Starker Schub für Elektromobilität34,5 Prozent der Neuwagen sind E-Autos

Die hohen Spritpreise und die staatliche Förderung lassen Autokäufer in Deutschland verstärkt zu Elektrofahrzeugen greifen.
Allein im September wurden 88.599 Elektroautos neu zugelassen, das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag mitteilte. Der Marktanteil der Fahrzeuge stieg auf 34,5 Prozent und lag damit nur noch knapp unter dem Marktanteil der Hybridautos. Dieselfahrzeuge und Benziner rutschten dagegen kräftig ab.
Nach Angaben des Importeursverbands VDIK summieren sich die Neuzulassungen von Elektroautos seit Jahresbeginn auf gut 600.000 Fahrzeuge, das sind 58,1 Prozent mehr als im Vorjahr. VDIK-Präsidentin Imelda Labbe sagte, die Elektromobilität habe beim Marktanteil einen Höchststand erreicht. "Besonders erfreulich ist, dass diese Entwicklung zunehmend von Privatkunden getragen wird."
Insgesamt legte der Autoabsatz in Deutschland im September um neun Prozent zu, seit Jahresbeginn sind es 5,3 Prozent mehr verkaufte Neuwagen. Haupttreiber für die Belebung ist eine deutlich stärkere Nachfrage von Privatkäufern: Die privaten Zulassungen legten allein im September um 28,5 Prozent zu und kommen inzwischen auf einen Anteil von gut zwei Fünftel an den gesamten Neuzulassungen.
Als ein wichtiger Treiber für die steigende Nachfrage nach Elektroautos gilt die staatliche Kaufprämie, bei der Autokäufer abhängig vom Einkommen bis zu 6000 Euro für einen Neuwagen erhalten können. Bis Anfang Oktober seien 100.000 Anträge auf diese Prämie bewilligt worden, teilte das Umweltministerium mit. Umweltminister Carsten Schneider sagte, das Förderprogramm habe die Erwartungen weit übertroffen. "Jedes zusätzliche Elektroauto macht unser Land unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten."
Nach Angaben des VDIK profitierten allerdings vor allem ausländische Autobauer von der höheren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Sie kommen dem Verband zufolge hier auf einen Marktanteil von 46 Prozent und schafften zudem ein stärkeres Wachstum als die deutschen Hersteller. So erreichte Tesla ein Absatzplus von 268,7 Prozent, der chinesische Hersteller BYD verkaufte 85,6 Prozent mehr Autos und der zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Hersteller MG 60,8 Prozent mehr. Volkswagen setzte dagegen 6,1 Prozent weniger Neuwagen ab als vor Jahresfrist, auch BMW und der US-Autobauer Ford verzeichneten Verluste.