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Umstellung auf grünen Stahl geplantItalien will Weiterbetrieb des größten Stahlwerks in Tarent ermöglichen

16.09.2026, 17:55 Uhr
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Die italienische Nationalflagge weht im Wind über dem Hafen von Genua. Zwischen Altbauten und moderner Infrastruktur symbolisiert sie staatliche Präsenz und nationale Identität (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Die italienische Regierung will einen Weiterbetrieb des größten Stahlwerks des Landes im süditalienischen Tarent ermöglichen - und hat dafür eine Umstellung auf elektrische Lichtbogenöfen ins Spiel gebracht.

Die italienische Regierung will einen Weiterbetrieb des größten Stahlwerks des Landes im süditalienischen Tarent ermöglichen - und hat dafür eine Umstellung auf elektrische Lichtbogenöfen ins Spiel gebracht. Der Betrieb könne fortgesetzt werden, "unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Zukunft des Stahls zwangsläufig grün sein muss", sagte Regierungsvertreter Alfredo Mantovano, der als rechte Hand von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gilt, laut Teilnehmerkreisen bei einem Treffen mit der Geschäftsführung des Stahlwerks und Gewerkschaftern am Mittwoch.

Mantovano führte demnach aus, dass die Umstellung auf grünen Stahl mittels der sogenannten DRI-Technik erfolgen könne. Bei dieser Direktreduktion (DRI) lassen sich die CO2-Emissionen bei der Roheisenherstellung massiv senken; der so gewonnene Eisenschwamm kann dann in Elektrolichtbogenöfen zu Stahl geschmolzen werden.

Mantovano sagte den Teilnehmerkreisen zufolge, dass DRI-Finanzmittel "bereits zur Verfügung" stünden und die Regierung beabsichtige, "diese zu nutzen und gegebenenfalls aufzustocken". Die Regierung wolle "die Fortsetzung der Stahlproduktion in Tarent ermöglichen", versicherte er demnach. Auch gehe es darum, "den Verkaufsprozess fortzusetzen". Die Regierung von Meloni sucht bereits seit Monaten nach einem Käufer für das Stahlwerk. Neben einem indischen Interessenten und einem US-Investor hatte kürzlich auch eine Gruppe italienischer Unternehmer Interesse bekundet.

Allerdings sind erhebliche Investitionen erforderlich: Erst in der vergangenen Woche hatte ein Berufungsgericht in Mailand eine Anordnung bestätigt, wonach das Werk bis Ende Oktober aus Umwelt- und Gesundheitsschutzgründen seine Hochöfen stilllegen soll. Denn in der Umgebung des Stahlwerks liegen Asbest- und Feinstaubwerte über den gesetzlichen Grenzwerten; geklagt hatte eine Gruppierung von Eltern. Die Gewerkschaft FIM-CISL befürchtet den Verlust tausender Arbeitsplätze.

Quelle: ntv.de, afp

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