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Viel Arbeit: Vom 1. September an dürfen nur noch Autos verkauft werden, die das neue WLTP-Testverfahren bestanden haben.
Viel Arbeit: Vom 1. September an dürfen nur noch Autos verkauft werden, die das neue WLTP-Testverfahren bestanden haben.(Foto: picture alliance/dpa)
Dienstag, 28. August 2018

WLTP macht Autofahren teurer: ADAC warnt vor Steuereffekt ab September

In wenigen Tagen bricht am deutschen Automarkt eine neue Zeitrechnung an: Ab September wird die fällige Kfz-Steuer auf Basis des neuen Prüfstandards WLTP berechnet. Dadurch, heißt es beim ADAC, dürften die Belastungen für viele Autofahrer steigen.

Der ADAC rechnet mit Blick auf die anstehende Umstellung auf strengerer Abgastests für viele Autofahrer mit steigenden Belastungen aus der Kfz-Steuer. Vor diesem Hintergrund forderte ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, schon jetzt Aussicht auf Entlastungen.

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Konkret regte Becker einen Anpassungsfaktor für die Umstellung auf den neuen Prüfstandard WLTP an. "Damit könnten die durch die Umstellung des Verfahrens bedingten Belastungsunterschiede bei der Kfz-Steuer aufgefangen werden", sagte er. Der neue Standard gilt ab 1. September.

Grundsätzlich wäre eine Anpassung des Steuersatzes oder der Steuerbemessungsgrundlage denkbar, erklärte der ADAC-Vize. Vom 1. September an dürfen nur noch Autos neu zugelassen werden, die den neuen, realitätsnäheren Prüfstandard WLTP zur Ermittlung von Emissionen und Verbrauch durchlaufen haben.

"Spürbare Erhöhung der KFZ-Steuer"

Das hat Auswirkungen auch auf die Kfz-Steuer: Diese wird nach dem Hubraum und dem CO2-Wert des Fahrzeugs bemessen, der sich aus dem Spritverbrauch ergibt. Vom 1. September an wird die Kfz-Steuer für neu zugelassene Pkw nach den WLTP-Werten berechnet - im Vergleich zum alten Prüfstandard werden überwiegend höhere Emissionswerte erwartet.

Deswegen werde die Umstellung auf WLTP dafür sorgen, dass die Kfz-Steuer für viele Autofahrer, die ihr Fahrzeug nach dem Stichtag erstmals zulassen, höher ausfällt, erklärte Becker. WLTP ergebe höhere Referenzwerte für die Steuer. "Im Ergebnis führt die Umstellung zu einer spürbaren Erhöhung der KFZ-Steuer."

Der Staat werde durch die neue Systematik Mehreinnahmen erzielen, fügte Becker hinzu. "Diese müssen zwingend in eine bessere Mobilität für Deutschland reinvestiert werden." Zwar sei die Anpassung der Kfz-Steuer im Grundsatz sinnvoll, weil WLTP näher an den realen CO2-Emissionen liege und damit Anreize zur Anschaffung verbrauchsärmerer Autos setze. Eine höhere Kfz-Steuer aber sei nicht gerechtfertigt, weil der Mehrbelastung in der Realität keine höheren CO2-Emissionen gegenüberstehen.

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Quelle: n-tv.de