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Darauf sollte man achten Welche SD-Karte kaufen?

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SD-Karten enthalten viele rätselhafte Kennzeichnungen.

(Foto: SanDisk)

Wer eine SD- oder Micro-SD-Karte kaufen möchte, hat die Qual der Wahl: Welche Geschwindigkeitsklasse ist die beste und was bedeuten die Zahlen und Buchstaben? n-tv.de hat die wichtigsten Infos.

Smartphones der Oberklasse sind heute meistens mit reichlich internem Speicher ausgestattet. 64 Gigabyte sind nicht selten, die ganz teuren Modelle werden auch mit 128 oder gar 256 Gigabyte angeboten. Doch nicht alle Geräte sind so üppig ausgestattet und gerade wer viel fotografiert oder Videos aufnimmt, wird um eine gute SD-Karte für die Speichererweiterung kaum herumkommen. Für Kamera-Drohnen oder Action-Cams sind schnelle und große Speicherkarten ohnehin ein Muss, denn sie haben selbst kaum internen Speicher. Worauf muss man beim Kauf von SD- oder Micro-SD-Karten achten?

Weniger als 64 Gigabyte lohnt sich kaum

Es gibt SD-, SDHC- und SDXC-Karten. SD-Karten gibt es mit bis zu 2 Gigabyte (GB), SDHC-Karten mit bis zu 32 und SDXC-Karten ab 64 GB aufwärts. Übrigens: Den aktuellen Speicher-Rekord bei Micro-SD-Karten hält Integral Memory mit einer 512-GB-Karte. Die handelsübliche Obergrenze liegt für Micro-SD-Karten derzeit bei 256 GB, für SD-Karten bei 512 GB.

Grundsätzlich gilt immer: Mehr ist besser. Weil SD-Karten inzwischen nicht mehr viel kosten, lohnt es sich kaum, Speichergrößen von 8 oder 16 Gigabyte (GB) zu kaufen. 32 oder 64 Gigabyte kosten nicht viel mehr. Gerade wer nicht nur fotografiert, sondern die Karte auch für Videoaufnahmen benutzt, sollte ruhig in 64 GB oder mehr investieren - gute Karten gibt es schon für rund 20 Euro.

Geschwindigkeit entscheidet

Etwas schwieriger zu durchschauen als die Größe des Speichers ist die Schreib- und Lesegeschwindigkeit. Transferraten und Zugriffszeiten werden in Klassen eingeteilt, sie geben Aufschluss über die minimale kontinuierliche Datenübertragung. Das ist zum Beispiel wichtig beim Schreiben von Videodaten. Die Geschwindigkeitsklassen werden in Megabyte pro Sekunde (MB/s) angegeben. Speed Class 10 garantiert zum Beispiel mindestens 10 MB/s. Man erkennt sie auf der Karte an der 10 in einem C-Symbol. Karten unterhalb von C10 sollte man heute nicht mehr kaufen. 

Neuere Karten werden meistens in UHS-Speed-Klassen (U) eingeordnet. U1 entspricht mindestens 10 MB/s (genau wie C10), U3 bringt es auf 30 MB/s. Die UHS-Klasse wird auf der Karte in der Regel durch die arabische Ziffer in einem U-Symbol angezeigt. Wer gerne 360-Grad-Videos oder hochauflösende 4K-Filme dreht, sollte auf die Speed-Klasse U3 setzen, für Fotos und Full-HD-Videos reicht noch U1. Außerdem gibt es die Video-Speed-Class, die mit einem V gekennzeichnet ist. Die Grenzwerte sind hier identisch zur C-Klasse, maximal möglich ist V90 (90 MB/s).

Zusätzlich gibt es drei Geschwindigkeitsklassen für das UHS-Verbindungssystem ("Bus"), die in römischen Ziffern auf der Karte angezeigt werden: I, II oder III. Auch hier gilt: Je höher, desto schneller. Am weitesten verbreitet sind derzeit noch Karten mit UHS-I. UHS-II- und UHS-III-Karten können größere Datenpakete übertragen, weil sie zusätzliche Kontaktleisten haben. Sie können ihr Potenzial aber nur in Geräten ausspielen, die auch UHS-II oder UHS-III unterstützen, das sind vor allem hochwertige Digitalkameras. In allen anderen Geräten, auch in Smartphones, bringen die zusätzlichen Kontakte keine Vorteile.

App-Performance und Übertragungsraten

Wichtig für Smartphones und Tablets ist die sogenannte App-Performance-Klasse (A), die angibt, wie schnell Apps Daten von der Karte lesen und auf sie schreiben können. Karten, die die verbindlichen Geschwindigkeitsstandards A1 oder A2 (mehr als doppelt so schnell) erfüllen, sind entsprechend gekennzeichnet und garantieren so zum Beispiel schnelle App-Starts. Viele Micro-SD-Karten unterstützen den Standard zwar noch nicht, bieten aber trotzdem gute Werte.  

Meistens nicht direkt auf der Karte zu finden ist die maximale Übertragungsrate, die beim optimalen Zusammenspiel aller Komponenten erreicht werden kann. Schnelle Schreibgeschwindigkeiten werden zum Beispiel benötigt, wenn man mit der Kamera hochauflösende Fotos im Serienmodus aufnimmt. Eine hohe Übertragungsrate bedeutet auch schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten zwischen Karte und Computer.

Ein Blick ins Datenblatt lohnt sich also. Dass die sequenzielle Leserate höher ist als die Schreibrate, ist normal, doch die Unterschiede zwischen einzelnen Modellen sind gerade beim Schreiben sehr hoch. 100 MB/s sind fürs Lesen ein guter Wert, Schreibgeschwindigkeiten von 80 MB/s oder mehr sind ebenfalls mehr als ausreichend. Manche Karten bringen es hier aber nur auf Werte zwischen 10 und 20 MB/s, und das bei ähnlichen Preisen. Oft findet sich auf den Verpackungen aber ohnehin nur ein Wert für die Übertragungsrate, meistens ist das die schnellere Schreibrate. 

Übrigens: Micro-SD-Karten lassen sich mit einem passenden Adapter leicht zur SD-Karte verwandeln, die Übertragungsraten bleiben im Idealfall gleich. Deshalb ist es praktischer, im Zweifel statt einer SD- gleich eine Micro-SD-Karte mit Adapter zu kaufen, die man sowohl in eine Digitalkamera als auch in eine Action-Cam, ein Smartphone oder eine Kameradrohne einsetzen kann.

Quelle: n-tv.de

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