Wahlsieg des Mitte-Links-LagersSchwedische Oppositionsführerin Andersson soll neue Regierung bilden

Nach dem Wahlsieg des Mitte-Links-Lagers in Schweden soll Oppositionsführerin Magdalena Andersson eine neue Regierung bilden.
Nach dem Wahlsieg des Mitte-Links-Lagers in Schweden soll Oppositionsführerin Magdalena Andersson eine neue Regierung bilden. Parlamentspräsident Andreas Norlen erteilte der Sozialdemokratin am Freitag den entsprechenden Auftrag. Sie habe ihm mitgeteilt, dass sie bereit sei, diese Aufgabe zu übernehmen, sagte Norlen auf einer Pressekonferenz. Der bisherige Ministerpräsident Ulf Kristersson von den Moderaten hatte am Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt, nachdem sein Vier-Parteien-Bündnis bei der Wahl am Sonntag eine knappe Niederlage erlitten hatte.
Andersson erklärte nach dem Treffen mit Norlen, die Schweden hätten für eine neue Richtung gestimmt. Es sei wichtig, eine Regierung zu haben, die nicht versuche, das Volk zu spalten, sondern Schweden zu einen und das Land voranzubringen. Die Regierungsbildung dürfte sich jedoch als schwierig erweisen. Andersson strebt nach eigenen Angaben eine breite Koalition an, ließ jedoch offen, welche Parteien sie einbinden will. Eine Zusammenarbeit mit den rechtsextremen Schwedendemokraten schloss sie aus. Andersson steht vor der Herausforderung, vier Oppositionsparteien zu vereinen, von denen einige nicht gemeinsam regieren oder ein Kabinett ohne eigene Beteiligung unterstützen wollen.
Die Suche nach einem Bündnis könnte einige Zeit in Anspruch nehmen: Nach der Wahl 2018 dauerte es die Rekordzeit von 134 Tagen, bis der damalige sozialdemokratische Parteichef Stefan Löfven eine parlamentarische Mehrheit fand. Der Parlamentspräsident kann bis zu vier Kandidaten vorschlagen. Werden alle vom Parlament abgelehnt, bleibt das bisherige Kabinett übergangsweise im Amt, bis innerhalb von drei Monaten eine Neuwahl stattfindet. Andersson war 2021 Schwedens erste Ministerpräsidentin und amtierte zehn Monate lang.