Wirtschaft

Kaum FrühjahrsbelebungArbeitslosenzahl in Deutschland sinkt leicht

30.06.2026, 10:43 Uhr
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Am Arbeitsmarkt sind keine großen Veränderungen zu verzeichnen. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

In Deutschland gibt es im Juni etwas weniger Arbeitslose als im Mai. Im Vergleich zum vergangenen Jahr steht jedoch immer noch ein Plus. Auf den regionalen Arbeitsmärkten werden die Probleme größer.

Auch im Juni bleibt die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt schwach: Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juni im Vergleich zum Mai um 15.000 auf 2,936 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im gleichen Zeitraum um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Juni 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 22.000.

"Am Arbeitsmarkt ist kaum Veränderung zu sehen. Die Arbeitslosigkeit sinkt nur wenig und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung setzt ihre leichte Abwärtstendenz fort", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles.

Arbeitslosengeld erhielten im Juni einer Hochrechnung zufolge 1,052 Millionen Menschen, das sind 90.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger belief sich demnach im Juni auf 3,804 Millionen. Das sind 104.000 weniger als vor einem Jahr. Bürgergeld erhalten unter anderem auch Beschäftigte, wenn sie einen nur geringen Arbeitslohn erhalten und aufstocken müssen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Insgesamt waren 7 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen im erwerbsfähigen Alter auf Hilfeleistungen angewiesen.

Demografischer Wandel schlägt zu

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau weiter stabilisiert. Im Juni waren bei den Arbeitsagenturen 648.000 offene Stellen gemeldet. Das sind 16.000 mehr als vor einem Jahr. Nach Angaben von Arbeitsmarktforschern schlägt die Demografie inzwischen auf den regionalen Arbeitsmärkten voll durch. Es gehen viele Beschäftigte der sogenannten Boomer-Jahrgänge in Rente, zu wenig passender Nachwuchs kommt nach.

Bei der Berufsausbildung klaffen weiterhin Lücken. Seit Oktober 2025 hätten sich bei den Arbeitsagenturen 400.000 junge Leute gemeldet, ein Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig wurden 409.000 Lehrstellen gemeldet. 181.000 hatten bis Juni noch keine Stelle oder eine Alternative zu einem Ausbildungsplatz gefunden. Der Ausbildungsmarkt ist jedoch über die Sommermonate noch stark in Bewegung.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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