Technik

Perfekt für NextGen-Einsteiger Xbox Series S ist ein stilvoller Konsolenzwerg

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Klein und kompakt: die Xbox Series S.

(Foto: mba)

Mit der verhältnismäßig günstigen Xbox Series S will Microsoft im Vorweihnachtsgeschäft punkten. Aber ist die Konsole ihr Geld wert? Dezent und leistungsstark präsentiert sich die bisher kleinste Xbox aller Zeiten, es gibt aber auch einige Kritikpunkte.

Die nächste Konsolengeneration steht vor der Tür und Microsoft will es anscheinend allen recht machen. Für den etwas größeren Geldbeutel geht das "leise Biest", die Xbox Series X, an den Start. Die deutlich kompaktere Xbox Series S soll da in Sachen Leistung zwar mithalten können. Der günstigere Preis kommt aber nicht nur durch das fehlende CD-Laufwerk zustande.

Xbox Series S

Prozessor: AMD Zen 2 / 8 × 3,6 GHz (3,4 GHz Multi-Core)

Arbeitsspeicher: 10 Gigabyte GDDR6 / 128 Bit

Grafikkarte: AMD RDNA 2 / 4 TERAFLOPS

GPU-Taktung: 1,6 GHz

Speicher: SSD / 512 Gigabyte (davon 364 GB verwendbar)

Videoausgang: 1 × HDMI 2.1

USB-Anschlüsse: 3 × USB 3.1

Die Series S ist die kleinste Xbox, die Microsoft bislang auf den Markt gebracht hat. In vertikaler Position ist sie 27,5 cm hoch, 15,1 cm tief und 6,5 cm breit. Sie passt somit in jeden Fernsehschrank, ohne groß aufzufallen. Auf der Rückseite befinden sich zwei USB-Anschlüsse, dazu der Anschluss für das LAN-Kabel, ein Speichererweiterungssteckplatz und ein HDMI 2.1-Ausgang. An der Front ist noch ein weiterer USB-Anschluss, aber kein CD-Laufwerk - einer der Unterschiede zur Series X und ein Preisfaktor. Spiele werden entsprechend über den Microsoft Store gekauft und geladen.

Controller überzeugt mit mehr Grip

Rechteckig sind beide neuen Konsolen von Microsoft. Vom Design her ist die Series S etwas anders gehalten als die X-Variante. Ein schwarzes kreisförmiges Lüftungsgitter an der breiten Seite ergibt einen optischen Kontrast zum weißen Korpus. Von allen neuen Konsolen ist die Series S die kompakteste und auch dezenteste - sollte man das Stück mit hellem Mobiliar kombinieren. Der Konsolenzwerg ist fast lautlos, produziert dafür aber ordentlich Hitze, die sich ausschließlich über das Lüftungsgitter entlädt. Das ist nicht raumfüllend, aber bei der Platzierung sollte schon ein wenig Luftzirkulation rund um das Gerät möglich sein.

Im Lieferumfang der Serie S ist ein weißer Controller enthalten. Das Design weicht kaum von den klassischen Xbox-Controllern ab, hat dafür aber deutlich mehr Grip. Neu ist eine kleine Freigabetaste und ein USB-C-Anschluss. Mit der Freigabetaste können Clips und Screenshots schnell mit Freunden geteilt werden. Der Controller läuft mit AA-Batterien, für ein wiederaufladbares Play-and-Charge-Kit muss man nochmal bis zu 20 Euro extra drauflegen.

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Das kreisförmige Gitter wird noch durch weitere Lüftungsschlitze ergänzt.

(Foto: mba)

Und während die Series X als schwarzer Koloss die Wohnzimmer bereichert, zeigt dieser Kontrast schon an: Die Light-Variante ohne Laufwerk muss auch ein paar Abstriche bei der Hardware machen. Die Hauptprozessoren sind bei beiden neuen Microsoft-Konsolen im Grunde gleich, bei den Grafikkarten gibt es aber bereits einen Unterschied. Die Series S schafft ein Drittel der verarbeiteten Teraflops. Spürbar ist dieser Unterschied noch nicht, da es noch kein 8K-Gaming gibt. Das könnte dann auch nur die Series X bewältigen. Die S-Variante kann die Darstellung immerhin auf 4K hochschrauben, natives 4K ist aber nicht drin. Heißt alle Spiele laufen sauber bei bis zu 1080 Pixeln, bis zu 1440p sollten drin sein.

Dazu sind Frameraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps) möglich. Im Test ließ sich feststellen, dass ältere Spiele wie "Assassin's Creed: Odyssey", die derzeit auf 30 Bildern pro Sekunde beschränkt sind, diese Frameraten zuverlässiger als eine Xbox One S halten und absolut ruckelfrei performen. Der größte spürbare Effekt sind die kürzeren Ladezeiten. Bei Forza Horizon 4 sitzt man nach weniger als 40 Sekunden am Steuer, nach unter 30 Sekunden stapft man in "Odyssey" durch das antike Griechenland.

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Die Series S ist abwärtskompatibel - genau wie die X.

(Foto: mba)

Auch Spiele, die bereits auf 60 fps optimiert sind, wie Gears 5 oder auch Forza, liefern flüssige Bilder. Der ganz große NextGen-Sprung ist es insgesamt nicht. Auf der Xbox Series X sieht das anders aus, dank nativer 4K-Auflösung.

Festplatte einfach zu klein

Die Series S ist einfach nicht als reine 4K-Konsole konzipiert. Aber AAA-Spiele wie "Watch Dogs: Legion" oder "Ori and the Will of the Wisps" geben trotzdem auf 4K-Fernsehern ein sensationell schönes Bild ab, selbst wenn sie in erster Linie nur für 1080p entwickelt wurden. Triple-A-Titel nehmen aber auch ordentlich Speicher ein, in der Regel mindestens 50 Gigabyte. Beim 364 GB frei nutzbarem Speicher der S wäre dann nach maximal sieben Spielen Schluss.

Das schränkt allerdings die neue Funktion des Quick Resume etwas ein. Damit lässt sich innerhalb von Sekunden zwischen bis zu sechs Spieltiteln wechseln, ohne das Spiel oder den letzten Spielstand zu laden. Der Speicher lässt sich zwar erweitern, geht aber ordentlich ins Geld. Die Speichererweiterungskarte mit einem Terabyte gibt es für 239 Euro.

Das schmälert das Gesamtpaket der Series S aber nicht. Für schlanke 299 Euro ist die Konsole nicht unbedingt das Endgerät für die nächste Generation, aber ganz sicher ein guter Einstieg. Wer ohnehin noch nicht auf einem 4K-TV spielt, der ist mit der Series S gut beraten. Da die Spieleentwickler auch in den kommenden Monaten nicht ausschließlich auf 4K-Gaming umsteigen, liefert die Xbox Series S zurzeit ordentlich ab.

Quelle: ntv.de