Wirtschaft

Maschinen ersetzen Menschen Amazons Roboter-Armee wächst kräftig

Unabhängig, wie man dazu steht: Roboter übernehmen Jobs, die bislang von Menschen ausgeübt werden. Und das geschieht in rasanter Geschwindigkeit. Die Maschinen sind auf dem Vormarsch - nicht nur bei Amazon.

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Amazon setzt auf Automatisierung.

(Foto: Amazon)

Die Automatisierung ist nicht mehr aufzuhalten – und sie wird unsere Arbeitswelt grundlegend verändern. Wie rapide diese Entwicklung voranschreitet, zeigen exemplarisch zwei Unternehmen: Amazon und der Apple-Zulieferer Foxconn.

Amazon stellt zwar immer noch viele Menschen ein, doch die Zahl seiner neuen Roboter wächst wohl noch schneller. In rund 20 von Amazons Logistikzentren finden sich nach Unternehmensangaben mittlerweile insgesamt etwa 45.000 Roboter – das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um die Hälfte.

Vor einem Jahr arbeiteten beim Versand-Riesen 230.000 Menschen. Wie viele derzeit bei Amazon beschäftigt sind, ist nicht bekannt. Die Zahl wird wohl mit den Quartalszahlen im Frühjahr veröffentlicht. Fest steht: Amazon setzt voll auf Automatisierung – was sich auch daran zeigt, dass intensiv daran experimentiert wird, Bestellungen per Drohne auszuliefern.

Roboter werden von Amazon vor allem dafür verwendet, größere Gegenstände in Logistikzentren zu transportieren. Verpackt werden die allermeisten Bestellungen allerdings von Menschen, weil dafür Urteilsvermögen und besondere motorische Fähigkeiten erforderlich sind. Menschen sind den Robotern hier überlegen – noch.

Foxconn legt vor

Ein anderes Beispiel für die fortschreitende Automatisierung ist Foxconn. Das Unternehmen aus Taiwan ist einer der weltweit größten Hersteller von Elektronik- und Computerteilen. Foxconn produziert für viele Unternehmen, bekannt ist es vor allem durch die Fertigung von Apples iPhone. Allein in Shenzhen im Süden Chinas werden jeden Tag 500.000 iPhone gefertigt.

Die drei Fabriken in China sollen bald nahezu vollautomatisch laufen, wie die Konzernführung jüngst ankündigte. Auf dem Weg dahin verrichten Roboter in der ersten Phase demnach die Arbeit, die für Menschen besonders gefährlich ist oder die von Menschen besonders ungerne ausgeübt wird. In der zweiten Phase werden ganze Produktionslinien von Robotern übernommen. In der dritten Phase werden ganze Fabriken nahezu vollautomatisch produzieren. Nur eine "minimale" Anzahl von Menschen werde dort dann in Produktion, Logisitik, Qualitätskontrolle eingesetzt, so Foxconn.

Die chinesischen Werke hätten mittlerweile Phase 2 oder 3 erreicht, verkündet das Management. Das Unternehmen setzt nach eigenen Angaben derzeit rund 40.000 "Foxbots" ein - Roboter, die das Unternehmen selber baut.

Solche ehrgeizigen Ankündigungen sind für Foxconn nicht ungewöhnlich. In der Vergangenheit verfehlte das Unternehmen die Ziele allerdings regelmäßig. So meldete Foxconn beispielsweise im November 2011, bis Ende 2012 insgesamt 300.000 Roboter in seinen Fabriken einzusetzen. Von dieser Zahl ist der Konzern auch vier Jahre später noch weit entfernt.

Was allerdings nichts daran ändert, dass die Automatisierung bei Foxconn dennoch rasant weitergeht. Der "South China Morning Post" zufolge hatte das Unternehmen im Mai vergangenen Jahres die Zahl der Beschäftigten im Werk im chinesischen Kunshan von einst 110.000 auf 60.000 reduziert, indem zunehmend Roboter eingesetzt worden sind.

In Kunshan gibt es zahlreiche Fabriken, die Elektrotechnik produzieren und verarbeiten. Der Stadtverwaltung zufolge haben etwa 600 Firmen vergleichbare Pläne wie Foxconn.

Der bei Foxconn für die Automatisierung zuständige Manager, Dai Jia-peng, versichert: Roboter werden Menschen in der Industrie nicht vollständig ersetzen können – trotz kontinuierlicher Weiterentwicklung. Warum? "Menschen haben die Flexibilität, um schnell von einer Aufgabe zur anderen zu wechseln."

Quelle: ntv.de