Vorwurf der SpionageIran richtet zwei weitere mutmaßliche Mossad-Spione hin

Im Iran sind zwei weitere Männer wegen mutmaßlicher Spionage für Israel hingerichtet worden.
Nach Angaben der mit der Justiz verbundenen Nachrichtenagentur Misan sollen sie während der militärischen Auseinandersetzungen mit den USA und Israel Koordinaten und Fotos sensibler Militär- und Sicherheitsstandorte an "mit dem israelischen Geheimdienst Mossad verbundene Kanäle" weitergegeben haben. Dabei soll es sich den Angaben zufolge um ein nicht näher bezeichnetes internationales Satellitennetzwerk handeln. Weiter hieß es, der oberste Gerichtshof habe der Todesstrafe zugestimmt.
Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw werfen die Vorwürfe angesichts der weitreichenden Internetabschaltungen während des Konflikts und fehlender öffentlich überprüfbarer Beweise ernsthafte Fragen auf. Zudem seien Festnahme, Strafverfolgung und Hinrichtung unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne eine unabhängige rechtliche Überprüfung erfolgt. Die im Staatsfernsehen ausgestrahlten "Geständnisse" seien unter Folter und starkem Druck erzwungen worden. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hengaw wirft den iranischen Behörden zudem vor, Todesstrafen in Verfahren wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Staaten, Medien oder Geheimdiensten zur Abschreckung, Einschüchterung und Unterdrückung der Gesellschaft einzusetzen.