Wirtschaft

Bezos verspricht CO2-Neutralität Amazon bestellt 100.000 E-Lieferwagen

Rund zehn Milliarden Pakete im Jahr schickt Amazon auf die Reise. Versand und Auslieferung belasten das Klima-Konto. Außerdem ist der Konzern mit seinen gewaltigen Datenzentren ein gigantischer Stromfresser. Amazon-Chef Bezos kündigt nun eine Klimaschutz-Initiative an.

Der US-Konzern Amazon hat sich zu ambitionierten Klimazielen verpflichtet und die Bestellung von 100.000 Elektro-Lieferwagen für die Paketzustellung bekanntgegeben. Mit der Initiative "Climate Pledge" will das Unternehmen seine Emissionen abbauen oder kompensieren, um bis 2040 klimaneutral zu sein, erklärte Amazon-Gründer Jeff Bezos. Er warb dafür, dass sich auch andere Großunternehmen der Initiative anschließen.

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Kohlendioxid-Neutralität bedeutet, dass der Ausstoß dieses Treibhausgases drastisch reduziert und verbleibende CO2-Emissionen durch andere Maßnahmen kompensiert werden. Amazon will laut Bezos 100 Millionen Dollar in Wiederaufforstungsprojekte stecken. "Wir wollen unsere Bandbreite und Größe einzusetzen, um voranzugehen", sagte Bezos. Wenn Amazon mit viel Infrastruktur und der Auslieferung von rund zehn Milliarden Paketen im Jahr solche Klimaziele erreichen könne, "dann kann es jede Firma", betonte er. Ab 2030 soll zum Beispiel Amazons gesamter Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen gespeist werden. Bis 2024 soll der Anteil der erneuerbaren Energien bei 80 Prozent liegen.

Die ersten Elektro-Lieferwagen sollen ab 2021 im Einsatz sein, bis 2030 sollen alle 100.000 ausgeliefert sein. Amazon sprach von der größten jemals gemachten Bestellung elektrischer Fahrzeuge. Sie werden von der Firma Rivian im US-Bundesstaat Michigan produziert, in die Amazon nach eigenen Angaben 440 Millionen Dollar investiert hat.

Amazon als Umweltsünder kritisiert

Amazon wird von Umweltschützern heftig für die Belastungen kritisiert, welche die Geschäfte des Konzerns für das Klima erzeugen. Diese Belastungen entstehen nicht nur durch Versand und Lieferungen. Der Konzern ist auch mit seinen gewaltigen Datenzentren ein gigantischer Stromfresser.

Bezos steht aber auch unter Druck aus der eigenen Belegschaft, seinen Konzern konsequent auf Klimaschutzkurs zu bringen. An den Arbeitsniederlegungen für das Klima am Freitag wollen sich auch mehr als tausend Amazon-Beschäftigte beteiligen - ihr Protest richtet sich nicht zuletzt gegen den eigenen Arbeitgeber.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP