"Vorteil" auf umkämpftem MarktHeideldruck peilt 300 Millionen Euro Umsatz mit Verteidigungtechnik an

Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen will sein Geschäft mit Verteidigungstechnik wie Drohnen in den kommenden Jahren rasch hochfahren.
"Wir wollen im nächsten Jahr einen positiven Cash-Flow haben in dem Bereich", sagte Vorstandschef Jürgen Otto auf die Frage nach dem Potenzial des seit vergangenem Jahr entwickelten Defense-Geschäfts. Die nötigen Vorleistungen seien gering. Als Umsatzziel nannte er "in ein paar Jahren" mindestens 300 Millionen Euro. Darin sei der Umsatz des Drohnen-Joint-Ventures ONBERG nicht enthalten, weil Heideldruck hier nur die Minderheit hält.
Der Markt sei allerdings hart umkämpft. Viele Start-ups kämen nicht voran, weil sich bei den Behörden Zulassungsverfahren und Genehmigungen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz stapelten. Heideldruck baue die Sparte hingegen in Rekordgeschwindigkeit von deutlich weniger als den üblichen drei bis fünf Jahren auf. Die Drohnen von Heideldruck und seinen Partnern enthalten Otto zufolge keine Waffen- oder Sprengtechnik und benötigen damit entsprechende Zulassungen nicht.
Bei der Nutzung von Produktions-Know-how für Rüstungsprodukte sieht sich der Maschinenbauer im Vorteil gegenüber Autobauern wie Volkswagen und Mercedes-Benz, die Gespräche über den Verkauf von Standorten an Rüstungsfirmen führen. "Druckmaschinen bauen ist ähnlicher bei bestimmten Produkten als ein Auto in der Endmontage zu komplettieren", sagte Otto. "Die Autoindustrie misst in Zehntel Millimetern, wir in Tausendsteln, was die Präzision betrifft."
Der Wettbewerb in dem wachsenden Geschäftsfeld sei nicht einfach und teils sehr politisch. "Wir haben sehr früh angefangen – wir haben einen Zeitvorteil, den müssen wir weiter nutzen." Vor knapp einem Jahr gab Heidelberg die strategische Partnerschaft mit dem Spezialisten für militärische Energie- und Steuerungssysteme Vincorion bekannt.