Kurznachrichten

McKinsey sieht AufholjagdEuropas KI-Investitionen nähern sich US-Niveau

17.09.2026, 16:14 Uhr
image

Bei Künstlicher Intelligenz (KI) droht Europa bei großen Sprachmodellen wie ChatGPT und Co. den Anschluss zu verlieren - bei industrieller KI gibt es laut einer Studie jedoch eine Aufholjagd.

Die Investitionen in KI-Anwendungen, die in der Realwirtschaft zum Einsatz kommen, nähern sich dem US-Niveau, wie das Beratungsunternehmen McKinsey und das Software-Branchennetzwerk Boardwave am Donnerstag mitteilten. Laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) haben Deutschland und Europa das Potenzial, "zur führenden Kraft der industriellen KI zu werden".

Laut der Studie steht das europäische Tech-Ökosystem "an der Schwelle zu einer neuen Stufe der KI-Reife". Denn mit der zunehmenden Verbreitung von KI neige sich "die Ära der Einheitssoftware dem Ende zu". Die größeren wirtschaftlichen Chancen könnten folglich "in der Transformation komplexer, alltäglicher Geschäftsprozesse" liegen - und damit einem Bereich, in dem sich europäische Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten "besonders bewährt" hätten.

Zuletzt zeigte sich demnach bereits ein steigendes Interesse von Investoren: Im ersten Halbjahr seien in Europa die KI-Investitionen auf der Anwendungsebene auf 6,8 Milliarden Dollar gestiegen, heißt es in der Studie. Damit erreichten sie 44 Prozent des US-Niveaus in diesem Bereich - vier Mal so viel wie 2018, als es noch elf Prozent gewesen waren.

Noch deutlicher zeigt sich dieser Aufholtrend demnach bei Investitionen in Startups, die industriespezifische KI-Anwendungen entwickeln, die statt auf allgemeine Breite vielmehr auf fachliche Tiefe in einem bestimmten Bereich setzen. Für diese sogenannten vertikalen KI-Anwendungen beliefen sich die Investitionen in Europa im ersten Halbjahr auf 68 Millionen Euro - gut zwei Drittel (67 Prozent) des US-Niveaus. 2018 hatte hier noch eine deutlich größere Lücke geklafft: Damals warben europäische Startups nur neun Prozent dessen ein, was ihre US-Wettbewerber erhielten.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales