Wirtschaft

Protest am Schnäppchentag Amazon-Mitarbeiter kündigen Streik an

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Die Ausstände sollen in der Nacht auf Montag beginnen, teilte Verdi mit (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer wieder steht Amazon wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik. Um den US-Konzern zu zwingen, seine Beschäftigten besser zu bezahlen, ruft Verdi zu Streiks auf. Die sollen pünktlich zum Prime Day beginnen, der Versandriese gibt sich aber entspannt.

Zum traditionellen Schnäppchentag beim Versandhändler Amazon wollen Beschäftigte in dieser Woche an sieben Standorten in Deutschland in den Streik treten, um bessere Einkommen durchzusetzen. Die Ausstände beginnen in der Nacht auf Montag, wie die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilt. Sie fordert für die Amazon-Beschäftigten Tarifeinkommen wie im Einzel- und Versandhandel. Dafür solle Amazon regionale Flächentarifverträge anerkennen.

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Amazon teilte mit, dass der Streikaufruf keinen Einfluss auf die Lieferungen an die Kunden haben werde. "Die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal", erklärte ein Konzernsprecher. "Die Pakete kommen an."

Der Streikbeginn fällt zusammen mit dem sogenannten Prime Day, an dem Amazon mit starken Rabatten lockt. "Während Amazon mit satten Preisnachlässen beim Prime Day zur Schnäppchenjagd bläst, wird den Beschäftigten eine existenzsichernde tarifliche Bezahlung vorenthalten", kritisierte Verdi-Handelsexperte Orhan Akman den US-Konzern.

Die Rabatte an die Kundinnen und Kunden lasse sich Amazon "durch Tarifflucht und Niedriglöhne der eigenen Beschäftigten bezahlen", beklagte der Gewerkschafter. "Damit muss Schluss sein." Das Unternehmen müsse endlich die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen, die Löhne und Gehälter bei Amazon dürften nicht länger "nach Gutsherrenart bestimmt" werden.

"Amazon bietet attraktive Löhne"

Gestreikt wird nach Verdi-Angaben an den Amazon-Standorten in Werne, Rheinberg, Leipzig, Graben, Koblenz sowie an den zwei Standorten in Bad Hersfeld. Der Ausstand steht unter dem Motto "Kein Rabatt mehr auf unsere Einkommen".

Der Konzern wies die Forderungen der Gewerkschaft zurück. "Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", erklärte ein Unternehmenssprecher. "Amazon bietet ein kollegiales Umfeld und attraktive Löhne."

Verdi wiederum argumentierte, dass das Geld für eine bessere Bezahlung der Amazon-Mitarbeiter "vorhanden" sei. Die Gewerkschaft verwies dazu darauf, dass Amazon allein im ersten Quartal dieses Jahres nach eigenen Angaben weltweit einen Rekordgewinn von rund 3,2 Milliarden Euro erzielt habe.

Der Konzern teilte mit, er bezahle in seinen deutschen Logistik-Zentren "am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich" sei. In Deutschland begännen die Amazon-Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde. Nach 24 Monaten seien es im Durchschnitt 2397 Euro brutto im Monat.

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Quelle: n-tv.de, lri/AFP

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