einer Kombination aus Ultra-HD und HDR wahrscheinlich zukunftssicher ausgestattet. Allerdings ist es nicht ganz einfach im Dschungel der Pseudo-Infos zu erkennen, ob ein Gerät etwas taugt oder beispielsweise nur vorgibt, HDR-fähig zu sein. Um Käufer vor Reinfällen zu schützen, wurde daher Anfang des Jahres bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas von führenden Herstellern unter dem Dach der UHD Alliance das Qualitäts-Logo "Ultra HD Premium" ins Leben gerufen. Es dürfen nur Geräte tragen, die wichtige Voraussetzungen erfüllen.

Der beste Fernseher kann aber ohne entsprechenden Input auch kein HDR-Bild zaubern. Nutzer haben dabei vorerst vor allem die Möglichkeit HDR über Ultra-HD-Blu-Rays zu genießen. Ist ein Gerät Dolby-Vision-fähig, gibt's auch zunehmend Streaming-Inhalte bei Netflix oder Amazon. Pay-TV-Kunden dürften ebenfalls in naher Zukunft mehr und mehr HDR-Futter bekommen. Free-TV-Kunden werden wohl darauf hoffen müssen, dass sich Dolby Vision durchsetzt. Denn nur dieser Standard überträgt HDR-Signale zusammen mit HDTV-Daten, das Volumen wächst dabei nur um 20 bis 30 Prozent. Ansonsten ist für die HDR-Übertragung ein eigener Sender notwendig.

Quelle: n-tv.de

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