Man sei über die aktuelle Lage besorgtÄrzte ohne Grenzen: Ebola-Epidemie in DR Kongo breitet sich auf weitere Regionen aus

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ebbt nach Einschätzung von Ärzte ohne Grenzen (MSF) nicht ab, sondern verlagert sich vielmehr in neue Landesteile.
Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ebbt nach Einschätzung von Ärzte ohne Grenzen (MSF) nicht ab, sondern verlagert sich vielmehr in neue Landesteile. "Immer wieder treten in verschiedenen Regionen neue Fälle auf", sagte der Epidemiologe Manuel Albela Miranda von MSF am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Die Hilfsorganisation sei über die aktuelle Situation besorgt.
"Auch wenn wir alle in dieser Situation positiv und ermutigend sein wollen, müssen wir in Bezug auf das, was geschieht, realistisch bleiben", betonte Miranda. Es sei zu früh zu sagen, dass sich der Ausbruch verlangsame. Tatsächlich scheint die Krankheit in der nordöstlichen Provinz Ituri, wo die Epidemie erstmals festgestellt wurde, auf dem Rückzug zu sein. Allerdings wurden kürzlich Fälle aus der an die Zentralafrikanische Republik grenzenden Provinz Süd-Ubangi gemeldet. Zudem verzeichnet Nord-Kivu an der Grenze zu Ruanda derzeit fast die Hälfte aller neu registrierten Ebola-Fälle.
Der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo war Mitte Mai offiziell festgestellt worden. Seitdem registrierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 7200 Infektionen und mehr als 3600 Todesfälle. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch des Virus in der Geschichte des Landes. Am Mittwoch hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus jedoch Fortschritte im Kampf gegen die Epidemie gelobt und angedeutet, das sich diese verlangsame.
Die derzeitigen Anzeichen seien nicht ermutigend, sagte dagegen der stellvertretende Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen, Guyguy Manangama. "Im Gegenteil, die Lage ist alarmierend." Manangama äußerte die Befürchtung, dass die Menschen weniger wachsam würden. Die Hilfsorganisation hat rund 1700 Mitarbeiter in der DR Kongo. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Die Krankheit führt zu Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall bis hin zu inneren Blutungen und Organversagen. In den vergangenen 50 Jahren starben auf dem afrikanischen Kontinent mehr als 15.000 Menschen an Ebola.
Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo. Anders als gegen die sogenannte Zaire-Variante gibt es dagegen bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Mehrere Mittel befinden sich in der Erprobung.