Radioaktive UngewissheitWie sich Tschernobyl ins Gedächtnis einbrannteAls in Tschernobyl der Reaktor explodiert, bleibt die Katastrophe zunächst im Verborgenen. Erst nach und nach dringen Informationen nach außen - während in ganz Europa Unsicherheit, Gerüchte und Angst wachsen. Zeitzeugen erinnern sich an eine unsichtbare Bedrohung, die plötzlich den Alltag verändert.26.04.2026Von Solveig Bach
GAU machte Praktikum zunichte"Tschernobyl war nicht irgendein Reaktor - viele wollten ihn in Funktion sehen"Jörg Müller baut mit Enertrag in Brandenburg Verbundkraftwerke. Vor 40 Jahren war eine Karriere in der Atomenergie geplant: Am Energetischen Institut in Moskau studierte er Kerntechnik und wollte ein Praktikum in Tschernobyl absolvieren. Dann explodierte der Reaktor am 26. April 1986.26.04.2026
40 Jahre nach TschernobylUkraine plant massiven Atom-Ausbau - Erzeugung soll sich verdoppelnDas größte Kernkraftwerk der Ukraine ist seit fast vier Jahren unter russischer Besatzung, zugleich zerstört Russland große Teile der ukrainischen Energieinfrastruktur. Nun setzt Kiew auf den Ausbau der Atomkraft und legt konkrete Pläne vor.24.04.2026
"Müssen die Debatte führen"Spahn will abgeschaltete Atomkraftwerke wieder anwerfenDer Bau neuer Meiler ist teuer und dauert viele Jahre. Unionsfraktionschef Spahn verweist auf Studien, dass für einen vergleichsweise niedrigen Milliardenbetrag Alt-Reaktoren wieder fit gemacht werden können. Nun fordert er darüber eine Debatte.15.04.2026
Verzögerung um sechs JahreAtommüll-Räumung der Schachtanlage Asse auf frühestens 2039 verschobenIn einem Salzbergwerk in Niedersachsen lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall. Die Betreibergesellschaft erklärt den bisherigen Zeitplan zur Rückholung für gescheitert. Die Kosten für die Verzögerung sind noch unklar.14.04.2026
Schäden durch TrümmerteileNebengebäude von AKW Buschehr getroffenErneut schlägt bei einem Luftangriff ein Geschoss nahe dem Atomkraftwerk Buschehr ein. Ein Wachmann stirbt, ansonsten läuft die Attacke glimpflich ab. Laut IAEA tritt keine erhöhte Strahlung aus. 04.04.2026
Warum Ingenieure SMR ablehnen "Minireaktoren sind technisch gesehen zu klein, ineffizient und teuer"Die Politik steht auf Mini-Atomreaktoren. Sie möchte etliche Milliarden Euro in die SMR-Technologie investieren. Tatsache ist: Auch nach jahrzehntelanger Forschung sind effiziente Minireaktoren Hoffnung, keine Realität. "Das hat technische Gründe", sagt ein Ingenieur im Interview.22.03.2026Interview: Christian Herrmann
"Zeitfenster geschlossen"AfD bietet Union im Bundestag Atomkraft-Pakt an - und blitzt abDie AfD fordert den Wiedereinstieg in die Atomkraft. Doch eine Abkehr vom Rückbau der letzten Kernkraftwerke halten nicht mal CDU und CSU für möglich. Deutliche Kritik an den Überlegungen äußern SPD, Grüne und Linke.19.03.2026
"Es wird diese Reaktoren geben"Spahn wettet auf Rückkehr der AtomkraftAls "irreversibel" bezeichnet Kanzler Merz den Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie. Widerspruch gab es bereits von der CSU, jetzt reiht sich auch Unionsfraktionschef Jens Spahn ein. Der ist sich sicher, dass es künftig neue Kernenergie geben wird - und geht sogar eine Wette ein.16.03.2026
"SMR risikoreicher als Meiler"SPD-Energieexpertin kritisiert Söders Atom-PlanMarkus Söder will mit einem Kleinreaktor in Bayern ein Zeichen setzen. Er spricht von "Kernenergie 2.0". Es hagelt Kritik aus den Reihen der Grünen, aber auch vom Koalitionspartner SPD.15.03.2026